Der Schelmenroman: Analyse von Lazarillo de Tormes (16. Jh.)

Sprache und LiteraturAktualisiert am 3,45 KB

Zusammenfassung

Der Text stellt den Schelmenroman als wichtigste Gattung der Erzählkunst des 16. Jahrhunderts vor und analysiert deren Hauptwerk, Lazarillo de Tormes (1554). Er erklärt Merkmale wie die autobiografische Ich-Perspektive, den Antihelden und die Gesellschaftskritik. Außerdem werden Aufbau, Handlung und die wichtigsten Meister des Protagonisten Lázaro sowie weitere Romanformen der Zeit vorgestellt.

Kernpunkte

  • Der Schelmenroman (novela picaresca) ist der wichtigste Beitrag der Erzählkunst des 16. Jahrhunderts.
  • Lazarillo de Tormes erschien 1554, ist anonym und gilt als erstes und bekanntestes Werk der Gattung.
  • Das Werk besteht aus einem Prolog und sieben Kapiteln, den sogenannten „Verträgen“ (Tratados).
  • Der Protagonist Lázaro ist ein Antiheld, der als Vagabund verschiedenen Herren dient und moralisch fragwürdige Entscheidungen trifft, um zu überleben.
  • Die Erzählung ist realistisch und kritisiert die spanische Gesellschaft der Zeit.
  • Neuerung: Erstmals steht nicht ein Ritter oder Held im Mittelpunkt, sondern eine Person aus bescheidenem Stand, die sich im Verlauf der Geschichte entwickelt.

Stellen Sie sich auf die Probe

Der Schelmenroman: Wichtigster Beitrag der Erzählkunst des 16. Jahrhunderts

Der Schelmenroman (spanisch: Novela Picaresca) ist der wichtigste Beitrag zur Erzählkunst des 16. Jahrhunderts. Das erste und bekannteste Werk dieser Gattung ist Lazarillo de Tormes.

Merkmale des Schelmenromans

Die wichtigsten Merkmale dieser Gattung sind:

  • Autobiografische Form: Der Roman wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten erzählt.
  • Der Antiheld: Der Protagonist ist ein Antiheld, der oft moralisch fragwürdige Entscheidungen trifft, um zu überleben.
  • Der Vagabund: Der Protagonist ist ein Vagabund, der durch verschiedene soziale Schichten reist und unterschiedlichen Herren dient.
  • Realismus und Gesellschaftskritik: Der Roman ist realistisch und spiegelt den Zustand der Gesellschaft der Zeit wider.

Lazarillo de Tormes: Hintergrund und Aufbau

Das Werk Lazarillo de Tormes erschien 1554 und ist bis heute anonym. Das Stück ist in Form einer autobiografischen Erzählung geschrieben. Es besteht aus einem Prolog und sieben ungleichen Kapiteln, den sogenannten „Verträgen“ (Tratados).

Der Roman kann als ein langer Brief verstanden werden, in dem Lázaro die Darstellungen seines Lebens an eine andere Person schildert.

Handlung (Argument)

Lázaro wird an den Ufern des Flusses Tormes in Salamanca geboren. Sein Vater ist ein Dieb. Schon in jungen Jahren tritt Lázaro in den Dienst verschiedener Meister, um zu überleben.

Die Meister Lázaros

Zu seinen wichtigsten Meistern zählen:

  1. Der Blinde: Listig und grausam. Nach mehreren Vorfällen spielt Lázaro ihm einen grausamen Streich und weicht von ihm.
  2. Der Geistliche: Ein gieriger Mann, der Lázaro kaum ernährt. Wegen Mundraubs wird Lázaro entlassen.
  3. Der Knappe (Escudero): Sehr stolz und besorgt um seine Ehre und seinen Adel, lebt aber in kläglicher Armut. Lázaro muss für ihn betteln, um Essen zu bekommen, bis sein Herr verschwindet.

Danach dient er einem Mönch und einem Verkäufer kirchlicher Dokumente, arbeitet als Wasserträger und als Assistent des Sheriffs. Nachdem er die Position des Ausrufers von Wein erreicht hat, findet ein Priester ihn unter seine Fittiche, und Lázaro heiratet dessen Zofe. Das Volk murrt über die drei, aber Lázaro nimmt an, dass sie glücklich leben und „an der Spitze jeden Glücks“ stehen.

Originalität und Gesellschaftskritik

Lazarillo de Tormes ist ein realistischer Roman, der die spanische Gesellschaft des 16. Jahrhunderts widerspiegelt, mit einer klaren Absicht zur Gesellschaftskritik.

Es ist die erste Erzählung, die nicht die Abenteuer von Helden und Rittern schildert, sondern die eines Charakters aus bescheidenem Stand. Eine weitere Neuerung ist, dass der Charakter sich im Laufe der Geschichte verändert und weiterentwickelt.

Weitere Romanformen des 16. Jahrhunderts

Im 16. Jahrhundert wurden neben dem Schelmenroman auch andere Gattungen geschrieben:

  • Ritterroman: Erzählungen über einen Gentleman (Ritter).
  • Pastoralroman: Die Charaktere sind verfeinerte Hirten. Das zentrale Thema ist die Liebe.
  • Byzantinischer Roman: Chroniken der Reisen und Abenteuer von Liebenden.

Herunterladen

PDF Word HTML

Häufige Fragen

Was ist ein Schelmenroman?

Der Schelmenroman (spanisch novela picaresca) ist eine Gattung, die aus der Ich-Perspektive eines Antihelden erzählt wird, der als Vagabund durch verschiedene soziale Schichten reist. Sie ist realistisch und gesellschaftskritisch.

Wann erschien Lazarillo de Tormes und wer ist der Autor?

Lazarillo de Tormes erschien 1554. Das Werk ist bis heute anonym.

Aus welchen Teilen besteht Lazarillo de Tormes?

Das Werk besteht aus einem Prolog und sieben ungleichen Kapiteln, den sogenannten „Verträgen“ (Tratados).

Welche Meister dient Lázaro?

Zu seinen wichtigsten Meistern gehören der Blinde, der Geistliche und der Knappe (Escudero). Danach dient er unter anderem einem Mönch und einem Verkäufer kirchlicher Dokumente.

Stellen Sie sich auf die Probe

Lernkarten

Tippen Sie auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.

Test

1. Wann erschien Lazarillo de Tormes?
2. Aus welcher Perspektive wird der Schelmenroman erzählt?
3. Wie viele Kapitel hat Lazarillo de Tormes neben dem Prolog?
4. Wo wird Lázaro geboren?
5. Was ist die Besonderheit des Protagonisten gegenüber dem Ritterroman?
6. Warum wird Lázaro von einem Geistlichen entlassen?

Mit KI aus dem Dokument erstellte Fragen: Prüfen Sie die Antworten anhand des Textes.