Grundlagen der Ernährung und therapeutische Diäten
Nährstoffe und ihre Funktionen
Nährstoffe sind Substanzen, die in Lebensmitteln enthalten sind. Sie dienen dazu, die Gesundheit zu erhalten und stellen die notwendige Energie bereit, um zu leben.
- Kohlenhydrate: 55 % (1 g liefert 4 kcal)
- Eiweiß: 15 %
- Fett: 30 % (1 g liefert 9 kcal)
Definitionen: Kalorien und Stoffwechsel
Kalorie: Die Energie, die benötigt wird, um 1 Gramm Wasser um 1 Grad Celsius zu erwärmen (speziell von 14,5 auf 15,5 °C).
Kilokalorie (kcal): Die Energie, die benötigt wird, um die Temperatur von 1 Kilogramm (bzw. 1 Liter) Wasser von 14,5 auf 15,5 °C zu erhöhen.
Metabolismus (Stoffwechsel): Körperliche Prozesse, durch die Energie gewonnen wird, um die Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten. Dabei entstehen auch Abfallprodukte, die ausgeschieden werden müssen, da ihre Ansammlung der Gesundheit schadet.
Energiebilanz und Untersuchung
Energiebilanz: Die Steuerung der Energiezufuhr durch eine geeignete Auswahl an Lebensmitteln.
Anamnese und Gewichtskontrolle (BMI)
- Normalgewicht: BMI 20–25
- Übergewicht: BMI > 25–30
- Leichte Adipositas: BMI > 30–35
- Moderate Adipositas: BMI > 35–40
- Morbide Adipositas: BMI > 40
Diätetik und Ernährungsplanung
Diätetik: Die Wissenschaft von der Untersuchung der Ernährung zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit.
Ernährung: Die Planung der Lebensmittelaufnahme, welche die notwendigen Nährstoffe in der erforderlichen Menge und Qualität enthält, um die Gesundheit zu pflegen oder wiederherzustellen.
- Ausgewogene Ernährung: Diese sollte individuell angepasst sein, um die Gesundheit zu erhalten, und muss an die jeweilige körperliche Aktivität angepasst werden.
- Therapeutische Diäten (Diättherapie): Diese werden eingesetzt, um die Genesung zu fördern, wenn die Gesundheit beeinträchtigt ist.
Einteilung der Diäten nach Konsistenz
- Absolute Diät: Nahrungskarenz zur Ruhe des Magens vor Operationen oder Blutanalysen.
- Flüssigdiät: Postoperative Ernährung (NPO – Nil per os).
- Semiblanda (Halbweiche Diät): Pürierte Kost, die auf die Flüssigdiät folgt.
- Blanda (Leichte Vollkost): Feste Nahrung mit sehr weicher Konsistenz, wie zum Beispiel Tortilla.
Spezielle therapeutische Diätformen
- Hypokalorische Diät: Zur Gewichtsreduktion bei Übergewicht oder Adipositas.
- Hyperkalorische Diät: Erhöhte Kalorienzufuhr, insbesondere durch Kohlenhydrate und Fette (z. B. bei Anorexie).
- Hyperproteische Diät: Zur Behandlung von Mangelzuständen, bei Dekubitus oder für Patienten mit Verbrennungen.
- Hypoproteische Diät: Reduzierung der Proteinmenge bei Nierenerkrankungen.
- Hypoglykämische Diät: Reduzierung von Kohlenhydraten bei Hyperglykämie.
- Hyposodische Diät: Reduzierung der Salzaufnahme bei Hypertonie (Bluthochdruck).
- Hypocholesterinämische Diät: Erhöhung von pflanzlichen Fetten und Fischölen bei erhöhtem Cholesterinspiegel.
- Astringierende Diät: Einsatz bei Durchfall zur Festigung des Stuhls.
- Laxierende Diät: Einsatz bei Verstopfung; wichtig sind adäquate Wassermengen, körperliche Bewegung und ballaststoffreiche Ernährung.
Technik der Sondenfüttterung (Nasogastrale Sonde)
Die Ernährung erfolgt über eine Nasensonde, die an eine Ernährungspumpe angeschlossen ist. Der Durchfluss wird in ml/h geregelt. Die Nährstoffbeutel werden in der Krankenhausapotheke vorbereitet. Die Assistenz ist für den Wechsel der Beutel und des Tropfsystems verantwortlich.
Ostomien zur Ernährung
Für Patienten, die nicht über eine nasogastrale Sonde ernährt werden können, gibt es drei Arten der operativen Zugänge:
- Gastrostomie
- Duodenostomie
- Jejunostomie