Rhythmus, Harmonie, Musiksprache und musikalische Formen
Der Rhythmus: Er ist die interne Bewegung der Musik. Klang und Stille verlaufen in der Zeit und erhalten eine Dauer. Der Rhythmus bestimmt den Stil und den Charakter einer Komposition.
Die Pulsation: Die Musik ist ein rhythmischer, konstanter Herzschlag, der eine Dauer besitzt. Die musikalische Figur ist die Darstellung von Klängen und Stille. Notenwerte stellen die Dauer der Klänge dar; Stille bedeutet kein Klang zu hören, aber die Zeit verstreicht.
Takt und Tipps: Der Takt ist die Gliederung eines musikalischen Fragments in Teile gemäß den betonten und unbetonten Schlägen. Taktstriche sind senkrechte Linien, der Doppelstrich kennzeichnet das Ende. Die Taktarten werden in binäre und quaternäre Takte unterteilt: 2/4, 3/4, 4/4.
Harmonie: Harmonie ist der Zusammenklang mehrerer gleichzeitiger musikalischer Töne nach bestimmten Regeln, in der natürlichen Abfolge und Verbindung. Harmonie ist der Teil der Musiktheorie, der sich mit der Gleichzeitigkeit aller Klänge befasst. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet Verbindung oder Zusammenhang. Sie ist die gleichzeitige Kombination verschiedener Töne, wobei die Akkorde die Grundlage bilden.
Akkorde: Überlagerungen von drei oder mehr Tönen, die zwischen sich Intervalle bilden und gleichzeitig erklingen. Ein Akkord ist eine Kombination von zwei oder mehr Intervallen, die gleichzeitig klingen. Er ist eine klangliche Einheit mit eigener Persönlichkeit und Unverwechselbarkeit, die einem bestimmten Thema folgt, aus dem harmonische Intervalle bestehen.
Musikalische Sprache:
- Tempo: Der Rhythmus, die Stimmung und der Ausdruck werden durch eine Reihe von Tempobezeichnungen bestimmt: Molto Adagio (sehr langsam), Moderato (mäßig), Lento (langsam), Allegretto (etwas schnell), Largo (breit, langsam), Vivace (lebhaft), Andante (gehend), Mosso (bewegt), Presto (schnell), Adagio (ruhig, langsam), Prestissimo (sehr schnell).
- Dynamik (Nuancen): Zeichen und Bezeichnungen zeigen die Lautstärke an: fortissimo ff (sehr laut), forte f (laut), mezzoforte mf (mittellaut), mezzopiano mp (mittelleise), piano p (leise), pianissimo pp (sehr leise).
- Crescendo und Decrescendo (Gabeln): Sie zeigen den allmählichen Übergang zwischen den Lautstärken an.
- Tonleiter: Eine Abfolge von zwei aufeinanderfolgenden Tonreihen innerhalb eines Systems (Tonalität), die regelmäßig aufsteigend oder absteigend verläuft. Alle Töne beziehen sich auf einen einzigen Grundton, der die gesamte Tonleiter bestimmt.
- Intervall: Der Abstand zwischen zwei Tönen.
Die Orgel wurde als einzigartiges Instrument angesehen und in der Kirche für Gottesdienste verwendet, neben tragbaren Orgeln, die im Alltag üblich waren. Man übersetzt sie als große Orgel, die im Inneren von Kirchenorgeln gebaut wird. Positive sind kleinere Orgeln.
Madrigal und Villancico:
- Madrigal: Italienische Komposition für zwei, drei oder vier Stimmen mit polyphonem, kontrapunktischem Charakter, ohne instrumentale Begleitung. Ein bekannter Autor ist Carlo Gesualdo.
- Villancico: Italienisch Villanella, begleitet häufig mehrere Stimmen. Der Gesang wird in Französisch als Chanson und in Spanisch als Ayres bezeichnet und weist Ähnlichkeiten mit dem Madrigal auf.
- Cancionero: Eine Sammlung von musikalischen Themen einer bestimmten Epoche.
Musikalische Formen – Instrumentale Formen:
- Variationen: Der Komponist stellt ein einfaches Thema vor und entwickelt es in verschiedenen Versionen weiter, wobei das Hauptthema stets erkennbar bleibt.
- Toccata: Ein Stück, das auf Tasteninstrumenten, insbesondere der Orgel oder dem Cembalo, interpretiert wird.
Tanz in den instrumentalen Formen: In den europäischen Höfen wurden viele Tänze gepflegt, darunter die Pavane. Die Pavane ist ein Tanz deutscher oder italienischer Herkunft, der zu einem langsamen und majestätischen Tanz wurde. Die Tänzer scheinen sich wie Pfauen zu präsentieren.
Drama im 17. Jahrhundert: Während der Fastenzeit waren Aufführungen von Oratorien und Opern verboten, nicht jedoch das Oratorium der Passion.
- Oratorium: Ein musikalisches Drama mit religiösem Text, bei dem die Personen singen, aber nicht handeln. Solisten, Chor und Orchester sind beteiligt, und ein Erzähler greift nicht ein. Ein bekanntes Beispiel ist der Halleluja-Chor aus dem Messias von Händel.
- Passion: Eine Art des Oratoriums, das das Leiden und den Tod Jesu beschreibt. Einer der vier Evangelisten wird eingeführt. Barocke Arien, Rezitative und instrumentale Stücke begleiten die Erzählung, zum Beispiel Die Passion nach Matthäus von Bach.
Konzert (Barock): In den instrumentalen Formen des Barock gibt es:
- Suite: Eine Abfolge beliebter Tänze, zum Beispiel Gavotte und Menuett.
- Solokonzert: Ein Soloinstrument steht im Kontrast zum restlichen Orchester.
- Concerto grosso: Eine Gruppe von Solisten (Concertino) steht im Kontrast zum Rest des Orchesters (Tutti).