Grundlagen der Linguistik: Kommunikation, Text & Argumentation
Kommunikation: Grundlagen und Elemente
Kommunikation ist der Prozess, der Informationen übermittelt.
Elemente der Kommunikation
- Sender (Emisor): Der tatsächliche Ursprung oder die Person, die die Kommunikationshandlung ausführt.
- Empfänger (Receptor): Das Ziel des kommunikativen Aktes.
- Nachricht (Mensaje): Die Information, die vom Sender an den Empfänger übertragen wird.
- Kanal (Canal): Das Medium, über das die Nachricht übertragen wird. Dies kann natürlich (z.B. Luft, Berührung) oder künstlich (z.B. Telefon, E-Mail) sein.
- Kontext (Contexto): Die Situation, in der sich die Kommunikation entwickelt.
- Code (Código): Ein System von Zeichen mit systematisierten Regeln, die deren Verwendung ermöglichen.
Arten von Zeichen
Zeichen können auf verschiedene Weisen wahrgenommen werden:
- Visuell: Eine Umarmung, Bilder.
- Geschmack: Aromen.
- Olfaktorisch: Geruch.
- Auditiv: Geräusche.
Man unterscheidet zwischen:
- Natürlichen Zeichen
- Künstlichen Zeichen: Diese sind konventionell und willkürlich.
- Symbolen: Zum Beispiel ein Bild oder Flaggen.
Funktionen der Sprache
- Referentielle/Repräsentative Funktion (f. representativa): Verwendet Aussagesätze und Verben im Indikativ.
Beispiel: „Ich gehe nicht zum Picknick.“ - Expressive/Emotive Funktion (f. expresiva): Verwendet Ausrufe- oder Fragesätze und Wörter mit emotionaler Aufladung.
Beispiel: „Aber wie schön du bist, mein Mädchen!“ - Appellative/Konative Funktion (f. apelativa): Verwendet Ausrufe und Verben im Imperativ.
Beispiel: „Pedro, komm her!“ - Phatische Funktion (f. phatica): Dient dazu, den Kontakt aufrechtzuerhalten oder zu überprüfen, oft durch Füllwörter oder kurze Fragen.
Beispiel: „Okay?“, „Nicht wahr?“ - Metalinguistische Funktion (f. metalingüística): Bezieht sich auf die Sprache selbst, ihre Bedingungen und Regeln.
- Poetische Funktion (f. poética): Nutzt sprachliche Ressourcen, um Überraschung oder ästhetischen Genuss hervorzurufen.
Beispiel: Reime, Vergleiche.
Sprachliche Zeichen: Aufbau und Eigenschaften
Sprachliche Zeichen sind künstliche Zeichen, die aus drei Elementen bestehen:
- Signifikant: Besteht aus Zeichen oder Buchstaben, die Wörter bilden.
- Signifikat (Bedeutung): Das Konzept oder die Vorstellung, die das Zeichen vermittelt.
- Referent (Referenz): Die außersprachliche Realität, auf die sich das Zeichen bezieht.
Eigenschaften sprachlicher Zeichen
- Konventionell: Die Beziehung zwischen Signifikant und Signifikat ist das Ergebnis einer sozialen Vereinbarung.
- Willkürlich: Es gibt keine intrinsische Motivation, die Signifikanten mit ihren Bedeutungen verbindet.
- Veränderlich: Sprachliche Zeichen können sich im Laufe der Zeit in ihrer Bedeutung oder Form entwickeln.
- Linear: Sie entfalten sich nur in der Zeit (z.B. gesprochene Sprache).
- Gelenkt (Doppelte Artikulation): Sprachliche Zeichen zerfallen in zwei Gliederungsebenen:
- Erste Gliederung (Moneme/Morpheme): Einheiten mit minimaler Bedeutung. Diese können lexikalische Bedeutung (Lexeme) oder grammatikalische Bedeutung (Morpheme, z.B. Geschlecht, Zahl) tragen.
