Lateinische Grammatik: Deklination, Wortschatz und Etymologie
Lateinische Deklination
Die lateinische Deklination umfasst die Formen der Substantive in den Fällen Nominativ, Vokativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Ablativ. Im Folgenden werden die wichtigsten Deklinationen dargestellt.
1. Deklination (a-Deklination)
Singular: Nominativ -a, Vokativ -a, Akkusativ -am, Genitiv -ae, Dativ -ae, Ablativ -a
Plural: Nominativ -ae, Vokativ -ae, Akkusativ -as, Genitiv -arum, Dativ -is, Ablativ -is
2. Deklination (o-Deklination)
Maskulinum:
- Singular: Nominativ -us, Vokativ -e, Akkusativ -um, Genitiv -i, Dativ -o, Ablativ -o
- Plural: Nominativ -i, Vokativ -i, Akkusativ -os, Genitiv -orum, Dativ -is, Ablativ -is
Neutrum:
- Singular: Nominativ -um, Vokativ -um, Akkusativ -um, Genitiv -i, Dativ -o, Ablativ -o
- Plural: Nominativ -a, Vokativ -a, Akkusativ -a, Genitiv -orum, Dativ -is, Ablativ -is
Beispiel: puer (Knabe)
Singular: puer, puer, puerum, pueri, puero, puero
Plural: pueri, pueri, pueros, puerorum, pueris, pueris
Beispiel: vir (Mann)
Singular: vir, vir, virum, viri, viro, viro
Plural: viri, viri, viros, virorum, viris, viris
Die Fälle und ihre Funktionen
- Nominativ: Subjekt und Prädikatsnomen
- Vokativ: Anrede
- Akkusativ: direktes Objekt (Akkusativobjekt)
- Dativ: indirektes Objekt (Dativobjekt)
- Ablativ: Umstandsangabe (Adverbialbestimmung)
Lehnwörter und Erbwörter
Die patrimonialen Wörter sind Erbwörter aus dem Lateinischen, die sich über die Umgangssprache entwickelt haben. Sie haben sich im Laufe der Zeit in jeder Sprache unterschiedlich verändert und sind bis heute mündlich überliefert.
Die Latinismen sind lateinische Wörter, die direkt und unverändert in die eigene Sprache übernommen wurden.
Lautwandel vom Lateinischen zum Spanischen
Regeln:
- Der Endkonsonant -m fällt weg: patria → Vaterland (patrimonio), exercitum → Ejército
- Der Anlaut f- wird zu h-: Florem → Blume (flor → flor)
- Anlautendes s + Konsonant wird vorangestellt: statua → estatua
- Lateinisch -m wird zu -o: templum → templo
- Die Diphthonge ae und oe werden zu e: taedam → tea
- Betontes -e wird zu -ie: betont, z. B. aprire → abrir
- Auslautendes -e fällt weg: Florem → flor
- Die Gruppe -li- + Vokal wird zu j: oleum → aceite
- Unbetontes Vokal fällt aus: aperire → abrir
- Die Gruppe -ns- wird zu s vereinfacht
- Der intervokalische Konsonant fällt aus
- Die Gruppen cl, gl und pl werden zu ll oder j
Wortschatz des römischen Hauses
- Atrium: Atrium (Vorhalle)
- Lararium: Altar für die Hausgötter
- Tablinum: Arbeitszimmer
- Peristylum: Säulengang im Innenhof
- Triclinum: Speisezimmer
- Culina: Küche
- Cubiculum: Schlafzimmer
- Compluvium: Regenauffangbecken im Atrium
- Taberna: Laden
- Domus: Haus
- Insula: Mietshaus, Wohnblock
- Oppidum: Festung, befestigte Stadt
Etymologie
Die Etymologie erforscht die Herkunft der Wörter und ihre ursprüngliche Bedeutung.
Zusammensetzung (Komposition)
Bei der Komposition werden zwei Wörter zu einem neuen Wort verbunden, z. B. omnipotens (allmächtig) aus omni- (all) und potens (mächtig).
Ableitung (Derivation)
Bei der Derivation entstehen neue Wörter mithilfe von Präfixen und Suffixen, z. B. educere (herausführen, erziehen) aus e- und ducere, oder felicitas (Glück) aus felix.