Grundlagen der Buchhaltung: Aktiva, Passiva und Eigenkapital

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Einstufung der Passiva (Verbindlichkeiten)

Wie bei den Aktiva sind auch bei den Passiva alle Werte von gleicher Art und dienen ähnlichen Zwecken. Um die Bemessungsgrundlage zu klassifizieren, wird der Grad der Fälligkeit herangezogen (höher oder niedriger, basierend auf der Verpflichtung, Verbindlichkeiten zu zahlen). Wenn die Frist kurz ist, gilt sie als vorgeschrieben, und wenn sie länger ist, als weniger durchsetzbar.

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Diese erste Gruppe der Einstufung besteht aus allen Schulden und kurzfristigen Anleihen (Laufzeit unter einem Jahr), deren Hauptmerkmal eine ständige Bewegung oder Rotation ist. Die wichtigsten Verpflichtungen dieser Gruppe sind:

  1. Lieferanten: Der Wert der Schulden, die das Unternehmen durch den Kauf von Waren auf Kredit bei seinen Lieferanten hat, oder für Material, das zur Herstellung der verkauften Produkte verwendet wird.
  2. Kurzfristige Schuldscheindarlehen: Der Wert der Schuldscheine und Wechsel, die das Unternehmen für Dritte unterzeichnet hat, um Einkäufe auf Kredit oder sonstige kurzfristige Betriebe abzusichern.
  3. Verschiedene Gläubiger: Die Höhe der Verbindlichkeiten aus Kreditkäufen oder Darlehen durch Dritte, die keine Rohstoffe oder Waren betreffen.
  4. Geschuldete Mehrwertsteuer (abzuführende MwSt.): Die Höhe der Mehrwertsteuer, die das Unternehmen auf seine Verkäufe von Waren oder andere Operationen erhebt.

Langfristige Verbindlichkeiten (Fixed Liabilities)

Diese Gruppe besteht aus Schulden und langfristigen Anleihen (Laufzeit von mehr als einem Jahr). Dies sind Schulden, die vertraglich vereinbart wurden, um Investitionen im Geschäft zu tätigen und dieses zu stärken. Die wichtigsten Forderungen dieser Gruppe sind:

  1. Hypothekengläubiger: Der Wert der Schulden für gewährte Darlehen, die durch Immobilien (Grundstücke oder Gebäude) besichert sind.
  2. Langfristige Schuldscheindarlehen: Der Wert der Noten oder Wechsel mit einer Laufzeit von über einem Jahr, die das Unternehmen gegenüber Dritten unterzeichnet hat.

Latente Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzung

Diese Gruppe besteht aus im Voraus erhaltenen Beträgen für Leistungen, die noch zu erbringen sind. Es handelt sich um Verpflichtungen, die im Laufe der Zeit zu Produkten oder Erträgen verarbeitet werden, aber derzeit einen Rückzahlungswert im Falle einer Stornierung darstellen. Die wichtigsten Aufgaben dieser Gruppe sind:

  1. Im Voraus erhaltene Umsätze: Einkünfte, die die Gesellschaft im Voraus von Kunden oder für Dienstleistungen erhalten hat.
  2. Im Voraus erhaltene Zinsen: Zinsen, die das Unternehmen im Voraus für die Nutzung von Krediten oder Spekulationen berechnet hat.

Wichtige Eigenkapitalkonten (Equity)

Das Eigenkapital stellt das Nettovermögen des Unternehmens dar. Seine Präsenz in der Bilanz zeigt die Stärke und Zahlungsfähigkeit. Es wird durch den Abzug der Verbindlichkeiten von den Aktiva bestimmt. Die Kernwerte sind:

  • Kapital: Die Höhe der Beiträge der Partner oder Arbeitgeber in bar oder Sachleistungen zu Beginn der Tätigkeit.
  • Gewinn: Die Höhe der Gewinne oder Verluste am Ende des Geschäftsjahres (1. Januar bis 31. Dezember), bevor sie verteilt werden. Monatliche Ergebnisse werden akkumuliert.
  • Kumulierter Gewinn (Verlust): Die Ergebnisse, die das Unternehmen im Laufe seines Bestehens erzielt hat.

Klassifizierung der Gewinn- und Verlustrechnung

Aufwendungen (Deudoras)

  1. Herstellungskosten (Cost of Sales): Die Differenz, die sich wie folgt ergibt:
    • a) Anfangsbestand + Einkauf + Aufwendungen für Einkäufe = Gesamte umgeschlagene Güter.
    • b) Gesamte Güter - Endbestand = Herstellungskosten.
  2. Vertriebskosten:
    • Gehälter der Vertriebsabteilung
    • Leistungen für Verkaufspersonal
    • Provisionen für Agenten
    • Werbung und Propaganda

Bilanzierung: Im Laufe des Jahres entsprechen diese Kosten den Investitionen zur Verkaufsförderung. Sie sind als direkte Kosten bekannt und werden immer belastet. Am Ende des Jahres werden sie auf das Einkommen übertragen.

Verwaltungskosten

Gebühren für:

  • Gehälter der Verwaltungsabteilung
  • Leistungen für Verwaltungspersonal
  • Schreibwaren und Bürobedarf
  • Post und Telekommunikation

Staatliches Rechnungswesen (Government Accounting)

Dies betrifft die Entwicklung in staatlichen Stellen, Gemeinden und Departements. Es handelt sich um staatliche Bilanzierungen, an denen oft auch Wirtschaftsprüfer in Universitäten oder Schulen mitwirken.

