Die internationale Arbeitsteilung und die 2. Industrielle Revolution
Die internationale Arbeitsteilung
Diese Periode ist durch einen tiefgreifenden Wandel des globalen Marktes für Industriegüter und Agrarprodukte gekennzeichnet, der durch neue Lieferanten und technologische Fortschritte vorangetrieben wurde.
Landwirtschaft
- Nordwesteuropa (Deutschland, Skandinavien, Frankreich): Die traditionelle Landwirtschaft geriet in eine tiefe Krise, da sie preislich nicht mit Importen konkurrieren konnte.
- Großbritannien: Öffnete den Markt für ausländische Getreideimporte, was zu politischem Druck durch den erstarkenden Industriesektor führte.
- Frankreich: Schützte seinen Agrarsektor durch Schutzzölle, um die Preise zu stabilisieren.
- Europäische Peripherie: Diese Regionen monopolisierten den Getreidemarkt durch Kostensenkungen, begünstigt durch die Verfügbarkeit von Land, niedrige Lohnkosten und den Ausbau des Verkehrsnetzes (Land- und Schienenverkehr).
- Übersee: Verschiedene Länder spezialisierten sich auf spezifische Produkte, was ihr Wirtschaftswachstum ankurbelte. Der Erfolg dieser Spezialisierung hing von der Faktorausstattung und der geografischen Lage ab.
Die Zweite Industrielle Revolution
Neben den Veränderungen in der Landwirtschaft wandelte sich die Industriestruktur grundlegend. Diese Phase war geprägt von neuen Industrien und Energiequellen wie Strom und Öl. Besonders die chemische Industrie wirkte als Motor für zahlreiche weitere Wirtschaftszweige.
Neue Technologien und Energiequellen
- Elektrische Systeme: Nach der Erfindung des Dynamos (1882) wurde Strom zur zentralen Energiequelle. Dies ermöglichte Fortschritte in der Elektrochemie, Metallurgie und Kommunikation (Telegrafie) sowie eine Verbesserung der Lebensqualität durch Beleuchtung.
- Öl: Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors gewann Erdöl ab dem späten 19. Jahrhundert massiv an Bedeutung.
- Aluminium: Durch technologische Innovationen konnten die Produktionskosten gesenkt werden, was eine breitere Nutzung ermöglichte.
- Chemieindustrie: Sie war die treibende Kraft mit weitreichenden Effekten:
- Textilbranche: Einführung von Farbstoffen und Kunstfasern (z. B. Nylon).
- Gummiindustrie: Bereitstellung neuer Materialien.
- Landwirtschaft: Entwicklung von Düngemitteln und Pestiziden.
- Pharmazie: Schaffung neuer Industrien, die zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitrugen.
Traditionelle Industrien
- Eisen- und Stahlindustrie: Durch neue Hochöfen wurde Stahl günstiger und ersetzte Eisen als wichtigstes Metall. Dies war entscheidend für das städtische Wachstum, den Bau und den Transportsektor.
- Textilindustrie: Trotz unelastischer Nachfrage trugen technologische Verbesserungen zur Effizienzsteigerung bei.
- Kupferindustrie: Aufgrund der Elektrifizierung wurde Kupfer als essenzieller Leiter von großer Bedeutung.