Fortpflanzung, Geburt und Empfängnisverhütung
Phasen der Geburt
Austreibungsphase: Der Fötus wird durch Gebärmutterkontraktionen und die Presskraft der Mutter (Zwerchfell) nach außen geschoben. Dies dauert in der Regel etwa 15 bis 30 Minuten. Wenn das Baby den ersten Atemzug macht, wird die Nabelschnur durchtrennt.
Nachgeburt: Zwischen 5 und 15 Minuten nach der Austreibung wird die Plazenta zusammen mit den Resten der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausgestoßen.
Komplikationen bei der Entbindung
Ursachen für Komplikationen können eine schlechte Körperhaltung des Kindes sowie eine unzureichende Erweiterung des Gebärmutterhalses (Zervix) und der Vagina sein. Um dieses Problem zu vermeiden, wird der Mutter oft das Hormon Oxytocin verabreicht, welches die Dilatation und die Gebärmutterkontraktionen fördert.
Abklemmen der Nabelschnur: Wenn die Nabelschnur zusammengedrückt wird, wird der Blutfluss zwischen Mutter und Fötus unterbrochen. Der Fötus leidet dann unter Sauerstoffmangel; dauert dieser Zustand länger als 5 Minuten an, können Hirnschäden die Folge sein.
Befruchtung, Schwangerschaft und Entwicklung
Die Befruchtung erfolgt in einem der Eileiter. Die Zygote erreicht die Gebärmutter, nistet sich in der Schleimhaut ein und der Embryo bildet sich. Es entwickeln sich die Plazenta, die Nabelschnur und die Fruchtblase (Amnionhöhle). Nach 3 Monaten schlägt das Herz und das Wesen wird fortan Fötus genannt. Nach sechs Monaten sind das Nervensystem, der Kreislauf und das Ausscheidungssystem entwickelt; zudem ist das Geschlecht erkennbar. Nach 9 Monaten endet die Entwicklung.
Sterilität und assistierte Reproduktion
Sterilität: Die Unfähigkeit, Kinder zu bekommen. Die Ursachen können sowohl beim Mann als auch bei der Frau liegen.
- Beim Mann: Eine unzureichende Anzahl von Spermien, die Produktion unreifer Spermien mit geringer Mobilität oder fehlerhafte Spermien, die das Ei nicht befruchten können. Zudem können Störungen den Durchgang der Spermien verhindern, wie z. B. eine Entzündung der Samenleiter.
- Bei der Frau: Verschluss der Eileiter, Ausbleiben des Eisprungs (Ovulation) durch hormonelle Störungen (verursacht durch Unterernährung oder andere gesundheitliche Probleme) sowie Schwierigkeiten bei der Einnistung der Zygote in der Gebärmutterschleimhaut. In manchen Fällen findet zwar eine Befruchtung statt, aber der Embryo entwickelt sich nicht weiter.
Techniken der assistierten Reproduktion
Künstliche Befruchtung (Insemination): Diese wird angewendet, wenn die Unfruchtbarkeit auf der Unfähigkeit der Spermien beruht, die Eizelle zu befruchten. Dabei wird der Samen des Mannes zum Zeitpunkt des Eisprungs künstlich in die Gebärmutter der Frau eingeführt.
In-vitro-Fertilisation (IVF): Diese Methode wird angewendet, wenn Frauen Probleme mit dem Eisprung oder der Einnistung des Embryos haben. Die Frau unterzieht sich einer Hormonbehandlung, damit mehrere Eizellen produziert werden.
Methoden der Empfängnisverhütung
- Natürliche Methoden: Ogino-Knaus-Methode, Basaltemperaturmessung, Beobachtung des Zervixschleims.
- Mechanische Methoden: Frauenkondom, männliches Kondom, Diaphragma, Intrauterinpessar (IUP/Spirale).
- Chemische Methoden: Spermizide, Antibabypille.
- Chirurgische Methoden: Tubenligatur, Vasektomie.
Gesunde Gewohnheiten in der Sexualität
Regelmäßige Hygiene, die Verwendung von Kondomen, die Vermeidung erniedrigender Aktivitäten, die Suche nach erwachsenen Gesprächspartnern des Vertrauens sowie die Rücksprache mit einem Arzt sind wichtige Aspekte einer gesunden Sexualität.