Vegeta

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Posted in May 17, 2011 deDeutsch und 3,064 Größe bytes.

Corinna -20 Jahre alt- studiert an der Fachhochschule in Frankfurt Architektur. Aber im moment sitzt sie nicht am Schreibtisch über ihren Büchern und büffelt die Theorie: Sie arbeitet auf einer Baustelle - als einziges Mädchen unter vielen starken Männern. Corinna erzählte der Jugendscala von ihrer Arbeit als Bauarbeiterin.

Ich hatte wirklich Glück. Für ein Mädchen ist es gar nicht leicht, eine Praktikantenstelle zu bekommen. Mädchen auf dem Bau sind nämlich immer noch eine Ausnahme. Aber alle brauchen ein Praktikum auf der Baustelle, Jungen wie Mädchen. Ich hatte schon ein Büropraktikum bei der Firma gemacht. Aber auf dem Bau wollten sie mich nicht einstellen. Man erzählte mir von speziellen Bestimmungen für Frauen am Bau. Aber das ist im Prinzip nur eine Ausrede. Ich gab nicht nach, und schliesslich respektierte man meinen Wunsch. Manche Leute meinen, dass Frauen die Arbeiter nur ablenken. Ich kann mir vorstellen, dass es Mädchen gibt, die auf dem Bau noch schön aussehen wollen. Ich finde es albern, und es zeichnet ein negatives Frauen-Image, das uns sehr schadet. Viele sagen auch, Praktikantinnen können auf einer Baustelle nichts leisten. Aber das Argument zählt nicht. Im Büropraktikum habe ich auch nicht gerade produktiv gearbeitet. Ich habe zwar viel gelernt, aber meine Zeichnungen waren fast alle für den Papierkorb. Die meisten Architektur-Studentinnen arbeiten im Büro und kommen nur selten (a veces) auf eine Baustelle. Das ist natürlich nicht der Sinn der Sache (el sentido de la cosa). Denn der Praktikant soll den Arbeitern zugucken und dadurch lernen. Ich bin ein Mensch, der nicht in der Gegend herumstehen kann.

Ich konnte gar nichts, als ich auf den Bau kam. Das habe ich den Arbeitern auch gesagt. Zuerst glaubte ich, sie hätten Vorurteile gegenüber Frauen auf dem Bau oder gegenüber Studentinnen. "Man merkt doch, dass ihr nur die Theorie Lernt". Aber das war gar nicht so. Die männer hier helfen mir SEHR!. Sie haben mir zum Beispiel gezeigt, wie man mauert, und ich habe einfach angefangen. So ein Arbeitstag als Bauarbeiterin ist ganz schön hart. Ich arbeite immer mit bestimmten Leuten zusammen und versuche ihnen zu helfen, so gut es geht. Die Männer lassen mich aber keine schweren Eisenstangen oder 6-meter-Bretter tragen. Da sind sie Kavaliere. Sie akzeptieren mich als Mädchen, aber sie sehen in mir nicht die Perfekte Bauarbeiterin. Um 16 Uhr endet mein Arbeitstag. Am ersten Tag war ich wirklich total erschöpft. Aber ich wollte nie aufgeben. Heute rede ich nur noch von meinem Praktikum. Auch zu Hause kann ich gar  nicht mehr abschalten (desconectar). Ich habe viel gelernt in dieser Zeit. Hoffentlich (ojalá) können meine positiven Erfahrungen auch die anderen Studentinnen überzeugen. Denn ein Baustellenpraktikum -nur auf dem Papier- das bringt doch nichts.   

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