Geschichte und Stile der Gartenkunst: Ein Leitfaden
Work Unit 7: Geschichte der Gartenkunst
1. Anwendungen von Gärten im Laufe der Geschichte
Gärten erfüllen je nach Epoche und Zweck unterschiedliche Funktionen. Beispiele:
- Ort der Ruhe und Erholung: Fokus auf Ästhetik und dekorative Gestaltung.
- Nutzgarten: Fokus auf den Anbau von Obst, aromatischen Heilpflanzen und Gemüse.
- Botanischer Garten: Ort des Studiums, an dem Pflanzenfamilien systematisch angeordnet und Akklimatisierungsprozesse beobachtet werden.
2. Stile der Gärten im Laufe der Geschichte
Man unterscheidet zwischen formellen und informellen, geradlinigen und gewundenen sowie architektonischen und naturnahen Stilen.
3. Ursprünge: Ägypten und China
Die Gartenkunst entwickelte sich unabhängig voneinander in Ägypten und China:
- Ägyptische Gärten: Kleine, bewässerte Nutzgärten in der Wüste.
- Chinesische Gärten: Kaiserliche Jagdparks, die zu ihrer Zeit die artenreichste Flora der Welt beherbergten.
4. Vier wichtige Epochen der Gartengeschichte
- Griechenland und Rom vor dem 5. Jahrhundert.
- Persische und arabische Gärten (9. bis 14. Jahrhundert).
- Italienische Renaissance bis zum französischen Garten des 18. Jahrhunderts.
- Moderne Gärten und öffentliche Parks des 20. und 21. Jahrhunderts.
5. Dominanz des geometrischen Gartens
Regelmäßige, geometrische Gärten dominierten über Jahrhunderte, da sie in häuslichen Umgebungen leichter zu pflegen waren und Ordnung sowie menschliche Kontrolle über die Natur widerspiegelten.
6. Trends in der Gartenentwicklung
- Trend 1: Von Ägypten über Rom und die italienische Renaissance (Statuen, Brunnen, Laubengänge) bis zum französischen Garten (Symmetrie, Größenwahn).
- Trend 2: Fokus auf Pflanzenvielfalt, Kanäle und Innenhöfe (Persien, arabischer Garten, andalusischer Patio).
- Trend 3: Ausgehend von China und Japan, beeinflusst durch den englischen Landschaftsgarten bis hin zu modernen nordischen Standards.
7. Merkmale des ägyptischen Gartens
- Hoch entwickelte Anordnung.
- Starker Sinn für Ästhetik.
- Fortgeschrittene landwirtschaftliche Techniken.
- Ausgeklügelte hydraulische Systeme.
8. Entwicklung des römischen Gartens
Ursprünglich als rustikale Nutzgärten angelegt, entwickelten sie sich zu prächtigen Ziergärten, die nicht mehr nur der Oberschicht vorbehalten waren.
9. Gärten des Mittelalters
- Vergel: Obstbäume in Reihen, Sträucher und Zierpflanzen.
- Nutzgarten: Heilkräuter (Minze, Salbei, Rosmarin, Thymian, Basilikum) und Hülsenfrüchte.
- Ziergarten: Rosen, Veilchen, Maiglöckchen, Jasmin, Hyazinthen und Flieder.
10. Merkmale des hispanischen Gartens
- Wasser als zentrales dekoratives Element.
- Verwendung von bunten Keramikfliesen.
- Typische Pflanzen: Zypressen, Orangen- und Zitronenbäume, Buchsbaum, Lavendel und Geranien.
- Schlichte Dekoration aufgrund religiöser Vorgaben (Verzicht auf menschliche Figuren).
11. Merkmale des italienischen Gartens
- Skulpturale Qualität und symmetrische Anordnung auf Hügeln.
- Intellektuelle Gestaltung zur Anregung des Geistes.
- Integration von Labyrinthen.
- Künstliche Wasserspiele als Symbol für Fruchtbarkeit.
12. Merkmale des französischen Gartens
- Reaktion auf den italienischen Stil mit Fokus auf Symmetrie.
- Das Gebäude steht im Hintergrund.
- Hauptachsen durch baumbestandene Alleen.
- Großzügiger Einsatz von Wasser, insbesondere durch Brunnen.
13. Merkmale des englischen Gartens
- Unregelmäßiger, natürlicher Stil.
- Vielfältige Blumenbeete und abwechslungsreiche Bepflanzung.
- Integration von architektonischen Elementen wie Tempeln und Obelisken.
- Fokus auf Einfachheit und gartenbauliches Interesse.
14. Der moderne mediterrane Garten
Dieser Stil dient der Entspannung. Er zeichnet sich durch Pools mit blauen Fliesen, große Sonnenschirme, Terrassen sowie Zypressen und Zitrusfrüchte aus, die für Farbe, Aroma und starke Kontraste sorgen.