Blutbild verstehen: Werte und Bedeutung erklärt

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Leukozytenzahl (Weiße Blutkörperchen)

Der Normalwert liegt zwischen 3.500 und 11.000/µL. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sind Zellen der Immunabwehr, die in der Blutbahn zirkulieren. Es gibt verschiedene Typen: Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten und Eosinophile. Der Gesamtwert ist die Summe dieser Zellen; eine Erhöhung oder Verringerung einzelner Typen kann Auswirkungen auf den Gesundheitszustand haben.

  • Neutrophile Granulozyten: Normalwert 2.000 bis 7.500/µL. Sie sind am zahlreichsten und für die Abwehr fremder Substanzen (vor allem Bakterien) verantwortlich. Bei Infektionen oder Entzündungen steigt ihre Zahl an. In diesen Fällen treten oft unreife Formen auf, die als „Stäbe“ bezeichnet werden.
  • Lymphozyten: Normalwert zwischen 1.000 und 4.500/µL. Ein Anstieg erfolgt vor allem bei Virusinfektionen, Parasitenbefall, Tumoren oder Leukämien.
  • Monozyten: Normalwert zwischen 200 und 800/µL. Erhöhungen werden meist durch Virusinfektionen, Parasiten, Tumoren oder Leukämien verursacht.
  • Eosinophile: Ein Anstieg tritt hauptsächlich bei parasitären Erkrankungen, Allergien und Asthma auf.

Hämoglobin (HGB)

Der Normalwert liegt zwischen 12,5 und 17 g/dL. Hämoglobin ist ein Protein in den roten Blutkörperchen, das für den Sauerstofftransport zuständig ist. Die Hämoglobinkonzentration ist in der Regel proportional zur Anzahl der roten Blutkörperchen.

Ein erhöhter Wert korreliert meist mit einer erhöhten Anzahl an roten Blutkörperchen. Ein niedriger Wert deutet auf eine Abnahme der roten Blutkörperchen hin. Eine Ausnahme bildet die Thalassämie: Hier ist die Menge des Hämoglobins im Vergleich zur Anzahl der roten Blutkörperchen diskrepant (viele, aber kleine Zellen mit wenig Hämoglobin).

MCV (Mittleres korpuskuläres Volumen)

Normalwert zwischen 78 und 100 fl. Dieser Wert gibt die Größe der roten Blutkörperchen an.

  • Hoher MCV: Die roten Blutkörperchen sind vergrößert. Dies tritt bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Lebererkrankungen oder hohem Alkoholkonsum auf.
  • Niedriger MCV: Die roten Blutkörperchen sind zu klein. Dies tritt bei Thalassämie oder Eisenmangel auf.

Mittleres korpuskuläres Hämoglobin (MCH)

Der Normalwert liegt zwischen 27 und 32 pg. Er gibt die Menge des Hämoglobins pro rotem Blutkörperchen an. Ein erhöhter Wert kann auf einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure hinweisen, ein niedriger Wert auf Eisenmangel oder Thalassämie.

Thrombozyten

Der Normalwert liegt zwischen 130.000 und 450.000/µL. Sie sind für die Blutstillung verantwortlich und bilden bei Wunden Gerinnsel.

Erhöhung

Die Thrombozytenzahl kann als Reaktion auf vorübergehende oder chronische Krankheiten sowie bei akuten Blutungen ansteigen. Bei bestimmten Bluterkrankungen ist die Zahl massiv erhöht, was manchmal eine Chemotherapie erfordert.

Verringerung

  • Infektionen: Schwere Infektionen können das Knochenmark beeinträchtigen, was zu Anämie sowie einem Mangel an Thrombozyten und Leukozyten führt.
  • ITP (Immunthrombozytopenie): Hierbei zerstört der Körper eigene Thrombozyten durch Antikörper. Bei Werten unter 10.000/µL besteht ein Risiko für spontane Blutungen.
  • Milzvergrößerung: Eine vergrößerte Milz (z. B. bei chronischen Lebererkrankungen) kann Blutzellen verstärkt abbauen.

Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)

Der Normalwert liegt unter 20 mm/h. Die BSG steht in direktem Zusammenhang mit der Tendenz der roten Blutkörperchen, zu verklumpen, sowie mit der Menge an Plasmaproteinen.

Erhöhte Werte

  • Bei Infektionen.
  • Bei chronischen Entzündungskrankheiten (z. B. Lupus, rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica).
  • Bei Anämie.

Die BSG ist ein unspezifischer Test, der nicht den Ort einer Entzündung bestimmt, aber bei der Diagnosefindung und der Überwachung des Behandlungserfolgs hilfreich ist.

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