Beispiel: „calv/o/s“ (calv- als Lexem, -o/-s als Morpheme für Geschlecht/Zahl). - Zweite Gliederung (Phoneme): Die kleinsten bedeutungslosen Einheiten, die zur Unterscheidung von Bedeutungen dienen.
Beispiel: /k/ /a/ /l/ /v/ /o/ /s/.
- Erste Gliederung (Moneme/Morpheme): Einheiten mit minimaler Bedeutung. Diese können lexikalische Bedeutung (Lexeme) oder grammatikalische Bedeutung (Morpheme, z.B. Geschlecht, Zahl) tragen.
Die Erzählung: Struktur und Elemente
Eine Erzählung besteht aus der Wiedergabe realer oder imaginärer, wunderbarer oder malerischer Ereignisse, die sich in einer bestimmten Zeit und an einem konkreten Ort abspielen. Die Fakten werden von einem Erzähler in einer festgelegten chronologischen Reihenfolge dargelegt. Erzähltexte zeichnen sich durch das Prinzip der Wahrscheinlichkeit aus.
Elemente der Erzählung
- Erzähler: Der virtuelle Sender der Erzählung. Der Erzähler kann intern in die Handlung eingebunden sein (als Figur) oder extern (nicht Teil der Geschichte).
- Figuren (Charaktere): Die Akteure, die die erzählten Ereignisse erleben und die der Geschichte Glaubwürdigkeit verleihen. Man unterscheidet:
- Hauptfiguren: Um sie dreht sich die Geschichte.
- Nebenfiguren: Ihre Aufgabe ist es, die Hauptfiguren zu unterstützen oder zu ergänzen.
- Zeit: Der Zeitraum, den die Handlung einnimmt. Dies kann von einem Moment bis zu einem ganzen Leben reichen. Die Erzählzeit kann schnell oder langsam sein, je nachdem, wie die erzählte Zeit dargestellt wird.
- Raum: Der Ort, an dem die Figuren ihre Handlungen entwickeln. Er kann fiktiv oder real sein und das Verhalten der Figuren beeinflussen oder einschränken.
Arten von Figuren
- Typenhafte Figuren: Ihre Merkmale sind generisch oder stereotypisch.
- Individuelle Figuren: Ihre Besonderheiten sind ausgeprägt.
- Statische Figuren: Ihre Eigenschaften ändern sich im Verlauf der Geschichte nicht.
- Dynamische Figuren: Ihre Eigenschaften und ihr Verhalten ändern sich im Laufe der Erzählung.
Die Beschreibung: Merkmale und Typen
Die Beschreibung dient dazu, Menschen, Objekte, Tiere oder andere Realitäten sprachlich darzustellen. Im Gegensatz zur Erzählung ist die Beschreibung statisch; sie entwickelt keine Handlung. Ihre Funktion besteht darin, Merkmale und Eigenschaften der beschriebenen Realitäten zu vermitteln.
Typen der Beschreibung
Es gibt zwei Haupttypen der Beschreibung:
- Technische oder objektive Beschreibung: Stellt die Realität so wahrheitsgemäß und genau wie möglich dar. Ihr Zweck ist praktisch und informativ, wobei die Merkmale objektiv, geordnet und präzise dargestellt werden.
- Literarische Beschreibung: Zielt darauf ab, Schönheit zu schaffen. Sie muss nicht präzise sein, aber glaubwürdig, und spielt eine vorherrschende ästhetische Rolle.
Untertypen der Beschreibung
Innerhalb der Beschreibung können verschiedene Ansätze unterschieden werden:
- Aufzählende Beschreibung (Liste): Sammelt Adjektive, die das beschriebene Objekt charakterisieren.
- Vergleichende Beschreibung: Vergleicht die Adjektive des beschriebenen Objekts mit denen eines anderen Objekts derselben Art.
- Metaphorische Beschreibung: Vergleicht das Objekt mit anderen Adjektiven oder Beschreibungen eines Objekts anderer Art, oft durch Metaphern.
Sprachliche Merkmale beschreibender Texte
In beschreibenden Texten werden häufig folgende sprachliche Mittel verwendet:
- Überwiegende Verwendung von Verben im Präsens und Imperfekt des Indikativs.
