Ontologie und die Frage nach Gott: Eine philosophische Analyse
Das Wunder der Wirklichkeit des Daseins
Das Staunen vor der Negation zeigt, dass keine Philosophie etwas über Gott aussagen kann. Für die Ontologie ist die Idee Gottes eine Theorie über die Existenz der gesamten Realität. Dieses wissenschaftliche Problem ist überraschend, da es den Ursprung Gottes betrifft. Die Frage nach der Existenz versetzt uns in ein ontologisches Dilemma:
- 1. Die Realität ist autark: Sie existiert aus sich selbst heraus.
- 2. Die Realität ist nicht autark: Sie hängt von einer anderen Wirklichkeit ab, die wir Gott nennen.
Daraus lässt sich ableiten, dass die gesamte Realität entweder Gott ist oder von Gott abhängt. Die Philosophie kann über diese Realität nicht hinausgehen. Sie kann zwar die Notwendigkeit der Existenz behaupten, aber nicht aus dem Nichts ableiten. Über das Wesen dieser Realität lässt sich jedoch wenig sagen, weshalb die natürliche Theologie gegenüber den Religionen sehr bescheiden bleibt.
1. Philosophie: Die drei großen Fragen der Ontologie
Aristoteles definierte die Ontologie als „erste Philosophie“, die die fundamentalen Grundsätze aller Wirklichkeit untersucht. Im Laufe der Geschichte konzentrierte sich diese Disziplin auf drei Bereiche: das reale Wesen, das Bewusstsein und Gott.
- Realistische Philosophen: Sie gehen von der sinnlichen Erfahrung aus, um unsere Wirklichkeit zu bestimmen.
- Idealistische Philosophen: Ihr Ausgangspunkt ist das Bewusstsein, da alles, was wir kennen, im Bewusstsein existiert.
- Ontologische Philosophen: Sie behandeln die These, dass die Wirklichkeit nur durch Gott erkannt werden kann. Einige vertraten die Ansicht, dass alles Wissen in Gott unmittelbar gegeben ist und die Existenz aller Wesen eine Teilhabe an der Existenz Gottes darstellt.
Je nach gewähltem Blickwinkel fällt die Beschreibung der Wirklichkeit unterschiedlich aus. Unser praktischer, alltäglicher Ansatz befasst sich mit dem realen Menschen. Wenn wir die Genealogie unseres Wissens erklären, setzen wir das Bewusstsein voraus. Beide Ansätze sind hinreichend begründet. Die Entwicklung einer Ontologie der Erkenntnis Gottes erfordert jedoch zunächst die Rechtfertigung der Existenz und der Erkenntnis Gottes selbst – dies ist die Position der religiösen Theologien.