David Humes Philosophie: Eindrücke, Praxis und Gottesbeweise
David Humes Erkenntnistheorie und Metaphysikkritik
Eindrücke und Vorstellungen (Impressions & Ideas)
Hume unterscheidet zwischen Eindrücken (*Impressions*) und Vorstellungen (*Ideas*). Eindrücke entsprechen den unmittelbaren Informationen, die wir durch unsere Sinne erhalten. Zum Beispiel nimmt mein Bewusstsein ständig verschiedene Eindrücke wahr, wenn ich etwas überprüfe: Farbe, Größe, Form usw. Wenn diese sensorischen Informationen aus meinem Sinn verschwinden (z. B. wenn ich die Augen schließe), entsteht eine Vorstellung davon. Die Vorstellung ist eine Idee.
Der Unterschied liegt darin, dass Eindrücke lebendig und präzise sind; sie erscheinen diskontinuierlich und diskret im Bewusstsein. Ideen hingegen sind weniger intensiv und weniger präzise.
Die Rolle der Praxis und Gewohnheit
Hume ist der Ansicht, dass Vorstellungen von Zufall und Notwendigkeit keine rationalen Substanzen oder Essenzen sind, sondern rationale Konzepte. Die Grundbegriffe unserer Weltanschauung (Theorie) entspringen der Praxis und der Gewissheit, die sie bietet, wodurch sie wahrscheinlich vor Angriffen des theoretischen Skeptizismus geschützt sind. Sie wandeln sich von theoretischen zu praktischen Notwendigkeiten.
Humes Kritik an den Gottesbeweisen
Zur Zeit Humes beschäftigte man sich intensiv mit drei Theorien, die die Existenz Gottes verteidigten. Hume reagierte darauf mit einer Widerlegung der drei klassischen Argumente:
Das Ontologische Argument
Dieses Argument besagt, dass Gott aus logischer Notwendigkeit existieren muss, da er als das vollkommenste Wesen gedacht wird. Hume entgegnet, dass es keinen Widerspruch darstellt, zu sagen, dass Gott nicht existiert. Existenz ist keine logische Eigenschaft.
Das Kosmologische Argument
Dieses Argument behauptet, dass Gott als die erste Ursache oder der Hauptorganisator des Kosmos existiert. Hume sagt, dass wir keinen Beweis für die Existenz eines neuen Wesens finden können, der über die Beziehungen von Ursache und Wirkung hinausgeht, die wir erfahren.
Das Teleologische Argument (Argument der Zweckmäßigkeit)
Dieses Argument besagt, dass Gott aufgrund der intelligenten Ordnung des Kosmos existiert, da Materie nicht von selbst geordnet werden könne. Hume hält dem entgegen, dass die Materie sich selbst überlassen bleiben könnte, um Ordnung zu schaffen. Die Annahme, dass eine ordnende Intelligenz erforderlich ist, ist ein unzulässiges Argument.
Fazit: Praxisunabhängigkeit von Gottes Existenz
Zur Vervollständigung der Widerlegung der kirchlichen Grundsätze sagt Hume, dass die Notwendigkeiten der Praxis (*custom*) in der Praxis begründet sind und durchaus möglich sind, ohne die Notwendigkeit für die Existenz Gottes vorauszusetzen.