Pflanzenpathogene: Mollicutes, Spiroplasma und Viren
Klasse Mollicutes: Spiroplasmataceae und Phytoplasmen
Die Klasse Mollicutes gehört zur Abteilung Tenericutes. Innerhalb der Familie Spiroplasmataceae unterscheidet man die Gattungen Phytoplasma und Spiroplasma.
Merkmale der Gattung Spiroplasma
- Form: Schraubenförmig (helical), jedoch ohne Geißeln.
- Spezies: Spiroplasma citri ist ein Quarantäneschädling für Chile.
- Struktur: Sie besitzen keine Zellwand und sind daher sehr pleomorph.
- Vorkommen: Sie finden sich in den Leitgefäßen (Phloem) infizierter Pflanzen.
- Beweglichkeit: Sehr mobil durch Wellenbewegungen und schraubenförmige Drehungen.
- Kultivierung: Sie können in Kultur auf speziellen Nährmedien entwickelt werden.
- Zellmembran: Kann aus bis zu drei Schichten bestehen.
- Wachstum: Benötigen Sterole im Nährboden für das Wachstum.
- Resistenz: Resistent gegen Penicillin, aber empfindlich gegenüber Tetracyclin und anderen Antibiotika.
- Behandlung: Die Behandlung mit der Tetracyclin-Gruppe kann das Wachstum hemmen, führt jedoch nicht zur Heilung der Pflanze.
- Diagnose: Es sind ELISA-Reagenzien für Tests verfügbar.
- Wirtsspezifität: Sie sind spezifisch für ihren jeweiligen Wirt.
Symptome durch Phytoplasmen
- Gelbfärbung (Amarillamiento) oder Rötung der Blätter.
- Verkürzung der Internodien und Wachstumsstopp.
- Kleinere Blätter.
- Übermäßige Verbreitung von Trieben (Hexenbesen).
- Verlaubung und Vergrünung (Virescence).
- Sterilität der Blüten.
- Phloem-Gewebsnekrose.
- Absterben von Ästen in Gehölzen.
- Allgemeiner Niedergang und Tod der Pflanze.
Citrus Psorosis Ophiovirus (Spirovirus)
Es werden zwei Arten unterschieden: Psorosis A und Psorosis B.
- Symptome: Rindenabblätterung (Peeling) mit oder ohne Gummifluss.
- Ausprägung: Lokalisiert (A) oder generalisiert (B).
- Erscheinungsbild: Chlorotische Flecken sowie bandförmige Muster an den Blattadern.
Citrus-Tristeza-Virus (Closterovirus)
Das Virus gehört zur Familie Closteroviridae. Es existiert eine große Anzahl von Stämmen, die nach ihrer Virulenz eingestuft werden:
- Stämme mit niedriger Virulenz.
- Stämme mit mittlerer Virulenz.
- Stämme mit schwerer Virulenz (vorkommend in Chile).
Übertragung und Vektoren
- Durch Veredelung (Pfropfen) von Knospen kranker Pflanzen oder latente Infektionen.
- Vektoren (Blattläuse): Aphis craccivora, A. gossypii, A. spiraecola, Toxoptera citricida und T. aurantii (semipersistente Übertragung).
- Über kontaminierte Werkzeuge.
Apple Mosaic Virus (Apfelmosaikvirus)
- Übertragung: Durch Wurzelpfropfung (Kontakt zwischen kranken und gesunden Bäumen).
- Mechanische Übertragung: Auf krautige Wirte möglich.
Plum Pox Virus (Scharka-Virus / PPV)
Bisher sind vier Gruppen von PPV bekannt:
- PPV-D: Im Südosten von Frankreich (Damas-Pflaume).
- PPV-M: In Pfirsichen in Griechenland.
- PPV-EA: El Amar, Ägypten (Damas-Pflaume).
- PPV-C: In Sauerkirschen in der Republik Moldau.
Wirte und Symptomatik
Schwere Symptome werden bei Aprikosen, Pflaumen und Pfirsichen beobachtet. In Kirschbäumen neigt das Virus dazu, latent zu bleiben und zeigt nur selten Symptome.