Die spanische Fischerei: Struktur, Regionen und Herausforderungen
Die Situation der spanischen Fischereiflotte
Die spanische Fischereiflotte ist derzeit durch eine veraltete Struktur und Überalterung gekennzeichnet. Hinzu kommen zwei zentrale Probleme:
- Rückgang der nationalen Fischbestände: Aufgrund massiver Überfischung und hoher Nachfrage sinken die Bestände in heimischen Gewässern.
- Internationale Beschränkungen: Die Einführung der 200-Meilen-Zone hat die spanische Flotte gezwungen, bilaterale Abkommen zu verhandeln und Joint Ventures mit Drittländern zu gründen.
Die spanische Fischereipolitik unterliegt heute der EU-Regulierung, die sowohl die Flottengröße als auch die Fangquoten begrenzt. Spanien ist derzeit auf 300 große Schiffe limitiert.
Fischereiregionen in Spanien
Die spanische Küste ist in verschiedene Fischereizonen unterteilt:
Atlantische Regionen
Dies ist das wichtigste Fanggebiet, unterteilt in:
- Nordwestregion (Galicien): Mit den Häfen Vigo und A Coruña entfallen hier 85 % der Flotte und 43 % des Fangvolumens auf diese Region. Zudem ist sie führend in der Aquakultur (99,5 % der nationalen Miesmuschelproduktion).
- Kantabrische Region: Wichtige Häfen sind Ondarroa, Pasajes, San Sebastián und Laredo. Hauptarten sind Kabeljau, Sardellen, Stöcker und Weißer Thun.
- Sudatlántica-Region: Besonders betroffen von der Krise der Fischereiabkommen mit Marokko. Hauptfänge sind Thunfisch und Bonito.
- Kanarische Inseln: Spezialisiert auf Hochseefischerei (vor allem Sardinen und Tintenfisch), zentriert um den Hafen von Las Palmas.
Mittelmeer-Regionen
Diese Regionen tragen 13 % zum nationalen Gesamtvolumen bei. Sie umfasst die Gebiete Sudmediterránea, Levante, Tramontana und die Balearen. Die Erträge sind aufgrund natürlicher Faktoren (höhere Wassertemperatur, Salzgehalt, fehlende Gezeiten und geringeres Phytoplankton) niedriger als im Atlantik.
Struktur und Fangmethoden der Flotte
Die Anzahl der Fischereifahrzeuge ist in den letzten Jahren gesunken. Man unterscheidet heute vier Flottentypen:
- Hochseeflotte: Schiffe über 250 Tonnen.
- Hochseefischerei: 100 bis 250 Tonnen.
- Küstenfischerei: 20 bis 100 Tonnen.
- Handwerkliche Familienflotte: Unter 20 Tonnen (der einzige Bereich, der aufgrund hoher Marktpreise wächst).
Zu den wichtigsten Fangmethoden gehören:
- Oberflächenfischerei: Einsatz von Ringwadennetzen.
- Bodenfischerei: Schleppnetze (ökologisch umstritten) und Fallen.
Moderne Flotten nutzen heute verstärkt technologische Hilfsmittel wie Hubschrauber, Satelliten und Echolote, um Fischbestände effizienter aufzuspüren.