Anamnese und Untersuchung in der Pneumologie

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Medizinischer Hintergrund

Krankhafte Vorgeschichte:

  • Medizinisch: Chronische Atemwegserkrankungen
  • Chirurgisch: Thoraxchirurgie und thorakale Eingriffe
  • Verletzungen

Reproduktionsmedizinische Anamnese

  • Wichtig für therapeutische Entscheidungen und Diagnosen
  • Reproduktives Alter
  • Verhütungsmethoden
  • Katameniale Muster (Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus)

Lebensgewohnheiten (Habits)

  • Diagnostisch wichtig:
  • Tabakkonsum: Art, Häufigkeit, Dauer und Modus (auch Passivrauchen)
  • Packungsjahre (Pack-Years): 1 Packung pro Tag für ein Jahr entspricht 1 Packungsjahr
  • Alkohol
  • Tierhaltung: Säugetiere, Vögel
  • Exposition gegenüber Biomasse-Brennstoffen

Hintergrundinformationen zum Substanzkonsum

  • Relevant für Diagnose und Behandlung
  • Einfluss auf die bronchiale Kinetik
  • Einfluss auf die Morphologie der Lunge
  • Einfluss auf Komorbiditäten, welche die Atemwege beeinträchtigen

Medikamentöse Einflüsse:

  • ACE-Hemmer
  • Beta-Blocker (z. B. Propranolol)
  • Antineoplastika (Bleomycin, Doxorubicin)
  • Antiarrhythmika (Amiodaron)
  • Nitrofurantoin, Methotrexat
  • Calcium-Stoffwechsel, antiresorptive Knochenmedikamente, NSAR (NSAIDs)
  • Anti-TNF-Therapie

Allergien

  • Arzneimittel
  • Lebensmittel
  • Umweltfaktoren

Soziale und persönliche Anamnese

  • Arbeitsplatz und Berufskrankheiten
  • Pneumokoniose (Staublunge)
  • Hypersensitivitäts-Pneumonitis (Exogen-allergische Alveolitis)
  • Berufsbedingtes Asthma und COPD
  • Wohnort und Epidemiologie

Impfstatus und Familienanamnese

  • BCG (Tuberkulose-Impfung)
  • Grippe (Influenza)
  • Lungenentzündung (Pneumokokken)
  • Keuchhusten (Pertussis)

Anamnese der Hauptsymptome

Husten

  • Wichtigste Manifestation der respiratorischen Semiologie
  • Akut oder chronisch
  • Ursachen: Extra-respiratorisch oder Atemwegserkrankungen

Auswurf (Sputum)

  • Kriterien: Farbe, Menge, Geruch, Geschmack, Konsistenz, Tageszeit
  • Mukös (schleimig)
  • Mukopurulent (schleimig-eitrig)
  • Hämoptyse (blutiger Auswurf)
  • Rosa (schaumig)
  • Schwärzlich
  • Foetid (übelriechend)
  • Reichlich, vor allem morgens auftretend
  • Hinweis auf Bronchiektasen oder Kavernen (Höhlen)

Dyspnoe (Atemnot)

  • Begriff aus dem Griechischen: Atemnot
  • Akut oder chronisch
  • Einteilung nach Belastung: Große, mittlere oder kleine Anstrengung
  • Ursprung: Respiratorisch oder nicht-respiratorisch

Hämoptyse

  • Klinische Bezeichnung für Blutungen aus den Atemwegen (Luftröhre, Bronchien und Lunge)
  • Hämoptoischer Auswurf: Blut in kleinen Mengen mit Sputum vermischt
  • Wichtige Differenzialdiagnose zur akuten Hämoptoe: Nasenbluten (Epistaxis), Zahnfleischbluten, Bluterbrechen (Hämatemesis)

Zyanose

  • Griechisch für dunkelblau: Blaufärbung der Haut (Integumente) und Schleimhäute
  • Deutlich sichtbar an Nase, Lippen, Ohrläppchen, Zunge und Nägeln
  • Zentrale Zyanose: Betrifft meist die Lippen; Ursachen sind respiratorisch und/oder kardial
  • Periphere Zyanose: Lokale Ursachen oder Erkrankungen

Vomica (Lungenauswurf)

  • Plötzliche und reichliche Entleerung eitriger Flüssigkeit aus dem Bronchialbaum über den Mund
  • Ursachen: Thorakale Pathologien wie Abszesse, Zysten, Lungen- oder Pleuraansammlungen
  • Seltener: Mediastinale oder extrathorakale Ursachen (z. B. Leber-Amöbenabszess mit Durchbruch in die Bronchien)

Weitere Symptome

  • Dysphonie (Stimmstörungen)
  • Schmerzen in der Brust:
    • Akut oder chronisch
    • Art: Druck, Stechen, Brennen
    • Ursprung: Lunge, Rippenfell (Pleura), Herz, Brustkorb (Thorax) oder andere Organe

Pfeifen (Wheezing) und Stridor

Die Thoraxform, Art des Auftretens, Intensität, Verlauf (Besserung, Verschlechterung, Gleichbleiben) und die Häufigkeit bei Husten und Atemnot sind entscheidend für die Klassifizierung und detaillierte Erläuterung.

Körperliche Untersuchung (Physicals)

Inspektion: Position und Haltung

  • Orthopnoe: Einnahme einer sitzenden Position zur Linderung der Atemnot
  • Häufigste Ursache: Linksherzinsuffizienz
  • Ermöglicht zudem den Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (z. B. bei Asthma, COPD) und entlastet den Bauchdruck bei Blähungen
  • Platypnoe: Linderung der Atemnot im Liegen, Verschlechterung in aufrechter Position
  • Ursachen der Platypnoe: Intrakardiale oder intrapulmonale Shunts
  • Trepopnoe: Bevorzugte Seitenlage; die Atmung verschlechtert sich in der entgegengesetzten Lage
  • Ca. (Karzinom)

Auskultation, Palpation und Perkussion

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