Spanische Literaturepochen: Romantik bis Generation von 27
Zusammenfassung
Der Text gibt einen knappen Überblick über die wichtigsten Epochen der spanischen Literatur, von der Romantik über Realismus und Naturalismus sowie Modernismo und Generation von 98 bis zur Generation von 27. Zu jeder Epoche werden typische Merkmale und zentrale Autoren mit ihren Werken genannt. Ergänzend enthält der Text eine Liste lateinischer Ausdrücke, die im Spanischen und Deutschen häufig verwendet werden.
Kernpunkte
- Die Romantik verzichtet auf klassische Regeln, stellt Leidenschaft über Vernunft und mischt Gattungen sowie Vers und Prosa.
- Wichtige Romantik-Autoren sind José de Espronceda, Gustavo Adolfo Bécquer, Mariano José de Larra und der Duque de Rivas.
- Realismus und Naturalismus sind vom Einfluss von Wissenschaft und Technik geprägt und lehnen subjektive und fantastische Themen ab.
- Benito Pérez Galdós, Leopoldo Alas «Clarín» und Emilia Pardo Bazán gehören zu den bekanntesten Autoren dieser Epoche.
- Modernismo und Generation von 98 betonen formale Perfektion, Subjektivität, Authentizität und Volksgeist.
- Die Generation von 27 verbindet verschiedene Ausdrucksmittel und entwickelt sich von ästhetischen Fragen zu sozialen Anliegen.
Romantik (Prosa)
Merkmale:
- Verzicht auf klassische Regeln
- Leidenschaft ersetzt Vernunft
- Subjektive Werke
- Mischung der Gattungen
- Kombination von Vers und Prosa
- Vielfältige metrische Strukturen
Autoren:
- José de Espronceda (Canto a Teresa)
- Gustavo Adolfo Bécquer (Rimas y Leyendas)
Romantik (Epik und Drama)
Merkmale:
- Beschwörung der Vergangenheit (Mittelalter)
- Beobachtung der Gegenwart
- Suche nach nationaler Identität
Autoren:
- Mariano José de Larra (Zeitungsartikel)
- Duque de Rivas (z.B. Don Álvaro o la fuerza del sino)
Realismus und Naturalismus
Merkmale:
- Einfluss von Wissenschaft und Technik
- Ablehnung subjektiver und fantastischer Themen
- Naturalistische Werke
Autoren:
- Benito Pérez Galdós (Thesenromane: Doña Perfecta; Zeitgenössische Romane: Fortunata y Jacinta; Spirituelle Romane: Nazarín)
- Leopoldo Alas «Clarín» (La Regenta, Su único hijo)
- Emilia Pardo Bazán
Modernismo und Generation von 98
Merkmale:
- Schaffung einer attraktiveren Andersweltlichkeit
- Formale Perfektion
- Betonung des Subjektiven
- Einfachheit
- Klarheit
- Verwendung von Archaismen
- Authentizität und Volksgeist
Autoren:
- Rubén Darío (Prosas profanas)
- Antonio Machado (Campos de Castilla)
- Pío Baroja (La busca)
- Miguel de Unamuno (Vida de Don Quijote y Sancho)
- Ramón María del Valle-Inclán (Luces de bohemia)
Novecentismo und Avantgarde
Merkmale:
- Konzeptuelle Präzision
- Ausdruck des Subjektiven
- Gebrauch der Metapher
- (Roman): Subjektivismus und Erneuerung, diverse Themen, intellektueller Anspruch
Autoren:
- Juan Ramón Jiménez (Sensitive Phase: Arias tristes; Intellektuelle Phase: Diario de un poeta recién casado; Wahre Phase: En el otro costado)
- Ramón Gómez de la Serna: Greguerías (humorvolle Metaphern als Ausdruck seiner besonderen Weltsicht)
Generation von 27
Merkmale:
- Synthese verschiedener Ausdrucksmittel
- Suche nach metaphorischer Sprache
- 1. Phase der Dichtung: Ästhetische Errungenschaften
- 2. Phase der Dichtung: Beschäftigung mit menschlichen Belangen, Verteidigung sozialer Anliegen
Lateinische Ausdrücke
- Alter Ego: Das andere Ich
- Ex profeso: Absichtlich, mit Bedacht
- Maremagnum: Durcheinander, Wirrwarr
- In situ: An Ort und Stelle, am Platz des Geschehens
- Lapsus linguae: Versprecher, Fehler beim Sprechen
- Sui generis: Eigener Art, ganz besonders
- In albis: Unwissend, ahnungslos (wörtl. 'in Weiß')
- A priori: Von vornherein, grundsätzlich (ohne Erfahrung)
- Ex cathedra: Mit Amtsautorität, (als unfehlbar geltend)
- Vox populi: Stimme des Volkes, öffentliche Meinung
- Grosso modo: Im Großen und Ganzen, ungefähr
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