Römische Skulptur: Porträt, Reliefs und Sarkophage

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Römische Skulptur

ROMA; SKULPTUR: Es gibt drei Gattungen.

1. Das Porträt

Wesentliches Interesse der römischen Porträtkunst ist die Wiedergabe der individuellen Merkmale einer Person. Es handelt sich daher um realistische Skulpturen, die aus direkter Beobachtung des Modells entstanden sind und damit auch psychologische Züge tragen.

  • Schwerpunkt auf Individualität: Das Interesse vieler Bildhauer konzentriert sich auf die Eigenschaften von Gesicht und Oberkörper; daher sind Büsten charakteristisch.
  • Privater Charakter: Die römischen Porträts haben häufig einen eher privaten Charakter im Vergleich zur griechischen Skulptur; im Mittelpunkt steht nicht immer der Held oder die wichtigste Person. Neben offiziellen Darstellungen gab es zahlreiche populäre Formen.

Ursprüngliche Einflüsse:

  • Tradition der etruskischen Porträtkunst (Begräbniskultur).
  • Hellenistischer Einfluss.
  • Römische Ahnenverehrung: Totenmasken (imagines) wurden im Atrium der Häuser aufbewahrt und bei Begräbnissen in relativ standardisierter Form verwendet.

Entwicklung des Porträts

  • Republik: Porträts sind von intensivem Realismus geprägt, besonders bei Büsten.
  • 1. Jahrhundert n. Chr.: Realismus und ein gewisser Idealismus existieren parallel, vor allem zur Verherrlichung des Kaisers und seiner Familie; Kaiserbildnisse werden idealisiert (z. B. Augustus).
  • 2. Jahrhundert n. Chr.: Idealisiertes Erscheinungsbild tritt stärker hervor; es entstehen feste Kompositionsschemata (Beispiele sind bestimmte Porträts und Reiterdarstellungen).
  • Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr.: Schematisierung und Vereinfachung nehmen zu; Darstellungen können näher an Karikatur geraten und sind oft rau und expressionistisch.

2. Das historische Relief

Das historische Relief ist ein von den Römern entwickeltes Genre, das sich an der Darstellung eigener historischer Ereignisse orientiert. Es entstand aus den Tafeln, die siegreiche Feldherren auf ihren Triumphzügen trugen, um an verschiedene Phasen eines Krieges zu erinnern.

Die historischen Themen werden in einer fortlaufenden Erzählung entwickelt. Oft werden Landschaftselemente hinzugefügt, um die Szenen zu dekorieren. Daneben ist es charakteristisch, auch mythologische Szenen nach griechischem Vorbild darzustellen.

Zwei Modelle historischer Reliefkunst

  • Hellenistisches Modell: Nutzung atmosphärischer Mittel und starke Staffelung der Raumebenen, wodurch große Tiefenwirkung entsteht.
  • Objektives/raumreduziertes Modell: Der Hintergrund tritt zurück oder verschwindet, Figuren überlagern sich häufig und die Komposition wirkt dicht und manchmal chaotisch.

Beide Modelle treten auch häufig bei Sarkophagen auf.

Die Trajanssäule

Die Trajanssäule ist ein herausragendes Beispiel: Sie dokumentiert die Feldzüge gegen die Daker als spiralförmiges, fortlaufendes Relief. Hier dominiert das Erzählen der Ereignisse; räumliche Perspektive und klare Komposition werden der narrativen Folge untergeordnet (Figuren überlappen, Detailreichtum und manchmal mangelnde Klarheit sind Kennzeichen). Die Säule steht auf einem riesigen Sockel, der als Grabstätte diente, und war ursprünglich von einer Statue Trajans gekrönt. Im Inneren der Säule führt eine Treppe nach oben.

3. Sarkophage

Obwohl früher die vorherrschende Bestattungsweise die Einäscherung war, wurde ab der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. die Bestattung an Bedeutung größer, und mit ihr der große Sarkophag. Diese Sarkophage waren rechteckig und wurden meist an eine Wand gelehnt, sodass in der Regel nur drei Seiten verziert wurden.

  • Frühe Dekoration: Anfänglich war die Ausstattung einfach, mit Girlanden, Pilastern oder einer mythologischen Figur (häufig auch die Büste des Verstorbenen in einem Medaillon).
  • Ab dem 2. Jahrhundert: Verbreitung des durchlaufenden Reliefs, das auf mythologischen Szenen, Kriegen oder Jagden basiert.

Wie bei den historischen Reliefs lassen sich auch bei Sarkophagen zwei Typen unterscheiden: ein hellenistisches Modell mit tiefer Raumwirkung und ein klar strukturiertes, eher objektives Modell.

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