Demografischer Übergang und moderne Landwirtschaft
Das Modell des demografischen Übergangs
Phase 1: Das demografische alte Regime
Hohe Geburten- und Sterberaten prägen diese Phase. Die Kindersterblichkeit ist extrem hoch (200 bis 500 von 1000 Kindern). Aufgrund mangelnder Ressourcen und fehlender sozialer Kontrolle bleibt das Bevölkerungswachstum gering.
Phase 2: Der demografische Boom
Verbesserte Hygiene und Ernährung führen zu einem langsamen Rückgang der Sterblichkeit. Fortschritte in der Landwirtschaft sichern die Versorgung. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte Europa dadurch eine Bevölkerungsexplosion.
Phase 3: Die demografische Anpassung
Die Sterblichkeit sinkt weiter durch medizinische Fortschritte (Impfungen). Auch die Geburtenrate geht zurück, bedingt durch wirtschaftliche Entwicklung, verändertes Konsumverhalten und die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen.
Phase 4: Das neue demografische Regime
Niedrige Geburten- und Sterberaten führen zu einem stagnierenden vegetativen Wachstum. Die Lebenserwartung steigt auf über 80 Jahre. Industrieländer sind heute durch eine alternde Bevölkerung gekennzeichnet.
Formen der Landwirtschaft
Intensive vs. Extensive Landwirtschaft
- Intensive Landwirtschaft: Kleine Flächen, hohe Investitionen, Fokus auf hohe Erträge und Qualität (z. B. Obst und Gemüse).
- Extensive Landwirtschaft: Große Flächen, Einsatz moderner Maschinen, geringer Arbeitseinsatz pro Fläche, Fokus auf Massenproduktion zu niedrigen Preisen.
Subsistenzwirtschaft
In vielen armen Ländern dient die Landwirtschaft primär dem Überleben. Charakteristisch sind handwerkliche Methoden, geringe Produktivität und ein niedriger Lebensstandard.
Der traditionelle Agrarmarkt und die EU-Agrarpolitik
Transformation des Marktes
Die industrielle Entwicklung hat die Landwirtschaft grundlegend verändert. Landwirte spezialisieren sich zunehmend auf marktfähige Produkte, um den Gewinn zu maximieren, und sind stärker in globale Handelsketten eingebunden.
Die Agrarpolitik der EU
Die EU fördert die intensive Landwirtschaft durch Subventionen und Kredite. Dies führte jedoch zu Überproduktionen. Aktuelle Strategien umfassen:
- Begrenzung der Produktion und Stilllegung unrentabler Flächen.
- Importe aus ärmeren Ländern.
- Protektionistische Maßnahmen der Industrieländer zum Schutz der heimischen Produkte.