Informationssysteme im Unternehmen: Funktionen und Typen
Unterschiede: Funktionale Perspektive vs. Nutzersicht
Informationssysteme (IS) lassen sich aus zwei Perspektiven betrachten:
Funktionale Perspektive
- Vertriebs- und Marketingsysteme
- Fertigungs- und Produktionssysteme
- Finanz- und Rechnungswesen
- HR-Systeme
Sicht der Nutzer
- Transaction Processing Systems (TPS): Unterstützung für operative Aufgaben.
- Management-Informationssysteme (MIS) & Entscheidungsunterstützungssysteme (DSS): Unterstützung für Führungskräfte.
- Executive Support-Systeme (ESS): Unterstützung für die Geschäftsleitung.
Merkmale von Transaction Processing Systems (TPS)
- Computergestützte Ausführung und Aufzeichnung täglicher Geschäftstransaktionen.
- Beispiele: Auftragserfassung, Abrechnung, Lieferscheine.
- Dient der operativen Ebene.
- Ermöglicht Managern die Überwachung interner Abläufe und externer Geschäftsbeziehungen.
- Liefert Daten für nachgelagerte Systeme.
- Kritische Bedeutung: Systemausfälle können zum Zusammenbruch des Geschäftsbetriebs führen (z. B. bei Fluggesellschaften).
Vergleich: MIS, DSS und ESS
Management Information System (MIS)
- Fasst Daten aus TPS zusammen und erstellt regelmäßige Berichte.
- Nutzt einfache Routinen wie Zusammenfassungen und Vergleiche; keine komplexen mathematischen Modelle.
Decision Support System (DSS)
- Unterstützt das mittlere Management bei unstrukturierten Entscheidungen.
- Direkte Nutzung durch Entscheidungsträger.
- Kombiniert interne Daten (TPS/MIS) mit externen Quellen.
Executive Support System (ESS)
- Unterstützt die Geschäftsleitung bei strategischen, langfristigen Trends.
- Hilft bei nicht-routinemäßigen Entscheidungen durch Analyse und Bewertung.
- Integriert externe Daten (z. B. Steuergesetze, Wettbewerber) mit internen MIS- und DSS-Daten.
- Präsentiert Informationen grafisch und benutzerfreundlich.
Beziehungen
Die Daten des ESS fließen in die operativen Ebenen (MIS und DSS) zurück.
Unternehmensweite Integration und Business-Anwendungen
Integrierte Systeme verbinden alle Funktionsbereiche und Unternehmensebenen, um Geschäftsprozesse flexibler und produktiver zu gestalten.
Die vier wichtigsten Business-Anwendungen
- Enterprise Systems (ERP): Umfassende Unternehmenssoftware.
- Supply Chain Management Systems (SCM): Optimierung der Lieferkette.
- Customer Relationship Management Systems (CRM): Kundenbeziehungsmanagement.
- Knowledge Management Systems (KMS): Wissensmanagement.