Miguel de Cervantes: Don Quijote und sein literarisches Erbe

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Miguel de Cervantes Saavedra: Sein literarisches Werk

Miguel de Cervantes Saavedra schuf bedeutende Werke wie den pastoralen Roman La Galatea und den byzantinischen Roman Die Arbeiten von Persiles und Sigismunda. Seine Beispielhaften Novellen (Novelas ejemplares) dienten als vorbildliche Beispiele für das sittliche Leben – ein geschickter Trick, um die Zensoren zu narren. Diese Sammlung umfasst 12 Kurzgeschichten im italienischen Stil:

  • Realistische Erzählungen: Diese repräsentieren die damalige Zeit besonders gut, hervorzuheben ist hier Rinconete und Cortadillo.
  • Idealisierte Erzählungen: Diese sind fantastischer Natur, wie etwa Der großmütige Liebhaber und der geniale Glaslizentiat (El licenciado Vidriera).

Don Quijote de la Mancha: Das Hauptwerk

Der berühmte Roman über den genialen Hidalgo Don Quijote von der Mancha wurde in zwei Teilen veröffentlicht: der erste im Jahr 1605 und der zweite im Jahr 1615. Ein Jahr vor der Veröffentlichung des komplexeren zweiten Teils erschien eine unautorisierte Fortsetzung unter dem Pseudonym Alonso Fernández de Avellaneda, hinter dem möglicherweise Lope de Vega steckte.

Intention und gesellschaftliche Relevanz

Die Absicht des Autors war es, die Ritterromane zu parodieren und scharfe Kritik an der Gesellschaft seiner Zeit zu üben. Cervantes gelingt es, den Leser zum Lachen zu bringen, während er gleichzeitig über das menschliche Dasein reflektiert und die Realität der spanischen Gesellschaft jener Epoche beleuchtet.

Struktur und Argumentation des Werkes

Das Werk besteht aus drei Ausfahrten oder Abenteuern. Die ersten beiden Ausfahrten bilden den ersten Teil, während die dritte den zweiten Teil umfasst. Alle Abenteuer folgen einer zirkulären Struktur: Aufbruch zu den Ereignissen und die anschließende Rückkehr nach Hause.

Im zweiten Teil wird die dritte Ausfahrt geschildert, in der Don Quijote gegen den Ritter der Spiegel (den Nachbarn Sansón Carrasco) kämpft, in die Höhle von Montesinos hinabsteigt und die Streiche der Herzöge erträgt. Schließlich reist er nach Barcelona, wo er vom Ritter des Weißen Mondes besiegt wird. Dieser zwingt ihn, sich zurückzuziehen. Besiegt und enttäuscht kehrt er in sein Dorf zurück, erlangt seine Vernunft wieder und stirbt schließlich.

Erzählstruktur und Charakterentwicklung

Die Struktur des Romans ist vielschichtig:

  • Der Erzähler: Das Buch präsentiert Cide Hamete Benengeli als einen arabischen Historiker und fiktiven Verfasser.
  • Erster Teil: Don Quijote verwechselt die Realität mit den Inhalten der Ritterbücher. Es gibt eingeschobene Erzählungen und Novellen außerhalb der Haupthandlung. Der Fokus liegt auf dem Kontrast zwischen den Protagonisten.
  • Zweiter Teil: Die Charaktere gewinnen an psychologischer Tiefe. Die Menschen im Buch kennen Don Quijote und Sancho bereits, da sie deren frühere Abenteuer gelesen haben. Die Realität passt sich oft den Verrücktheiten der Figuren an.

Stilistische Besonderheiten

Der Stil wirkt vordergründig einfach, besitzt jedoch einen enormen lexikalischen Reichtum. Cervantes nutzt viele literarische Stilmittel, insbesondere die Ironie. Durch die Polyphonie (Vielstimmigkeit) erhält jede Figur eine eigene Perspektive. Besonders bemerkenswert ist die gegenseitige Beeinflussung der Hauptfiguren, bekannt als Quijotisierung von Sancho und Sanchifizierung von Don Quijote.

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