- Häufiges Vorkommen von Substantiven und Adjektiven.
- Verwendung von Kopulativstrukturen (z.B. „ist“, „scheint“).
- Einsatz literarischer Stilmittel wie Vergleich, Metapher, Synästhesie, Metonymie und Alliteration.
Die Exposition: Zweck, Typen und Struktur
Die Exposition dient dazu, ein bestimmtes Thema so darzustellen, dass es vom Empfänger verstanden wird. Ihr Hauptzweck ist informativ.
Arten der Exposition
- Informative Exposition: Der Autor informiert klar und objektiv. Sie ist leicht verständlich.
- Spezialisierte Exposition: Behandelt eine wissenschaftliche oder komplexe Frage. Die Sprache ist hier oft nicht einfach und erfordert Fachkenntnisse.
Struktur der Exposition
- Analysierende/Deduktive Struktur: Die Hauptidee wird am Anfang des Textes etabliert und dann detailliert ausgeführt.
- Synthetisierende/Induktive Struktur: Einzelne Ideen oder Beobachtungen führen schrittweise zu einer abschließenden Hauptidee.
- Parallelistische Struktur: Ideen sind gleich wichtig und keine ist der anderen untergeordnet.
- Eingerahmte Struktur (Encuadrada): Die Hauptidee wird am Anfang entwickelt und am Ende des Textes im Fazit wieder aufgegriffen.
Sprachliche Merkmale der Exposition
Die Grundregeln der Exposition sind Klarheit und Ordnung. Ihre sprachlichen Merkmale lassen sich unterteilen in:
- Syntaktische Merkmale:
- Vorherrschaft von Verbformen im Präsens oder Imperfekt.
- Häufigkeit von koordinierten Sätzen.
- Verwendung von adjektivischen oder adverbialen Nebensätzen.
- Einsatz spezifischer Adjektive.
- Lexikalische Merkmale:
- Basieren auf einem mehr oder weniger spezifischen Vokabular, abhängig von der Art und Funktion des Textes.
- Die referentielle Funktion der Sprache ist vorherrschend.
Die Argumentation: Aufbau und Überzeugungskraft
Die Argumentation dient dazu, Gründe anzuführen, die die Wahrheit oder Falschheit einer Meinung oder Idee belegen oder widerlegen. Sie soll zudem überzeugen.
Elemente der Argumentation
Eine Argumentation besteht aus drei Hauptelementen:
- These: Die grundlegende Idee oder Behauptung, über die reflektiert wird. Sie kann am Anfang der Argumentation (deduktiv) oder am Ende (induktiv) stehen.
- Entwicklung/Argumente: Besteht aus den verschiedenen Gründen oder Beweisen, die die These bestätigen oder widerlegen.
- Schlussfolgerung: Die endgültige Bestätigung der ursprünglich aufgestellten These. Sie kann auch neue Ideen für die weitere Entwicklung des Textes vorschlagen.
Qualität von Argumenten
- Relevanz: Das Argument muss in direktem Zusammenhang mit der These stehen.
- Wirksamkeit: Das Argument sollte zum gewünschten Ergebnis führen.
- Stärke: Die Stärke der Argumente hängt davon ab, wie leicht sie widerlegt werden können. Man unterscheidet zwischen schwachen (leicht widerlegbaren) und soliden (schwer widerlegbaren) Argumenten. Irrefutable Argumente können nicht bestritten werden.
Arten von Argumenten
Argumente können verschiedene Formen annehmen, darunter:
- Rationale Argumente: Basieren auf Logik und Vernunft. Dazu gehören:
- Schlussfolgerung (Deduktion): Besteht aus zwei Prämissen, aus denen eine zwingende Schlussfolgerung gezogen wird.
- Autoritätsargument: Beruft sich auf die Aussage einer anerkannten Autorität.
- Vergleichsargument: Zieht Paralleln zu ähnlichen Situationen oder Objekten.
- Metaphorisches Argument: Nutzt Metaphern, um eine Idee zu veranschaulichen oder zu untermauern.
