Lorenz-Kurve, Nachfragemonopol und Marktformen erklärt

Wirtschaft4,89 KB

Lorenz-Kurve

Definition und Zweck: Die Lorenz-Kurve dient dazu, die Ungleichheit in der Einkommensverteilung innerhalb eines Landes zu messen und zwischen verschiedenen Ländern zu vergleichen. Sie wurde von dem Ökonom Max O. Lorenz eingeführt.

Konstruktion der Kurve: Zur Erstellung der Kurve ordnet man alle Personen oder Haushalte eines Landes nach ihrem Einkommen, beginnend mit den Ärmsten bis zu den Reichsten. Dann berechnet man den kumulierten Anteil der Bevölkerung und den kumulierten Anteil am Gesamteinkommen. Häufig werden die Daten in gleich große Gruppen (z. B. Dezile von je 10 % der Bevölkerung) eingeteilt, und für jede Gruppe wird ihr Prozentsatz am Gesamteinkommen ausgewiesen.

Beispiel: 10 % der Bevölkerung erhalten 2 % des Einkommens, die nächsten 10 % erhalten 4,5 %. Addiert man die ersten beiden Gruppen, haben 20 % der Bevölkerung 6,5 % des Einkommens erhalten. So fährt man fort und trägt die kumulierten Anteile auf der Lorenz-Kurve auf.

Interpretation: Die Lorenz-Kurve beginnt bei (0 %, 0 %) und endet bei (100 %, 100 %). Eine gänzlich egalitäre Verteilung würde durch die Winkelhalbierende (45°-Linie) dargestellt. Je weiter die Lorenz-Kurve von dieser Winkelhalbierenden abweicht, desto größer ist die Ungleichheit in der Einkommensverteilung.

Nachfragemonopol

Ein Nachfragemonopol (auch Monopson) liegt vor, wenn es nur einen einzigen Käufer auf einem Markt gibt, etwa ein großes Unternehmen, das Arbeitskräfte nachfragt, und viele Anbieter, zum Beispiel Arbeitnehmer, die Arbeit anbieten. In einem solchen Markt bestimmt der einzelne Nachfrager maßgeblich den Preis (z. B. Lohn), weil er die einzige nennenswerte Nachfrageseite ist.

Markt vollständiger Konkurrenz

Der Markt vollständiger Konkurrenz beruht auf mehreren gleichzeitigen Annahmen:

  • 1. Homogenität des Produkts: Alle Anbieter verkaufen identische Güter.
  • 2. Vielzahl von Anbietern und Nachfragern: Es gibt viele Marktteilnehmer, sodass niemand den Preis alleine beeinflussen kann; alle sind Preisnehmer.
  • 3. Vollständige Information: Die Marktteilnehmer verfügen über vollständige Informationen über Preise und Eigenschaften des Marktes.
  • 4. Freier Markteintritt und -austritt: Es bestehen keine oder nur geringe Eintritts- bzw. Austrittsbarrieren.

Märkte natürlicher Faktoren

Markt für natürliche Ressourcen (Boden): Wenn wir von natürlichen Faktoren sprechen, beziehen wir uns auf Ressourcen wie Boden, Vorräte, Ölreserven usw. Beim Markt für natürliche Ressourcen ist Land typischerweise ein knapper Faktor mit einer festen verfügbaren Menge. Die Grundrente (Bodenrente) ist nicht der Preis der Ressource an sich, sondern ein Ertrag, der aus der Nutzung der Ressource gewonnen wird. Der Wert des Bodens hängt von seinen Produktionsmöglichkeiten und damit von der Fähigkeit ab, Erträge zu erzielen.

Kapitalmarkt

Definition und Akteure: Beim Faktor Kapital sprechen wir oft nur von Geldkapital. Auf dem Kapitalmarkt treffen Kreditgeber (Anbieter von Geld) und Kreditnachfrager (Nachfrager nach Geld) zusammen.

Preis des Geldes – Zins: Der Preis des Geldes heißt Zinssatz und wird durch das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Geld bestimmt. Er wird üblicherweise als Prozentsatz des verliehenen Betrags angegeben.

Einflussfaktoren auf den Zinssatz:

  • Laufzeit des Darlehens
  • Risiko des Projekts oder des Schuldners
  • Garantien, die der Kreditnehmer (z. B. Hypotheken) stellt
  • Art und Zweck der Investition

Arbeitsmarkt

Funktion und Akteure: Der Arbeitsmarkt umfasst auf der einen Seite Unternehmen, die Arbeitskräfte suchen, und auf der anderen Seite die Arbeitnehmer, die Arbeit anbieten.

Unternehmen verlangen Arbeitskräfte, Arbeitnehmer bieten ihre Arbeitskraft an. Aus dem Zusammentreffen von Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot ergibt sich das Marktgleichgewicht in Form eines Gleichgewichtslohns und der beschäftigten Arbeitskräftezahl.

Dieser Markt besteht aus mehreren Elementen:

  • 1. Arbeitsnachfrage (D(L)): Die Nachfrage nach Arbeit durch Unternehmen hängt vom Lohnniveau ab (in der Regel invers), von den Preisen der produzierten Güter (direkter Einfluss) und von der durchschnittlichen Arbeitsproduktivität der Beschäftigten.
  • 2. Arbeitsangebot: Das Arbeitsangebot hängt von Entscheidung der Haushalte ab, wie viel Arbeitszeit sie zum gegebenen Lohn anbieten möchten.
  • 3. Marktgleichgewicht: Aus dem Zusammenspiel von Nachfrage und Angebot ergibt sich der Gleichgewichtslohn und die Beschäftigungsmenge.

Herunterladen

PDF Word HTML