Standardsprache und Sprachregister: Eine Einführung
1. Die Standardsprache
Im Laufe der Geschichte wurden verschiedene Sprachen geschaffen, um eine gemeinsame, sogenannte Standardsprache zu kennzeichnen und dialektale Unterschiede zu überbrücken. Historisch gesehen findet diese Sorte nicht nur in der schriftlichen Mitteilung Anwendung, sondern dient derzeit auch als Muster für die mündliche Sprache und die Massenmedien.
Die Standardsprache zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Referenzmodell: Sie dient als Vorbild für Sprecher.
- Anpassungsfähigkeit: Sie passt sich den Veränderungen an, die Benutzer einbringen.
- Regulierung: Sie unterliegt Regeln, die durch Institutionen wie die Königliche Spanische Akademie, Bildungseinrichtungen und Medien verbreitet werden.
Dabei sollte die Norm jedoch nicht mit der tatsächlichen Verwendung in diesen Medien verwechselt werden.
2. Klassen von Sprachregistern
Ein Sprachregister ist das Ergebnis von vier Faktoren, die die Kommunikation gestalten:
- Thema: Der Grad der Formalität.
- Beziehung: Die Verbindung zwischen Sender und Empfänger.
- Kommunikationskanal: Mündlich oder schriftlich.
- Zweck: Die Intention des Emittenten (objektiv oder subjektiv).
Formale Sprachregister
Diese zeichnen sich durch eine sorgfältige Auswahl der sprachlichen Ressourcen aus. Man unterscheidet:
- Standardregister: Die formale Aufnahme der Exzellenz, gekennzeichnet durch eine präzise Anwendung phonetischer, morphosyntaktischer und lexikalischer Regeln. Sie findet sich vor allem in literarischen und wissenschaftlichen Texten.
- Wissenschaftlich-technische Sprache: Sie strebt nach höchster Genauigkeit im Lexikon und vermeidet konnotative Sprache zugunsten des gemeinsamen Standards.
Informelle Sprachregister
Diese werden häufig in der direkten, spontanen zwischenmenschlichen Kommunikation verwendet. Dazu zählen die Umgangssprache oder die Familiensprache. Sie sind gekennzeichnet durch:
- Spontaneität: Mangelnde Planung und Behandlung alltäglicher, subjektiver Themen.
- Ausdruckskraft: Verwendung von Verkleinerungsformen (Diminutiven), Interjektionen und Ausrufen.
- Ökonomie der sprachlichen Mittel: Verwendung von unfertigen Sätzen, Wiederholungen, Ellipsen und kontextabhängigen Ausdrücken.