- Weitere unterstützende Argumente, Zugeständnisse, Dementis und Gegenargumente.
Sprachliche Merkmale argumentativer Texte
- Verwendung verwandter Begriffe, die zu denselben semantischen Feldern gehören.
- Häufigkeit von Adjektiven mit wertender Bedeutung.
- Auftreten von Fachbegriffen (Technicismos).
- Tendenz zu präzisen Bedeutungen.
- Verwendung von Aussagesätzen, manchmal auch Frage- und Ausrufezeichen.
- Einsatz von Wiederholungen (Rekurrenzen).
- Verwendung von Textmarkern (z.B. „also“, „nun gut“, „deshalb“).
Ebenen der Organisation natürlicher Sprachen
Sprache ist ein perfekt strukturiertes Zeichensystem, das durch eine Reihe von Beziehungen und Abhängigkeiten organisiert ist. Eine Sprache ist auf verschiedenen Ebenen strukturiert:
- Phonologische Ebene: Befasst sich mit der Untersuchung der Phoneme. Die Phonologie ist die Wissenschaft, die diese Ebene studiert.
- Morphologische Ebene: Befasst sich mit der Untersuchung der Morpheme. Die Morphologie ist für diese Studie zuständig.
- Semantische Ebene: Ihr Ziel ist die Untersuchung der Wörter und ihrer Bedeutungen. Die Semantik gehört zu diesem Studienbereich.
- Syntaktische Ebene: Ihr Ziel ist die Analyse von Sätzen und die Untersuchung der Funktionen ihrer Elemente. Die Syntax ist für diese Analyse verantwortlich.
Der Text: Eigenschaften und Kohäsionsmechanismen
Ein Text ist eine vollständige Kommunikationseinheit, die aus einer Reihe von Sätzen mit Kohärenz und thematischer Einheit besteht und einen bestimmten Zweck verfolgt.
Eigenschaften eines Textes
- Angemessenheit (Adecuación): Der Text ist an die kommunikative Situation angepasst.
- Kohärenz (Coherencia): Bezieht sich auf die semantische Kompatibilität und die thematische Einheit des Textes. Sie basiert auf universellen Standards der Meinungsäußerung und gewährleistet, dass der Text keine absurden Bedeutungen enthält, keine unnötigen Ideen wiederholt und nicht im Widerspruch zum allgemeinen Wissen steht.
- Kohäsion (Cohesión): Bezieht sich auf die sprachlichen Elemente und Mechanismen, die den Zusammenhalt im Text herstellen.
Mechanismen der textuellen Kohäsion
Für einen angemessenen, kohärenten und kohäsiven Text sind folgende Verbindungen wichtig:
- Lexikalische Kohäsion:
- Wiederholung: Die Wiederholung eines Elements im selben Text, sei es durch die Wiederholung eines Wortes (Lexem) oder durch Synonyme.
- Anapher und Katapher: Verweise auf bereits genannte oder noch zu nennende Elemente.
- Deixis: Verweise auf die Sprechsituation (Personen, Ort, Zeit).
- Ellipse: Das Weglassen eines Satzteils, der implizit verstanden wird.
Es gibt zwei Hauptarten von Ellipsen:
- Nominale Ellipse: Betrifft hauptsächlich Pronomen oder das Weglassen eines Substantivkerns.
Beispiel: „Er ist so fröhlich wie John [fröhlich ist].“ - Verbale Ellipse: Erfordert das Weglassen einer verbalen Form.
Beispiel: „Nimmst du das Bier? [Ich nehme] einen Strohhalm.“
- Nominale Ellipse: Betrifft hauptsächlich Pronomen oder das Weglassen eines Substantivkerns.
- Konnektoren/Diskursmarker: Wörter oder Phrasen, die Übergänge und Verbindungen zwischen Sätzen oder Satzteilen herstellen und den Sinn im Allgemeinen verdeutlichen.
Es gibt zwei Arten von Markern:
- Satzmodifikatoren (Adverbien).
- Marker der Textfunktion.
Literaturgattungen
(Dieser Abschnitt ist im Originaldokument unvollständig.)