Meister der Spanischen Literatur: Unamuno, Machado & Generación del 27
Miguel de Unamuno: Philosoph und Rektor
Miguel de Unamuno war Professor für Griechisch und Rektor der Universität von Salamanca, der Stadt, in der er bis zu seinem Tod 1936 lebte. Eine Ausnahme bildeten die Jahre 1924 bis 1930, als er wegen seiner Opposition gegen die Diktatur von Primo de Rivera verbannt wurde.
Unamunos Werk: Sinnsuche und religiöse Krisen
Unamunos Werk war geprägt von mehreren religiösen Krisen, die ihn seinen Glauben verlieren ließen. Sein Schaffen ist vor allem deshalb bedeutsam, weil es die philosophische Bedeutung des menschlichen Lebens thematisiert.
Antonio Machado: Poet der Seele und Kastiliens
Geboren 1875 in Sevilla, erhielt Antonio Machado eine Professur an einem Institut für Französisch und heiratete die 16-jährige Leonor. Als überzeugter Republikaner ging er 1939 ins Exil und starb kurz nach der Überquerung der Grenze.
Machados Werk: Vom Modernismo zur Philosophie
Die erste Phase seines Schaffens ist dem Modernismo zuzuordnen. Sein Schreibstil ist einfach, und seine Metrik ist vielfältig und harmonisch. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Campos de Castilla, neue Gedichte über Leonor und die sorianische Landschaft. Machados Poesie entwickelte sich mit seinen Gedanken hin zu philosophischeren Fragen.
Ramón María del Valle-Inclán: Theatererneuerer
Ramón María del Valle-Inclán kritisierte die Diktatur von Primo de Rivera stark und wurde 1929 inhaftiert. Er war einer der größten Erneuerer des spanischen Theaters.
Pío Baroja: Der kritische Einzelgänger
Pío Baroja war ein Einzelgänger und Pessimist, der die Gesellschaft aus einem kritischen, antiklerikalen und unabhängigen Blickwinkel betrachtete. Sein bekanntestes Werk ist El árbol de la ciencia (Der Baum der Wissenschaft).
Die Generación del 27: Das Silberne Zeitalter der Poesie
In den zwanziger Jahren entstand eine Gruppe von bedeutenden Dichtern, die die spanische Poesie des 20. Jahrhunderts neu belebte. Alle waren miteinander und mit anderen jungen Künstlern wie Buñuel, Dalí und Juan Ramón Jiménez befreundet. Ein Tribut an Góngora, der 1927 vom Ateneo de Sevilla anlässlich seines Todesjubiläums organisiert wurde, gab der Gruppe ihren Namen.
Stilistische Merkmale: Tradition und Avantgarde
- Sie alle bemühten sich, die poetische Sprache zu erneuern.
- Oft nutzten sie freie Verse.
- Sie verwendeten viele Metaphern.
Entwicklung nach dem Bürgerkrieg
Nach dem Spanischen Bürgerkrieg gingen viele Dichter der Generación del 27 ins Exil.
Vicente Aleixandre: Nobelpreisträger der Poesie
Geboren in Sevilla, erhielt Vicente Aleixandre 1977 den Nobelpreis für Literatur. Aleixandre sah Poesie und Schönheit nicht primär als Kommunikation mit anderen Menschen. Sein Stil ist durch freie Verse sowie eine Fülle von Metaphern und Bildern gekennzeichnet. Seine Poesie gilt oft als anspruchsvoll zu lesen.
(Gerardo Diego wird im Originaltext nur genannt, aber nicht weiter beschrieben.)
Pedro Salinas: Dichter der Liebe
Pedro Salinas ist bekannt für seine Liebesdichtung, insbesondere für sein Werk La voz a ti debida (Die Stimme, die dir gebührt).
Federico García Lorca: Dramatiker und Poet der Freiheit
Biografie und Einfluss
Geboren in Fuentevaqueros, ging Federico García Lorca zum Studium nach Madrid, wo er Juan Ramón Jiménez und andere Künstler der Zeit wie Buñuel, Dalí und Alberti traf, mit denen er eine enge Freundschaft pflegte. In Spanien gründete er die Universitätstheatergruppe 'La Barraca', die klassische Dramen dem Volk zugänglich machte. Zu Beginn des Bürgerkriegs wurde er ermordet.
Dichtung: Von Flamenco bis New York
- In seinen ersten Gedichtbänden ließ sich Lorca von volkstümlichen Einflüssen wie dem Flamenco-Gesang inspirieren.
- In Romancero Gitano (Zigeunerromanzen) drückt der Dichter die Angst in einer Welt aus, die die Freiheit des Einzelnen aggressiv unterdrückt.
- In Poeta en Nueva York (Dichter in New York) verwendet Lorca eine neue, stark beeinflusste Sprache und freie Verse.
Schauspiel: Individuum vs. Gesellschaft
Ein zentrales Thema in seinen Werken ist die Konfrontation zwischen dem Individuum und der Gesellschaft, wie zum Beispiel in La casa de Bernarda Alba (Das Haus der Bernarda Alba).
Rafael Alberti: Der engagierte Exilpoet
Biografie und Exil
Geboren in El Puerto de Santa María (Cádiz). Rafael Alberti unterstützte die Republik während des Bürgerkriegs und ging nach dessen Ende ins Exil, zunächst nach Buenos Aires und später nach Rom.
Literarisches Werk: Vielfalt und Revolution
Albertis Poesie ist sehr vielfältig; seine frühen Werke sind von traditioneller und volkstümlicher Dichtung geprägt. Zu dieser Zeit gehört Marinero en tierra (Seemann an Land). Nach seinem Eintritt in die PCE (Kommunistische Partei Spaniens) durchlief er eine revolutionäre Periode.