Grundlagen der Linguistik: Zeichen, Kommunikation und Sprache
Grundlagen der Linguistik
Zeichen sind Realitäten, die wir mit den Sinnen wahrnehmen (Sehen, Hören, Riechen etc.) und die eine bestimmte Bedeutung tragen.
Sprachliche Zeichen
Sprachliche Zeichen sind Signale, die bei der Bildung von Nachrichten in einer bestimmten Sprache verwendet werden. Sie bestehen aus zwei Elementen:
- Signifikant (Ausdruck): Eine Tatsache, die mit den Sinnen wahrgenommen wird und im Geist mit einer anderen Realität verbunden ist. Dies materialisiert sich in zwei Dimensionen: physisch (die Töne, die wir aussprechen) und psychisch (das mentale Bild der akustischen Klänge).
- Signifikat (Inhalt/Begriff): Das Konzept, auf das sich das Zeichen bezieht. Die Bedeutung kann dabei denotativ (objektiver, primärer Inhalt) oder konnotativ (subjektive Gefühle, Ideen oder kulturelle Assoziationen) sein.
Bedeutung und Sinn
- Sinn: Was der Absender einer Nachricht beabsichtigt (pragmatisch, variabel, nicht explizit verschlüsselt).
- Bedeutung: Die wörtliche, kodierte und konstante sprachliche Information der Nachricht.
Klassen von Zeichen
Zeichen, die vom Menschen zur Kommunikation erstellt wurden, besitzen zwei Merkmale: Sie sind konventionell (Ergebnis einer Vereinbarung) und kodiert (folgen festen Regeln).
- Symbole: Signale, die eine Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit aufweisen (z. B. Silhouette einer Frau an einer WC-Tür).
- Soziale/Kulturelle Symbole: Zeichen mit gesellschaftlicher oder religiöser Bedeutung (z. B. die Flagge eines Landes).
- Anzeichen/Symptome: Natürliche Phänomene ohne direkte Kommunikationsabsicht, die dennoch eine Information vermitteln.
Kommunikation
Kommunikation ist ein Prozess, bei dem ein Sender über einen Kanal in einem bestimmten Kontext eine Nachricht an einen Empfänger übermittelt, die auf einem gemeinsamen Code basiert.
Funktionen der Sprache
- Repräsentative Funktion: Berichterstattung über die Realität (z. B. „Die Jungen sprangen ins Wasser“).
- Expressive Funktion: Ausdruck von Gefühlen und Emotionen des Senders (z. B. „Ich hoffe, die Sonne geht auf!“).
- Phatische Funktion: Kontakt aufnehmen oder halten (z. B. „Hallo, verstehst du mich?“).
- Konative Funktion: Einflussnahme auf den Empfänger (z. B. „Ich lade dich ein, möchtest du einen Kaffee?“).
- Metasprachliche Funktion: Bezugnahme auf den Code oder die Sprache selbst (z. B. „David ist müde“).
- Poetische Funktion: Ästhetische Gestaltung der Form der Nachricht.