Kants Philosophische Entwicklung: Einfluss von Newton, Wolff und Hume

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Hintergrund: Kants Philosophische Prägung

Hintergrund: Kant nahm in der ersten Phase seiner Karriere Kontakt mit dem Werk von Newton auf. Newton hatte die wissenschaftliche Revolution des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts vollendet. Die Physik Newtons ist für Kant das Modell par excellence der wissenschaftlichen Erkenntnis, die Art von Wissen, die er in der Kritik der reinen Vernunft diskutiert und zu verwirklichen sucht.

Christian Wolff und der deutsche Rationalismus

Die dominierende Figur in der deutschen Philosophie in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts war Christian Wolff. Sein Denken stellt einen extremen Rationalismus dar, der die Philosophie als eine deduktive Wissenschaft konzipiert. Wolff glaubte, die Philosophie könne alles beweisen, außer den ersten logischen Prinzipien, wobei die Rolle der Erfahrung gleich Null sei.

Struktur von Wolffs Metaphysik

Wolffs Metaphysik teilt sich in zwei Hauptbereiche:

  • Allgemeine Metaphysik: Befasst sich mit der Theorie des Seins (Ontologie).
  • Spezielle Metaphysik: Befasst sich mit der Seele (rationale Psychologie), der Theorie der Welt (rationale Kosmologie) und der Theorie von Gott (rationale Theologie).

Kants frühe Abkehr vom Rationalismus

Kant begann seine Laufbahn in Anlehnung an den vorherrschenden Rationalismus. Doch schon bald wich er von dieser Methode ab. Kant betonte, dass der rein deduktive Weg uns nicht die Existenz von etwas beweisen könne. Die Mathematik könne deduktiv vorgehen, da sie über die materielle Existenz der Objekte hinausgeht, aber die Metaphysik und Physik könnten diesen Weg nicht erfolgreich beschreiten, da sie sich mit realen Dingen befassen.

Kritik am spekulativen Rationalismus (1765)

In einer Schrift von 1765 vertrat Kant die Ansicht, dass der rationalistische metaphysische Ansatz wie ein „Traum der Vernunft“ sei. Er rechnete damit, dass ein rein vernunftgeleitetes Vorgehen, das über die Grenzen der Erfahrung hinausgeht, zwar zur Natur der Vernunft gehöre, aber offenbar nicht die wahre Erkenntnis liefere.

Der Einfluss der Empiristen

Mit dieser Haltung trat Kant in einen Dialog mit den Empiristen, da diese in ihrer Kritik die Möglichkeiten der Vernunft weiter ausgelotet hatten als die traditionelle Metaphysik.

Die entscheidende Rolle Humes

Die Lektüre von David Hume war für Kant sehr wichtig, um seinen radikalen Rationalismus zu überwinden. Kant gelangte zu einem skeptischen Schluss bezüglich der Möglichkeit einer Metaphysik als Wissenschaft, wobei er sich an der Physik orientierte. Abgesehen davon war der direkte Einfluss Humes auf Kant geringer als oft angenommen.

Zusammenfassung der prägenden Einflüsse

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kant von zwei philosophischen Strömungen beeinflusst wurde: dem Rationalismus und dem Empirismus.

Die prä-kritische Phase

In der prä-kritischen Phase war Kant ein Rationalist. Später führte das Studium von Humes Werken dazu, dass er den Rationalismus kritisch betrachtete. Dies war der Ursprung von Kants kritischem System, das sich von beiden Extremen abgrenzte:

  • Vom Rationalismus (der in den Dogmatismus verfällt, indem er die Realität den Ideen unterordnet).
  • Vom Empirismus (der im Skeptizismus endet, indem er behauptet, alle Ideen kämen nur aus der Erfahrung).

Kants Lösung war der Idealismus (transzendentaler Idealismus).

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