Spanisches Theater nach 1939: Von der Zensur zur Freiheit
Das spanische Theater nach 1939
Das spanische Theater im Exil und nach dem Bürgerkrieg war geprägt von politischer Säuberung, Rationierung und einer strengen Zensur.
Die 1940er Jahre: Exil und Humor
- Max Aub: In San Juan thematisiert er jüdische Emigranten, die auf der Flucht vor den Nazis auf einem Schiff keinen Hafen finden und dem Tod geweiht sind.
- Hermanos Machado: Werke über den Mann im Krieg.
- Alejandro Casona: Bekannt für La dama del alba, La barca sin pescador und Los árboles mueren de pie.
In der Literatur der 40er Jahre dominierte neben der Zensur auch der Humor:
- Enrique Jardiel Poncela: Eloísa está debajo de un almendro und Los ladrones somos gente honrada.
- Miguel Mihura: Sein Werk Tres sombreros de copa (geschrieben 1932, veröffentlicht 1952) persifliert die Bourgeoisie und das poetische Leben der Ausschweifung.
Die 1950er Jahre: Soziales Theater
Mit existenziellem Anspruch und der Absicht, sich der Diktatur zu widersetzen, thematisierten Autoren soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung:
- Buero Vallejo: Sein Werk gliedert sich in drei Phasen:
- Existenzielle Phase: Historia de una escalera (Frustrationen junger Menschen).
- Soziales Theater: Un soñador para un pueblo, El concierto de San Ovidio (Ausbeutung blinder Menschen) und El tragaluz (Kritik am Franquismus).
- Innovationsphase: El sueño de la razón, La fundación und La detonación.
- Alfonso Sastre: Escuadra hacia la muerte.
- Lauro Olmo: La camisa.
Die 1960er und 70er Jahre: Kommerz und Experiment
Kommerzielles Theater
Erfolgreiche Autoren waren Mihura, Jaime Salom und Antonio Gala, dessen poetische Werke universelle Themen behandeln (z. B. Los verdes campos del Edén, Anillos para una dama, El pequeño hotel, Séneca).
Experimentelles Theater
Als Opposition zur realistischen Ästhetik entstand das sogenannte „U-Theater“ (Untergrund-Theater), das oft unter Zensur litt:
- Fernando Arrabal: Nutzt surreale Elemente und Kindersprache. Bekannte Werke: Pic-nic, El triciclo, El laberinto.
- Unabhängige Gruppen: „Los Goliardos“ und „Els Joglars“.
Nach der Diktatur: Institutionen und neue Stimmen
Nach dem Ende der Zensur befand sich das Theater in einer Krise, was zur Gründung staatlicher Institutionen wie dem Centro Dramático Nacional führte.
Francisco Nieva gilt als einer der wichtigsten Autoren dieser Ära. Er unterteilte sein Werk in:
- Chronisches Theater: Realistische Ästhetik.
- Theater der Farce und des Unglücks: Irrationalität und Phantasie.
- Theater der Aktion: Experimentelle Ansätze.
Weitere bedeutende Autoren dieser Zeit:
- Sanchís Sinisterra: ¡Ay, Carmela!
- José Luis Alonso de Santos: Bajarse al moro.
- Fernando Fernán Gómez: Las bicicletas son para el verano.
- Ignacio Amestoy: Cierra bien la puerta.