Die Romantik: Literatur, Lyrik und Erzählkunst

Spanisch3,13 KB

Die Romantik: Merkmale und künstlerische Vision

In der Epoche der Romantik legten die Künstler die traditionellen Regeln beiseite und ersetzten Vernunft durch Leidenschaft, wodurch ihre Werke hochgradig subjektiv wurden. Romantische Gedichte zeichnen sich durch eine Mischung der Genres aus, die Prosa und Verse sowie verschiedene metrische Strukturen innerhalb eines Werkes verbindet.

Die Ausdrucksform persönlicher Gefühle und Emotionen steht im Mittelpunkt, wobei die lyrische Gattung diese am besten transportiert. Weitere zentrale Themen waren die Natur, die Evokation einer idealisierten Vergangenheit sowie die Ablehnung der Vulgarität der zunehmend industrialisierten Gesellschaft. Zudem wurden volkstümliche Charaktere neu bewertet. Dieses Phänomen führte europaweit zu einer Wiederbelebung der jeweiligen Landessprachen.

Die zwei Phasen der romantischen Lyrik

Die romantische Lyrik lässt sich in zwei chronologische Phasen unterteilen:

  • Erste Phase: Die Dichter lehnten sich gegen die Gesellschaft auf, drückten Hochgefühl und Grandiosität aus. Ein bedeutender Vertreter dieser Zeit ist José de Espronceda (1808–1842). Seine Themen drehen sich um romantische Ideale (z. B. „Das Lied des Piraten“) sowie persönliche Lebenserfahrungen (z. B. „Elegie an Teresa“ oder „Der Teufel der Welt“).
  • Zweite Phase (Spätromantik): Das soziale Gewissen tritt in den Hintergrund, während der Ausdruck persönlicher, intimer Fragen akzentuiert wird. Die Metrik wird freier. Gustavo Adolfo Bécquer und Rosalía de Castro repräsentieren diese Zeit und gelten als Wegbereiter der modernen Poesie.

Die romantische Erzählkunst

Das primäre Ziel der Erzählungen in der romantischen Phase war es, die nationale Identität zu stärken. Autoren entwickelten ihre Argumente oft durch die Beschwörung einer idealisierten Vergangenheit (meist aus dem 16. und 17. Jahrhundert). Dabei entstanden zwei Hauptformen:

  • Historische Fiktion
  • Legenden

Diese Beobachtungen bildeten den Ausgangspunkt für den Roman der Sitten und Gebräuche, der den Übergang zum späteren literarischen Realismus markiert.

Mariano José de Larra (1809–1837)

Mariano José de Larra, der aufgrund seiner Ideen im Exil lebte, gilt als Erbe der Aufklärung und als Paradebeispiel für den liberalen romantischen Geist. Sein journalistischer Prosa-Stil zeichnet sich durch Einfachheit, Ironie und ein klares Lexikon aus. Der Ton seiner letzten Artikel ist zunehmend pessimistisch, da er an der Möglichkeit einer Reform des Landes verzweifelte.

Wichtige rhetorische Stilmittel

  • Metapher: Verhältnis der Ähnlichkeit zwischen einem realen und einem vorgestellten Begriff.
  • Anapher: Wiederholung desselben Wortes am Anfang aufeinanderfolgender Verse.
  • Epiphora: Wiederholung desselben Wortes am Ende aufeinanderfolgender Verse.

Herunterladen

PDF Word HTML