Sprachwandel und Wortbildung in der Linguistik
1. Entstehung, Einbau und Verlustrechnung
Das Lexikon einer Sprache unterliegt ständigen Änderungen in Form und Thema. Es werden neue Begriffe geschaffen, während andere verschwinden.
2. Herkunft des Wortschatzes
Glossar: Viele Wörter stammen aus dem Lateinischen (z. B. Son / Filius). Gelehrte Wörter: Diese kommen direkt aus dem Lateinischen und wurden lautlich nicht weiterentwickelt (z. B. Fabulare = Antwort / Fabeln). Hierbei entstehen oft Dubletten.
Substrat: Begriffe der römischen Besiedlung, die aus den zuvor auf der Halbinsel gesprochenen Sprachen stammen (z. B. aus dem Euskera/Baskischen). Darlehen: Diese stammen von Völkern, die mit dem Kastilischen zusammenlebten (z. B. Arabisch), oder aus Sprachen, zu denen politische oder soziale Kontakte bestanden.
Das Lexikon findet neue Wörter für neue Realitäten (z. B. E-Mail, Fax). Andere Begriffe verschwinden, wenn die entsprechenden Realitäten nicht mehr existieren. Neue Wörter werden auch aufgenommen, um sich abzugrenzen oder das gegenseitige Verständnis zu verbessern.
3. Erweiterung und Erneuerungsverfahren
- Ausbau bestehender Wortbedeutungen: Wörter erhalten zusätzliche Nuancen (z. B. Happen).
- Veränderung von Bedeutung: Ein Wort verliert seinen ursprünglichen Sinn und nimmt einen zweiten an (z. B. Paella: ursprünglich das Gefäß, heute das Reisgericht).
- Bildung von Worten: Entstehung durch Ableitung, Zusammensetzung oder Abkürzung.
- Lehnwörter: Übernahmen aus anderen Sprachen (z. B. Laser, Canapé).
- Semantische Lehnprägungen (Calques): Einbeziehung der Bedeutungen von Fremdwörtern in entsprechende Wörter der eigenen Sprache (z. B. Fenster im IT-Bereich).
4. Morphologische Verfahren
1) Ableitung: Einem Lexem wird ein Suffix oder ein Präfix hinzugefügt (z. B. re-lesen, Pan-ad-ut). So entstehen neue Wörter wie mobilisieren.
2) Zusammensetzung: Lexem + Lexem (z. B. Lava-Platten, Verdi & White).
3) Parasynthese: Kombination aus Lexem + Präfix + Suffix (z. B. Roj-in-ecer) oder Lexem + Lexem + Suffix (z. B. Fünfzehn-an-ero).
4) Abkürzung: Signifikante Reduktion eines Wortes. Arten der Abkürzung:
- Verkürzung: z. B. Film, Moto.
- Abkürzung: Vorwiegend in der Schriftsprache.
- Initialwörter: z. B. ESO, UN.
- Akronyme: z. B. RENFE.
5. Lehnwörter und semantische Lehnprägungen
Lehnwörter: Wörter aus anderen Sprachen wie Anglizismen, Gallizismen oder Italianismen. Semantische Lehnprägungen: Einbau neuer Bedeutungen von Fremdwörtern in die entsprechenden Wörter der eigenen Sprache (z. B. Maus, Fenster).