Arten von Benutzern: Extern und Intern

Externe Nutzer:

  • Gläubiger: Personen oder Institutionen, denen Geld geschuldet wird. Sie entscheiden über die Kreditwürdigkeit.
  • Aktionäre: Personen, die Kapital beigesteuert haben und Miteigentümer sind.
  • Finanzanalysten: Bewerten die finanzielle Leistungsfähigkeit börsennotierter Unternehmen.
  • Öffentlichkeit / Investoren: Personen mit Mitteln zur Förderung von Projekten, die die Unternehmensgeschichte prüfen.
  • Regulierungsbehörden: Stellen wie die Banken- und Börsenaufsicht (z. B. NBSC), die Quartalsberichte fordern.
  • Regierungsbehörden: Da Unternehmen Steuern zahlen müssen, ist der Staat ein Hauptnutzer der Buchhaltung.

Interne Nutzer: Direktoren, Manager und Abteilungsleiter überwachen die Leistung. Ihre Informationen sind detaillierter und nicht durch externe Gesetze, sondern durch internen Bedarf geregelt.

Grundlegende Postulate der wirtschaftlichen Einheit

  1. Einheit (Entidad): Das Unternehmen ist unabhängig von seinen Aktionären oder Gläubigern. Ziel ist es, die Vermischung privater und geschäftlicher Tätigkeiten zu vermeiden.
  2. Realisierung (Realizacion): Bestimmt den Zeitpunkt, an dem Transaktionen buchhalterisch erfasst werden (z. B. bei Kreditverkäufen zum Zeitpunkt des Geschäfts, nicht erst bei Zahlung).
  3. Rechnungsperiode (Zeit Contable): Gewinne werden in festen Perioden (monatlich, jährlich) ermittelt, unabhängig von der Fortführung des Geschäfts.

Postulate über die Quantifizierung der Betriebe

  1. Historischer Anschaffungswert: Rechte und Eigentum sollten zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet werden, auch wenn Marktpreise höher sind.
  2. Unternehmensfortführung (Business in Marcha): Es wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen unbestimmt weiter existiert, außer im Falle einer Liquidation.
  3. Wirtschaftliche Dualität: Jede Ressource (Aktiva) hat eine Quelle (Passiva oder Eigenkapital). Jede Transaktion beeinflusst beide Seiten.

Postulate über die Präsentation von Finanzberichten

  1. Offenlegung (Suficiente): Jahresabschlüsse müssen klar und verständlich sein und alle notwendigen Informationen (inkl. Erläuterungen) enthalten.
  2. Wesentlichkeit (Relativa): Informationen müssen ausgewogen und nach Nutzen zusammengefasst sein.
  3. Stetigkeit (Consistencia): Regeln müssen konsistent angewendet werden, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Änderungen müssen begründet werden.

Struktur des Rechnungswesens

Die Rechnungslegungsgrundsätze (jetzt FRS) garantieren Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit. Es gibt besondere Regeln für Bewertung und Darstellung, oft veröffentlicht durch Fachverbände (z. B. MIPA).

  • Vorsichtsprinzip (Prudential): Bei Unsicherheit sollte die weniger optimistische Alternative gewählt werden.
  • Einkommen: Mittel aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen.
  • Kosten: Verbrauch von Vermögenswerten zur Erzielung von Einnahmen.

Einstufung der Aktiva (Vermögenswerte)

Aktiva sind wirtschaftliche Ressourcen, von denen zukünftiger Nutzen erwartet wird.

Umlaufvermögen

Güter und Rechte, die ständig in Bewegung sind und leicht zu Bargeld gemacht werden können:

  1. Kassenbestand (Kleingeld): Für Zahlungen unter 2.000 USD.
  2. Kasse: Alle Geldeingänge vor der Bankeinzahlung.
  3. Banken: Guthaben auf Girokonten für Zahlungen über 2.000 USD.
  4. Warenbestand: Wert der zum Verkauf stehenden Güter.
  5. Kunden: Forderungen aus Warenverkäufen auf Kredit.
  6. Forderungen aus Dokumenten: Wechsel oder Schuldscheine von Dritten.
  7. Verschiedene Schuldner: Darlehen an Mitarbeiter oder Dritte (keine Warenverkäufe).
  8. Anrechenbare MwSt.: Gezahlte Vorsteuer auf Einkäufe.
  9. Kurzfristige Finanzanlagen: Verfügbare Mittel für unvorhergesehene Ereignisse.

Anlagevermögen (Asset-Klassifizierung)

Güter für die dauerhafte Nutzung im Betrieb:

  1. Grundstücke: Wert des Grundbesitzes.
  2. Gebäude: Wert der Firmensitze.
  3. Möbel und Geschäftsausstattung: Büroeinrichtung.
  4. EDV-Ausstattung: Elektronische Datenverarbeitungsgeräte.
  5. Fuhrpark: Fahrzeuge für die Logistik.
  6. Maschinen: Anlagen zur Produktion.
  7. Kautionen: Hinterlegte Gelder (z. B. für Leasingverträge).
  8. Wertpapiere: Aktien oder Anleihen anderer Unternehmen zur Erzielung von Dividenden.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (Latente Aktiva)

Im Voraus gezahlte Beträge für künftige Leistungen:

  1. Installationskosten: Kosten für die Einrichtung von Büros oder Maschinen.
  2. Organisationskosten: Kosten für die Aufnahme des Geschäftsbetriebs.
  3. Vorausbezahlte Versicherungsprämien: Schutz für Eigentum und Personal.
  4. Vorausbezahlte Mieten: Mietzahlungen im Voraus.
  5. Vorausbezahlte Zinsen: Zinsen für Kredite, die im Voraus entrichtet wurden.

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