Pharmakologie und Röntgendiagnostik in der Zahnmedizin

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Lokalanästhesie in der Zahnmedizin

Die Lokalanästhesie wird in verschiedene Wirkstoffgruppen unterteilt:

  • Ester-Gruppe: (z. B. Procain) – werden heute seltener verwendet, da sie häufiger allergische Reaktionen auslösen.
  • Amid-Gruppe: (z. B. Lidocain, Mepivacain) – gelten als sicherer.

Anästhesietechniken

  • Infiltrationsanästhesie: Wirkt auf die Nervenendigungen in einem begrenzten Gebiet.
    • Oberkiefer (chirurgisch/endodontisch): Fokus auf die Pulpa (periapikal).
    • Oberkiefer (parodontal/Extraktionen): Anästhesie von Pulpa, Zahnfleisch und Gaumenschleimhaut.
  • Leitungsanästhesie (Truncal): Blockade eines Nervenstammes für ein größeres Versorgungsgebiet.
    • Unterkiefer (operativ/endodontisch): Leitungsanästhesie des Nervus mandibularis (N. alveolaris inferior).
    • Unterkiefer (parodontal/Extraktionen): Anästhesie des N. mandibularis sowie der lingualen Gingiva.

Pharmakologische Wirkstoffgruppen

  • Opioid-Analgetika: Simulieren Endorphine (z. B. Morphin, Codein, Tramadol).
  • NSAR: Hemmen die Prostaglandinsynthese (z. B. Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol, Diclofenac, Piroxicam, Ketoprofen).
  • Kortikoide: Immunsuppressiv und entzündungshemmend (z. B. Triamcinolon, Prednison).
  • Antibiotika:
    • Amoxicillin (Penicillin-Familie), ggf. kombiniert mit Clavulansäure.
    • Makrolide (bei Penicillin-Allergie).
    • Metronidazol (bei Parodontitis).
  • Antimykotika: Nystatin (Spülung) und Fluconazol (Tabletten).
  • Anxiolytika: Zur Angstlösung (z. B. Diazepam, Bromazepam, Clorazepat, Lormetazepam).
  • Mundspülungen & Pflege: Antiseptika (Chlorhexidin, Hexetidin, Triclosan), Fluoride, Vitamine und Kaliumnitrat bei Überempfindlichkeit.

Röntgendiagnostik

Der Entwicklungsprozess

  1. Exposition: Durch Röntgenstrahlung werden Bromsilberkristalle auf dem Film energetisch angeregt.
  2. Entwicklung: Der Film wird in eine alkalische Entwicklerlösung gegeben. Die angeregten Kristalle werden zu metallischem Silber reduziert, was zur Schwärzung führt (Dauer: ca. 1 Minute).
  3. Wässerung: Zwischenschritt für ca. 20 Sekunden.
  4. Fixierung: Entfernung der nicht belichteten Silberkristalle und Stabilisierung des Bildes (Dauer: 3–10 Minuten).
  5. Schlusswässerung und Trocknung: Entfernung der Fixierlösung.

Röntgenaufnahmetechniken

  • Intraorale Aufnahmen:
    • Periapikal: Darstellung des gesamten Zahnes (Krone und Wurzel) zur Beurteilung von Knochen und Endodontie.
    • Interproximal (Bitewing): Darstellung der Kronen von Molaren und Prämolaren zur Kariesdiagnostik.
    • Okklusal: Untersuchung verlagerter Zähne oder Speichelsteine.
  • Extraorale Aufnahmen:
    • Nasomentale Aufnahme: Beurteilung der Kieferhöhlen (Sinusitis).
    • Fernröntgenseitenbild (FRS): Standard in der Kieferorthopädie.
    • Tomographie: Untersuchung des Kiefergelenks (ATM).
    • Orthopantomogramm (OPG): Globale Übersicht für Chirurgie, Kieferorthopädie und Parodontologie.
  • Digitale Verfahren:
    • Radiovisiographie: Digitales System mit reduzierter Strahlenbelastung.
    • DVT (Digitale Volumentomographie): 3D-Bildgebung, ideal für die Implantatplanung.
    • MRT (Magnetresonanztomographie): Ohne Röntgenstrahlung, zur Darstellung von Weichgewebe und Kiefergelenk.

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