Biodiversität und natürliche Ressourcen: Herausforderungen
Landwirtschaft
90 % der Lebensmittel, die wir heute konsumieren, stammen von Wildpflanzen aus den Tropen. Im Laufe der Jahrhunderte haben Menschen weltweit unzählige Tausende von Sorten für den Anbau ausgewählt. Landwirtschaft und Viehzucht waren bereits in frühen Jahrhunderten eng miteinander verknüpft.
Angeln
Fischbestände sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Menschheit. Bis zum 20. Jahrhundert profitierten vor allem Küstenstädte davon, doch durch die Entwicklung von Kühltechniken wurde das Verbrauchsnetz massiv ausgebaut. Während Mitte des 20. Jahrhunderts jährlich etwa 20 Millionen Tonnen Fisch gefangen wurden, sind es heute 100 Millionen Tonnen.
Waldressourcen
Neben Nahrung und Wasser waren Waldressourcen entscheidend für die Entwicklung von Zivilisationen. Wälder sind zudem die Heimat vieler indigener Völker, die dort Nahrung, Brennstoff, Baumaterial und Medikamente finden.
Heilpflanzen
In allen alten Kulturen waren Pflanzen mit Heilwirkung bekannt. Die moderne Medizin und die pharmazeutische Industrie sind heute zunehmend an Wirkstoffen aus wilden Pflanzen und Tieren interessiert.
Energie aus Biomasse
Biomasse kann als erneuerbare Energiequelle genutzt werden. Sie ist relativ sauber und erfordert keine hochkomplexen Technologien.
Freizeitnutzung
Derzeit gibt es eine wachsende Nachfrage nach natürlichen Landschaften und Wäldern für die Erholung, wie Wandern, Sightseeing, Jagd, Angeln und das Sammeln von Pilzen.
Umweltprobleme und Verlust der biologischen Vielfalt
Obwohl Biodiversität potenziell erneuerbar ist, ist das Aussterben einer Art unumkehrbar. Es wird geschätzt, dass es etwa 15 Millionen Arten auf unserem Planeten gibt. Die Rate des Artensterbens liegt bei etwa 5.000 Arten jährlich.
Hauptursachen für den Artenverlust
- Abholzung: Besonders in tropischen Wäldern führt die Zerstörung von Lebensräumen zum Artensterben.
- Mangroven-Abbau: Diese Ökosysteme sind hochgradig biodivers und an Überschwemmungen sowie Salzgehalt angepasst.
- Korallenriffe: Sie beherbergen die größte Artenvielfalt in den Ozeanen.
- Feuchtgebiete: Die Zerstörung von Mooren hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.
- Einführung neuer Arten: Die absichtliche oder unabsichtliche Ansiedlung fremder Arten stört bestehende Ökosysteme.
- Umweltverschmutzung: Globale Probleme wie der Treibhauseffekt und die Zerstörung der Ozonschicht sowie lokale Verschmutzungen durch Schwermetalle, Pestizide und Radioaktivität belasten die Nahrungskette.
- Sonstige Ursachen: Wilderei, Handel mit geschützten Arten und Waldbrände.
Verlust der genetischen und kulturellen Vielfalt
Die „Grüne Revolution“ hat zu einem Verlust der genetischen Vielfalt bei Kulturpflanzen geführt, da traditionelle Sorten durch standardisierte Hochleistungssorten ersetzt wurden. Mit dem Verschwinden dieser Sorten gehen oft auch das Wissen um Heilpflanzen und die kulturellen Traditionen der Völker verloren.
Biotische Risiken und Welthunger
Hunger ist eine Konstante der Menschheitsgeschichte. Während er früher primär durch natürliche Faktoren wie Klima oder Schädlinge bedingt war, ist er heute vor allem eine Folge ungerechter Verteilung. Schädlinge werden oft mit chemischen Mitteln (Pestizide, Herbizide, Fungizide) bekämpft, was wiederum technologische Risiken birgt.
Prinzip der nachhaltigen Nutzung
Die Ernte oder Nutzung erneuerbarer Ressourcen darf die Regenerationsrate nicht überschreiten. Dies gilt für Jagd, Fischerei, Forstwirtschaft sowie den Anbau von Pflanzen und Tieren.
Repräsentative Ökosysteme in Kantabrien
a) Hochwiesen und felsige Berge
Heimat für Wölfe, Gemsen, Steinadler und Gänsegeier.
b) Mittelmeerwälder
Geprägt durch Eichen, Lorbeer und Erdbeerbäume. Fauna: Dachs, Siebenschläfer, Eidechse, Zibetkatze und Schlangen.
c) Atlantischer Wald
Eichen- und Buchenwälder: Beherbergen Tiere wie Bären, Luchse, Auerhähne, Hirsche, Nerze und Salamander.
d) Flüsse und Auwälder
Dominierende Vegetation: Erle und Weide. Fauna: Fischotter, Wasserwühlmäuse, Iltisse und verschiedene Amphibien.
e) Wiesen und Kulturen
Grundlage der ländlichen Wirtschaft. Fauna: Spitzmaus, Igel, Maulwurf und Wiesel.
f) Aufforstung
Eukalyptus-Plantagen schädigen den Boden und die Bakterienflora. Kiefernwälder sind ökologisch weniger schädlich.
g) Küstenökosysteme
Strände, Dünen und Sümpfe bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Vögeln, Reptilien und wirbellosen Tieren.