Die Romantik: Merkmale, Themen und literarische Stile
Anfänge der Romantik
Diese kulturelle Bewegung hatte ihren Ursprung in der deutschen Sturm und Drang-Bewegung, die Gefühle, den Bruch mit bestehenden Regeln und den freien Ausdruck befürwortete. Von dort verbreitete sie sich nach England, Frankreich und später nach Spanien (1833). Die Einführung erfolgte schrittweise in drei Etappen: eine eher konservative Form der kulturellen Identität, eine liberale und eine intimere Phase.
Besonderheiten der Romantik
- Freiheit: Der höchste Wert. Die Suche nach der vollen Freiheit des Einzelnen in Politik, Kunst und Gesellschaft führt zum Bruch mit etablierten Mustern.
- Subjektivismus und Individualismus: Die Umwandlung von Gefühlen in das Leben und die intime Wahrnehmung der Welt, was oft zu Konflikten führt.
- Idealismus: Die Sehnsucht nach einem absoluten Lebensideal, die oft in Frustration über die Unerreichbarkeit mündet.
- Natur: Die subjektive Reflexion der eigenen Stimmung durch Naturgewalten wie Stürme oder das Meer.
- Bruch mit der Alltagswelt: Eine Vorliebe für das Übernatürliche und Geheimnisvolle.
- Rückkehr in die Vergangenheit: Flucht vor der quälenden Realität durch exotische Orte und vergangene Zeiten.
- Dynamik: Verteidigung des Fortschritts und der wissenschaftlichen Entwicklung in der Geschichte.
- Nationalismus: Exaltation der nationalen Identität.
- Der romantische Schriftsteller: Er wird als überlegen dargestellt, ausgestattet mit einer semi-göttlichen Kraft, was oft zu Stolz und Hochmut führt.
Themen der Romantik
- Geschichte: Folklore, Balladen und Mythen (z. B. Don Juan).
- Liebe: Quelle von Melancholie, Sehnsucht und Traurigkeit; oft unerreichbar.
- Passion: Unkontrollierbare Leidenschaft, die das Leben dominiert.
- Leben: Existenzieller Konflikt zwischen dem Selbst und der Welt, der die Literatur introspektiv macht.
- Tod: Akzeptanz und Sehnsucht nach dem Ende als Befreiung.
- Schicksal: Rücktritt gegenüber einem grausamen und tragischen Sinn des Lebens.
- Freiheit: Neben der Liebe das zentrale Ideal der Romantik.
Stilistische Merkmale
Der romantische Stil zeichnet sich durch eine hohe Frequenz von Adjektiven aus, die lebendige Farbtöne erzeugen. Es werden sowohl kultivierte als auch volkstümliche Begriffe kombiniert, um Gefühle authentisch widerzuspiegeln. Die expressive Funktion wird durch rhetorische Fragen und Ausrufe verstärkt. Zudem kommen literarische Stilmittel wie Hyperbaton und Antithese zum Einsatz, um Subjektivität und Ausdruckskraft zu steigern.
Romantische Lyrik
Die starren neoklassizistischen Formen wurden aufgebrochen. Themen wie Liebe, Freiheit, Einsamkeit und übernatürliche Elemente blieben zentral, wurden jedoch durch neue Stile ergänzt:
- Symbolische Sprache: Spiegelt Melancholie, Geheimnisse und unerfüllte Liebe wider.
- Polymetrie: Kombination verschiedener Strophenformen innerhalb eines Gedichts.
Poesia Lirica (Lyrische Dichtung)
Die Lyrik genoss breite Akzeptanz, da sie die Subjektivität des Autors in den Vordergrund stellte. Man unterscheidet zwei Phasen:
- Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts: Fokus auf patriotische und soziale Fragen (z. B. José de Espronceda).
- Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts: Intimere Ausrichtung (z. B. Gustavo Adolfo Bécquer und Rosalía de Castro).
Poetry Narrative (Erzählende Dichtung)
Lange Geschichten in Versform erreichten ihren Höhepunkt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts:
- Lange erzählende Gedichte: Historische Themen (z. B. Das Moor-Findelkind) oder symbolisch-philosophische Werke (z. B. Esproncedas Student von Salamanca).
- Kurzgeschichten in Versform:
- Romance: Historische Stoffe, wie sie der Duque de Rivas in seinen historischen Romanzen wiederbelebte.
- Beschriftung (Leyendas): Nutzung volkstümlicher und literarischer Traditionen, die eine Mischung aus Geschichte und Fantasie erlaubten (z. B. José Zorrilla).