Literarische Epochen: Von Sturm und Drang bis Symbolismus
Literarische Epochen im Überblick
Sturm und Drang (1767–1785)
Der Sturm und Drang war eine deutsche literarische, musikalische und visuelle Bewegung. Sie entstand als Reaktion auf die als übermäßig rationalistisch empfundene literarische Tradition. Die Bewegung wandte sich gegen die deutsche Aufklärung und lehnte die neoklassizistischen Regeln des 18. Jahrhunderts ab. Als Quelle diente das Gefühl, nicht die Vernunft; der Ursprung lag in der spirituellen Natur.
Die Aufklärung
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dominierte in Europa (insbesondere in Frankreich) eine philosophische Haltung, die den Menschen von der Last religiöser Traditionen befreien wollte. Sie legte die menschliche Vernunft als absolute Instanz über alle anderen Fakultäten des Geistes.
Romantik
Die Romantik war eine revolutionäre Bewegung, die mit den geltenden Regeln des Neoklassizismus brach. Sie verteidigte Phantasie, Kreativität und die irrationalen Kräfte des Geistes. Zu ihren Merkmalen gehören:
- Ablehnung des Klassizismus (Mischung aus Vers und Prosa).
- Bruch mit den drei Einheiten des Dramas (Ort, Zeit, Handlung).
- Subjektivismus, Anziehung durch die Nacht und Ablehnung der bürgerlichen Gesellschaft.
- Naturverbundenheit und künstlerische Freiheit.
Parnassiens
Die Parnassiens waren eine französische literarische Bewegung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie bildeten eine Reaktion gegen die Romantik, den Subjektivismus und den künstlerischen Sozialismus. Während die Romantik Gefühle und Sorgen thematisierte, stellten die Parnassiens die Form und die Schönheit in den Mittelpunkt.
Symbolismus
Der Symbolismus war eine bedeutende Kunstrichtung des 19. Jahrhunderts. Mit metaphysischem Anspruch suchte er nach vollkommenen musikalischen Kräften in der Sprache. Ziel war es, durch Symbole eine tiefere Bedeutung und eine ausgeprägte Musikalität zum Ausdruck zu bringen.