Adverbialsätze, Gerundium & Aufbau von Meinungsartikeln
Syntax und Textformen: Adverbialsätze und Meinungsartikel
Die Funktion von Adverbialsätzen
Eigentliche vs. Uneigentliche Adverbialsätze
Ein Adverbialsatz ist eigentlich, wenn er durch ein Adverb ersetzt werden kann, das die Hauptsatzaktion ergänzt und als Umstandsbestimmung (CC) dient.
Ein Adverbialsatz ist uneigentlich, wenn er nicht durch ein Adverb ersetzt werden kann, sondern der gesamte Hauptsatz eine Bedingung, einen Grund oder eine andere komplexe Angabe liefert.
Eigentliche Adverbialsätze (Adverbiale Unterordnung)
Diese Sätze markieren die Stelle, Zeit oder Art und Weise, in der die Aktion des Hauptsatzes ausgeführt wird. Sie können durch ein entsprechendes Adverb ersetzt werden.
- Ort (Lokal): Markiert die Stelle, an der die Aktion stattfindet. Frage: Wohin? Funktion: Lokale Umstandsbestimmung (CCL).
- Zeit (Temporal): Zeigt den Zeitpunkt der Handlung an. Frage: Wann? Funktion: Temporale Umstandsbestimmung (CCT).
- Art und Weise (Modal): Drückt die Form oder Art aus, in der die Aktion ausgeführt wird. Frage: Wie? Funktion: Modale Umstandsbestimmung (CCM).
Zeitliche Beziehungen (Temporal)
- Vorzeitigkeit (Anteriorität): Die Handlung des Nebensatzes liegt zeitlich vor der Handlung des Hauptsatzes.
- Gleichzeitigkeit: Die Handlung des Nebensatzes tritt zeitgleich mit der Handlung des Hauptsatzes auf.
- Nachzeitigkeit (Posteriorität): Die Handlung des Nebensatzes tritt nach der Wirkung des Hauptsatzes auf.
Uneigentliche Adverbialsätze (Komplexe Unterordnung)
Diese Sätze geben komplexere Beziehungen an, die nicht einfach durch ein Adverb ersetzt werden können:
Kausalsätze (Grund)
Geben den Grund an, warum die Handlung des Hauptsatzes geschieht. (Bsp.: Ich kam nicht rechtzeitig an, weil ich den ersten Zug verpasste.) Typische Konjunktionen: weil, da, zumal.Finalsätze (Zweck)
Nennen den Zweck, die Absicht oder das Ziel, mit dem die Handlung des Hauptsatzes durchgeführt wird. (Bsp.: Wir sind aufs Land gefahren, damit die Kinder abgelenkt werden.) Typische Konjunktionen: damit, um zu.Konzessivsätze (Einräumung)
Drücken ein Hindernis oder eine Schwierigkeit aus, die die Einhaltung der Hauptsatzhandlung nicht verhindert. (Bsp.: Obwohl ich hart gearbeitet habe, habe ich die Prüfung nicht bestanden.) Typische Konjunktionen: obwohl, auch wenn, obgleich.Konsekutivsätze (Folge)
Das Ergebnis oder die Wirkung, die aus der Aussage des Hauptsatzes entsteht. (Bsp.: Es regnet in Strömen, sodass wir heute nicht gehen werden.)Komparativsätze (Vergleich)
Stellen einen Vergleich mit einem Element des Hauptsatzes her. (Bsp.: Der Test war so schwierig, wie erwartet.) Arten: Gleichheit, Ungleichheit (mehr/weniger als).Konditionalsätze (Bedingung)
Nennen eine notwendige Voraussetzung für die Erfüllung dessen, was im Hauptsatz ausgedrückt wird. (Bsp.: Falls Sie später als zehn Uhr kommen, werden Sie die Tür geschlossen vorfinden.)Das Gerundium (Gerund)
Das Gerundium ist eine nicht-finite Verbform, die dem Adverb entspricht und daher die Funktion einer Umstandsbestimmung (CC) im Satz übernimmt. Das Gerundium kann selbst Ergänzungen aufnehmen. Die häufigsten Ergänzungen sind das direkte Objekt (CD), das indirekte Objekt (CI) oder weitere Umstandsbestimmungen (CC). Das Gerundium kann einen Nebensatz ohne Subordinator einleiten.
Der Meinungsartikel im Journalismus
Der Meinungsartikel ist ein journalistischer Text, in dem der Autor seine persönliche Meinung zu einem aktuellen Thema äußert. Er zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Argumentative Darstellung: Der Text basiert auf einer argumentativen Struktur.
- Struktur: Er gliedert sich in Einleitung, Entwicklung (Hauptteil) und Schlussfolgerung.
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