Die Methoden der Philosophie: Bacon, Galilei und Descartes

Philosophie und EthikAktualisiert am 3,3 KB

Zusammenfassung

Der Text vergleicht drei zentrale Wissenschaftsmethoden der Neuzeit: die induktive Methode Francis Bacons, die experimentelle bzw. hypothetisch-deduktive Methode Galileo Galileis und die vier Regeln Descartes' im Discours de la méthode. Man erfährt, wie jeder Denker die Grundlagen sicheren Wissens bestimmt und welche Schritte er vorschlägt.

Kernpunkte

  • Bacon will Wissen zur Beherrschung und Umwandlung der Natur zum Nutzen des Menschen einsetzen und lehnt den Syllogismus des Aristoteles ab.
  • Bacon verlangt, zuerst Vorurteile (Idole) zu erkennen und abzulehnen, bevor die induktive Methode wirksam wird.
  • Galileis Methode umfasst Mathematisierung der Natur, Formulierung mathematischer Hypothesen und experimentelle Prüfung.
  • Ein positives Testergebnis spricht für die Hypothese, ein negatives widerlegt sie.
  • Descartes legt im Discours de la méthode (1637) vier Regeln fest: Evidenz, Analyse, Synthese und Enumeration.
  • Nach Descartes ist die Wissenschaft eine Methode für gesichertes Wissen, der Philosophie fehlt jedoch eine korrekte Methode.

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Francis Bacon: Die Induktive Methode

Nach Bacon ist der Zweck des Wissens die Beherrschung der Natur und deren Umwandlung zum Nutzen des Menschen. Durch Wissenschaft muss der Mensch in der Lage sein, auf Erden sein «Reich oder seine Domäne» zu etablieren. Diese Domäne erfordert zunächst ein tiefes Verständnis der Natur und ihrer Mechanismen.

In seinem Werk kritisiert der englische Philosoph klar die induktive Methode des Aristoteles (Syllogismus), indem er sie durch eine eigene induktive Methode überwinden will. Das induktive Verfahren ist nur wirksam, wenn man zuerst Vorurteile (Idole) identifiziert und ablehnt.

Galileo Galilei: Die Experimentelle Methode

Die experimentelle Methode Galileis wurde im Buch Il Saggiatore (Der Probierer) veröffentlicht, welches als das philosophischste seiner Werke gilt. Galileis Methode wird oft als hypothetisch-deduktive Methode bezeichnet.

Stufen der Methode Galileis

Diese Methode gliedert sich in folgende Stufen:

  • Mathematisierung der Natur: Alle natürlichen Erscheinungen müssen den Zahlen entsprechen, um zuverlässiges Wissen zu erlangen.
  • Formulierung von Hypothesen: Bevor wir uns der Realität zuwenden, müssen ausdrücklich mathematisch formulierte Hypothesen aufgestellt werden, um die natürlichen Ereignisse zu erklären.
  • Test oder experimentelle Auflösung: Hierbei werden die aus der Hypothese abgeleiteten Folgen mit der Realität konfrontiert. Sind die Tests positiv, deutet dies darauf hin, dass die Hypothese wahr ist; sind die Ergebnisse negativ, ist die Hypothese falsch.

René Descartes: Die Hypothetisch-Deduktive Methode

Das Problem, das Descartes beschäftigte, war die Grundlage des Wissens: Wie kann ich Wissen mit absoluter Sicherheit voranbringen? Er erkannte die vielen Irrtümer, die seit Jahrhunderten als unbestreitbare Wahrheiten präsentiert und verteidigt wurden.

Wenn die menschliche Vernunft nützlich und effektiv ist, was war dann die Ursache für die bisherigen philosophischen Fehler? Wenn die menschliche Vernunft immer dieselbe ist, warum gab es dann zuvor keine Fortschritte in Wissenschaft und Philosophie? Nach Descartes ist die Wissenschaft eine Methode, die gesichertes Wissen ermöglicht, aber der Philosophie fehlt eine korrekte Methode.

Im Discours de la méthode (Abhandlung über die Methode), 1637, legt Descartes vier grundlegende Regeln seiner Methode dar: die Evidenz (Intuition), die Analyse, die Synthese und die Enumeration (Vollständigkeit).

Die Vier Regeln der Methode

  1. Evidenz (Intuition): Niemals etwas als wahr akzeptieren, ohne es als offensichtlich zu erkennen.
  2. Analyse: Jede Schwierigkeit in so viele Teile wie möglich zerlegen, um sie besser untersuchen und lösen zu können.
  3. Synthese: Die Gedanken in geordneter Weise führen, beginnend mit den einfachsten und am leichtesten zu verstehenden Objekten, um langsam zum Wissen des Komplexen aufzusteigen.
  4. Enumeration (Vollständigkeit): Vollständige Aufzählungen und allgemeine Überprüfungen durchführen, um sicherzustellen, dass nichts ausgelassen wurde.

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Häufige Fragen

Was ist die induktive Methode nach Bacon?

Bacon kritisiert den Syllogismus des Aristoteles und will durch eine eigene induktive Methode ersetzen. Diese ist nur wirksam, wenn man zuerst Vorurteile (Idole) identifiziert und ablehnt.

Welche Stufen umfasst die Methode Galileis?

Die Methode umfasst die Mathematisierung der Natur, die Formulierung ausdrücklich mathematischer Hypothesen und die experimentelle Prüfung, bei der die abgeleiteten Folgen mit der Realität konfrontiert werden.

Welche vier Regeln stellt Descartes auf?

Descartes nennt Evidenz (Intuition), Analyse, Synthese und Enumeration (Vollständigkeit). Sie sollen sicheres Wissen ermöglichen.

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Test

1. Was ist nach Bacon der Zweck des Wissens?
2. Welche Methode kritisiert Bacon?
3. Was bedeutet ein negatives Ergebnis bei Galileis Tests?
4. In welchem Werk legt Descartes seine Methode dar?
5. Welche Regel verlangt, eine Schwierigkeit in möglichst viele Teile zu zerlegen?
6. Womit soll nach Descartes' Synthese begonnen werden?

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