Islamische Architektur in Spanien: Alhambra, Mezquita & Giralda
Militär- und Palastarchitektur: Die Alhambra in Granada
In der islamischen Welt wurden Paläste oft als Teil der Stadtbefestigung errichtet, wobei die Moschee einen zentralen Platz einnahm. Wohngebäude zur Straße hin sind schlicht gestaltet und weisen nach außen nur wenige Öffnungen auf. In muslimischen andalusischen Palästen sind die Innenhöfe von großer Bedeutung; sie sind um Quellen oder Kanäle angelegt, die die Flüsse des Paradieses symbolisieren.
Ein islamischer Palast besteht aus:
- Mechouar: Der öffentliche Bereich.
- Harem: Räume für wichtige Zeremonien und den privaten Bereich.
Im Vergleich zu anderen Palästen wie Medina Azahara oder der Aljafería nimmt die Alhambra eine Sonderstellung ein.
Islamische Kunst: Die Mezquita-Kathedrale von Córdoba
Die ehemalige Moschee, heute eine christliche Kirche, wurde aus Ziegeln und Kunststein erbaut. Der Architekt ist unbekannt; der Stil entspricht dem des Kalifats von Córdoba.
Architektonische Merkmale
- Betraum: Besteht aus 514 Säulen, die auf Sockeln ruhen. Die Schäfte sind glatt oder mit vertikalen bzw. spiralförmigen Nuten versehen.
- Konstruktion: Um die erforderliche Höhe und Leichtigkeit zu erreichen, wurden die Säulen mit aufgerollten Formteilen ergänzt.
- Bögen: Die Überschneidung der Bögen ist von römischen Aquädukten inspiriert. Durch die Überlappung wird eine Höhe von 8,60 m erreicht. Die unteren Bögen dienen als Verstärkung, während die oberen Bögen für eine dynamische Wirkung sorgen.
- Bichromie: Charakteristisch ist der Wechsel von roten und weißen Keilsteinen.
Der Mihrab der Mezquita
Der Mihrab ist der heiligste Ort zur Aufbewahrung des Korans. Er ist achteckig und besitzt eine Fassade mit einem großen zentralen Hufeisenbogen.
- Dekoration: Der Kalifenbogen besteht aus Keilsteinen mit stilisierten pflanzlichen Motiven (Atauriques), die rot bemalt wurden.
- Zwickel: Diese bestehen aus Marmor und sind mit floralen Schnitzereien bedeckt.
- Obere Ebene: Hier finden sich gelappte Bögen und schlanke Säulen mit Stuckdekorationen.
La Giralda in Sevilla
Dieses religiöse Gebäude aus dem 12. Jahrhundert besteht aus Backstein und stammt aus der Zeit der Taifa-Königreiche. Der Architekt ist unbekannt.
Formale Analyse
- Modell: Sie folgt dem Vorbild des Minaretts der Moschee von Córdoba und gilt als das höchste in muslimischen Spanien erbaute Minarett.
- Aufbau: Der quadratische Turm besitzt im Inneren eine zentrale Säule, die eine Rampe bildet, über die der Muezzin nach oben gelangte.
- Fassade: Die unteren Etagen haben glatte Wände mit offenen Hufeisen- und Vielpassbögen. Die oberen Etagen sind durch Doppel- und Dreifachfenster sowie durch Sebka-Dekorationen gegliedert.
- Umbau: Der obere Abschluss besteht aus einer Plattform mit zehn Bögen und einem Glockenturm, der im 16. Jahrhundert vom Architekten Hernán Ruiz hinzugefügt wurde.