Filmmarketing und Produktionsstrategien im Überblick
Finanzplanung und Marktpräsenz in der Filmproduktion
Die Planung im Vorgriff auf den Kapitalfluss und die Abschreibung von Investitionen sollte Schätzungen des Kapitalbedarfs enthalten, den eine Produktionsfirma aufweisen muss. Im Falle von Filmproduktionsfirmen ist zu berücksichtigen, dass die Produktion ein schwieriges Unterfangen ist, das sich über einen Zeitraum erstreckt, der in vielerlei Hinsicht unvorhersehbar ist und große sowie unregelmäßige Zahlungen erfordert. Aus diesem Grund ist es wünschenswert, dass der Produzent diesen Kapitalbedarf in jeder der drei Phasen einplant und offen für notwendige Einnahmen bleibt.
- Businessplan, Marketing und Vertrieb: Grundlegende Dokumente für den Erfolg.
- Anhang Dokumentarfilm: Ergänzende Unterlagen zur Produktion.
- Marktpräsenz: Die Produzenten sollten Verträge mit dem American Film Market (AFM) in Los Angeles anstreben sowie Kontakte zu den Filmfestspielen in Cannes und der Mailänder MIFED pflegen – den drei wichtigsten Märkten für den Vertrieb und Verkauf von Filmen.
- Werbung: Anzeigen in Fachzeitschriften über Filmgenre, Regie und Produktion.
Marketing der Produktionsfirma
Dieses Marketing zielt darauf ab, die Erwartungen potenzieller Kunden an den zu drehenden Film zu steigern. Dies wird durch gezielten „Lärm“ (Buzz) erreicht, der eine regelmäßige Präsenz in den Medien sicherstellt. Diese Technik wird durch verschiedene Instrumente umgesetzt:
- Medienberichterstattung: Berichte über den Beginn und das Ende der Dreharbeiten, Beiträge in Fachzeitschriften, Aussagen in Magazinen und Fotoshootings.
- Pressemappe: Verbreitung der Bio-Filmografie von Talenten und Besetzung, Filmübersicht, Produktionsnotizen, Liste der Anforderungen und Grafiken für jedes Medium.
- Audiovisuelle Materialien: Unter anderem Making-of, Trailer, aufgezeichnete Interviews und Teaser (kürzer als Trailer, ca. 30–90 Sekunden).
- Fortschritte und Szenen: Bearbeitete Szenen, die an Händler und Medien gesendet werden, auch im Hinblick auf die Drehorte.
Kommerzielles Marketing und Vertrieb
Ziel ist es, mehr Zuschauer in die Kinos zu locken. Dieser Marketingplan wird in vier aufeinanderfolgenden Schritten durchgeführt:
1. Kreativität
Gestaltung von Werbeslogans, Plakaten und anderen grafischen Elementen.
2. Produktion der Werbemittel
Erstellung von Postern, Werbespots und Trailern.
3. Medienkampagne
Strategische Planung für Presse, Radio, Fernsehen, Internet, Außenwerbung und Merchandising.
4. Promotion
Optimierung des Marketingbudgets für maximale Wirkung bei minimalen Investitionen durch Pressekonferenzen, Roadshows mit Regisseuren und Schauspielern sowie Festivalteilnahmen.
In diesem Stadium ist es entscheidend, das Marketingkonzept lebendig zu halten, um die Erwartungen der Hauptzielgruppe zu erfüllen und die Sekundärzielgruppe zu überzeugen. Marketingstrategien müssen an die Besonderheiten der einzelnen Auswertungsfenster und Gebiete angepasst werden. Besonders die ersten Wochen der Veröffentlichung sind entscheidend, da sie meist die höchsten Einspielergebnisse erzielen. Ziel ist ein hohes Ergebnis in der Startwoche, um die Laufzeit des Films im Kino zu verlängern. Nach dieser Strategie steigen die Einnahmen idealerweise allmählich an, wenn die erste Woche bereits erfolgreich war.
David Puttnam: Strategien eines Erfolgsproduzenten
David Puttnam ist ein britischer Produzent, der eine Spur von Qualität und Prestige hinterlassen hat. Er gewann 10 Academy Awards (Oscars), 24 BAFTA-Awards und die Goldene Palme in Cannes. Er produzierte Filme wie „Die Stunde des Siegers“ (Chariots of Fire), „Mission“ (The Mission) und „Schreiendes Land“ (The Killing Fields). Als herausragender Protagonist der Wiederbelebung des britischen Kinos in den 80er Jahren förderte er Karrieren von Regisseuren wie Alan Parker, Ridley Scott und Roland Joffé und leitete zudem ein Hollywood-Studio.
Puttnams Strategie basiert auf fünf Hauptpunkten:
- Seine Filme wecken anfangs oft kein großes öffentliches Interesse, erreichen aber später eine hohe Zuschauerzufriedenheit.
- Um geringe Erwartungen mit hoher Zufriedenheit zu verbinden, nutzt er einen Pyramiden-Startplan: Der Film startet in einer sehr begrenzten Anzahl von Kinos, wodurch die Vorfreude und das Interesse allmählich gesteigert werden.
- Spannung soll natürlich durch Mundpropaganda oder positive Kritiken entstehen. Diese Formen der indirekten Werbung sind bei dieser Art von Filmen effektiver als klassische Mainstream-Kampagnen.
- Der ideale Veröffentlichungstermin liegt zu Beginn der Ferienzeit zwischen Oktober und November. So fällt der Höhepunkt der Auswertung mit der Bekanntgabe renommierter Filmpreis-Nominierungen zusammen. Von dort aus wird der Vertrieb international ausgeweitet.
- Die Teilnahme an Filmfestivals und Events ist essenziell, um das öffentliche Interesse zu fördern und die filmische Qualität zu bestätigen.