Der Frankismus 1939–1959: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

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Der Frankismus: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bis 1959

Nach dem Sieg im Bürgerkrieg am 18. Juli 1939 entstand in Spanien eine Militärdiktatur unter Francisco Franco. Die Diktatur richtete sich gegen die Zweite Republik, gegen Sozialismus und Kommunismus sowie gegen Liberalismus. Ihre Ideologie stützte sich auf einen starken, zentralisierten Staat, der von der katholischen Soziallehre und dem nationalen Syndikalismus inspiriert war.

Die Stützen des Regimes

Das Franco-Regime wurde vor allem von der Armee, der Kirche, der Falange, den Großgrundbesitzern, Industriellen, Finanziers und dem katholischen Bauerntum getragen. Die Falange, die einst eine eigene Partei war, wurde zur staatstragenden Einheitspartei. Die Armee besetzte zentrale Posten in Regierung und Verwaltung.

Machtausbau in den 1940er Jahren

In den 1940er Jahren nahmen die politische und militärische Macht Francos enorm zu. 1939 erhielt er die Befugnis, Gesetze zu erlassen. Die Falange prägte mit einem faschistisch geprägten Programm die Politik. Sie kontrollierte die Medien und die Presse und bemühte sich, das Regime durch einen organischen Verfassungsentwurf zu institutionalisieren. Die Gewerkschaften wurden zu vertikalen Syndikaten umgebaut, die die Arbeitsbeziehungen im Sinne des Regimes organisierten.

Die Cortes und die Nachfolgefrage

Die Cortes waren ein konservatives Scheinparlament, das direkt vom Staat ernannt wurde. Verfassungsrechtliche Garantien für Grundrechte gab es kaum. Ein Referendum über die Ley de Sucesión (Nachfolgegesetz) von 1947 bestätigte Spanien als Monarchie, wobei Franco als Staatschef auf Lebenszeit bestimmt wurde und die Nachfolge offen blieb. Der Thronanspruch Don Juans, des Sohnes des Exkönigs Alfons XIII., wurde übergangen; Juan Carlos sollte später in Spanien ausgebildet werden.

Außenpolitik im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg blieb Spanien neutral, neigte aber den Achsenmächten zu. Spanien lieferte Rohstoffe wie Wolfram und Nahrungsmittel. Im Oktober 1940 traf Franco Hitler in Hendaye, doch ein Kriegseintritt Spaniens kam nicht zustande. Die Blaue Division kämpfte an der Seite Deutschlands gegen die Sowjetunion. Nach dem Krieg wurde Spanien von den Vereinten Nationen zunächst isoliert; erst ab den 1950er Jahren verbesserten sich die Beziehungen, insbesondere durch den Westen im Kalten Krieg.

Wirtschaftspolitik: Autarkie

Die Wirtschaftspolitik der 1940er Jahre war von der Autarkie geprägt. Ziel war eine wirtschaftlich unabhängige Nation. Der Staat griff stark in das Wirtschaftsleben ein; Import und Export unterlagen strikter Kontrolle, Importlizenzen wurden nur an ausgewählte Unternehmen vergeben. Der wirtschaftliche Nationalismus und Protektionismus führten jedoch zu Mangel, Inflation und einer schwachen Entwicklung bis in die 1950er Jahre.

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