Spanische Lyrik nach 1940: Von der Nachkriegszeit zur Moderne
Poesie im Jahr 1940: Die Nachkriegszeit
Zwischen 1939 und 1975 lebte Spanien unter einer Diktatur. Die Merkmale dieses Zeitraums waren: Einschränkung der Freiheiten, langsame Regeneration der spanischen Kultur, Autarkie und Mangel.
Während der 1940er Jahre drückten spanische Dichter vor allem religiöse und existenzielle Anliegen aus.
Wichtige Werke der Nachkriegslyrik
Die Lyrik der Nachkriegszeit beginnt mit zwei Büchern von Autoren der Generation von 1927, die 1944 veröffentlicht wurden: Sohn des Zorns (Hijos de la ira) von Dámaso Alonso und Schatten des Paradieses (Sombra del paraíso) von Vicente Aleixandre. Zusammen mit Blas de Otero ebneten sie den Weg für jüngere Dichter.
Diese Bücher spiegeln eine pessimistische und ängstliche Welt wider, die als Chaos empfunden wird. Sie manifestieren eine Unzufriedenheit mit der Realität, beziehen sich jedoch nicht direkt auf die politisch-soziale Situation Spaniens.
In dem Buch Das brennende Haus (La casa encendida) von Luis Rosales findet sich eine agonische Botschaft, die trotz des Schmerzes des Daseins die Hoffnung bekräftigt.
Besondere Erwähnung verdient Miguel Hernández, der 1942 im Gefängnis starb und dessen Werk thematisch und stilistisch eng mit der Lyrik der Generation von 1927 verbunden ist.
Soziale Poesie in Spanien
In den frühen 1950er Jahren dominierte die soziale Poesie. Zu den Hauptvertretern zählen Gabriel Celaya, Blas de Otero und José Hierro.
Merkmale der sozialen Lyrik
- Literatur als Instrument: Dichtung wird als Werkzeug zur sozialen und politischen Transformation verstanden.
- Kritik: Die Gedichte setzen sich kritisch mit der spanischen Realität auseinander, um das Gewissen der Leser zu rühren.
- Engagement: Es wird gegen soziale Ungerechtigkeit und den Mangel an Freiheit protestiert, während autobiografische Gefühle in den Hintergrund treten.
- Sprache: Die Sprache ist einfach, bewusst prosaisch und für alle verständlich.
Die Dichter des halben Jahrhunderts
Zu den bedeutenden Autoren dieser Ära gehören Ángel González, José Ángel Valente, Jaime Gil de Biedma und José Agustín Goytisolo.
Gegen Ende der 1950er Jahre entstand eine neue Generation von Dichtern, die nach dem Bürgerkrieg geboren wurden. Ihre Werke zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- Autobiografische Komponente: Das explizite ideologische Engagement tritt zurück, während die persönliche Erfahrung in den historischen Kontext integriert wird.
- Themen: Liebe, Erotik, das Vergehen der Zeit sowie die Beschwörung von Kindheit und Jugend stehen im Vordergrund.
- Stil: Die Sprache ist konversationell und intim, was einen Kontrast zum deklamatorischen Ton der sozialen Dichter bildet.
Die Lyrik dieser Zeit zeigt zudem den starken Einfluss von Antonio Machado und Luis Cernuda.
Grammatikalische Hilfsmittel: Konjunktionen
Für das Verständnis der poetischen Syntax sind folgende Verknüpfungen wichtig:
- Kopulative: und, oder.
- Adversative: aber, dennoch, jedoch.
- Disjunktive: oder, entweder... oder.
- Subordinierte Sätze:
- Substantivsätze: Dass-Sätze, indirekte Fragen.
- Adjektivsätze: Relativsätze (der, die, das, welcher, wer).
- Temporalsätze: wenn, während, sobald.
- Modalsätze: wie, als ob.
- Lokalsätze: wo.
- Kausalsätze: weil, da.
- Finalsätze: damit, um... zu.
- Konzessivsätze: obwohl, auch wenn.
- Konditionalsätze: wenn, falls, sofern.
- Konsekutivsätze: also, folglich, sodass.