Struktur und Ursprung der spanischen Lexik
Das Wort und seine Struktur
Das Wort ist die minimale sprachliche Einheit, die mit grafischer und semantischer Autonomie ausgestattet ist. Ein Monem beschreibt dabei die kleinste Einheit mit einer minimalen Bedeutung.
Grad der Unabhängigkeit
Morpheme können nach ihrem Grad der Unabhängigkeit unterteilt werden:
- Freie Morpheme: Dies sind eigenständige, unabhängige Wörter.
- Gebundene Morpheme: Diese sind immer an ein freies Morphem gebunden und bilden teilweise mit diesem zusammen ein Wort.
Bedeutungskomponenten des Wortes
Die Bestandteile, die zur Bedeutung beitragen, sind:
- Lexem: Es trägt die lexikalische Last und bestimmt die Grundbedeutung des Wortes.
- Flexion (Reflexivität): Sie ermöglicht die formalen Variationen innerhalb eines Wortes.
- Derivate: Diese dienen dazu, den Wortschatz einer Sprache zu erweitern, indem neue Wörter aus bereits vorhandenen erschaffen werden.
Arten von Derivationsmorphemen
Abhängig von der Position, die sie innerhalb der Wortstruktur besetzen, werden Morpheme wie folgt klassifiziert:
- Präfixe: Sie stehen vor dem Lexem und verändern dessen Bedeutung.
- Suffixe (Endungen): Diese werden dem Lexem nachgestellt und ändern ebenfalls die Bedeutung.
- Interfixe: Sie finden ihren Platz zwischen dem Lexem und dem Suffix; sie besitzen selbst keine eigene Bedeutung.
Lexik: Ursprung und Erweiterung
Lexikalische Quellen: Ein Großteil des kastilischen Wortschatzes entstammt lexikalischen Verfahren aus dem Lateinischen und Griechischen. Man unterscheidet dabei drei Typen von Wörtern: Erbwörter, gelehrte Wörter (Kultismen) und Semikultismen.
- Buchwörter (Kultismen): Diese Vokabeln sind ohne phonetische Evolution direkt in das Kastilische übernommen worden. Sie traten ab dem 13. Jahrhundert in die Sprache ein. Gelegentlich gibt ein lateinisches Wort Anlass zu zwei verschiedenen Formen (Doubletten), wobei die gelehrte Form oft durch Alfons X. den Weisen eingeführt wurde.
- Semikultismen: Hierbei handelt es sich um Wörter, bei denen die phonetische Evolution zwar begonnen hat, aber noch nicht vollständig abgeschlossen wurde.
Von besonderer Bedeutung für das sprachliche Erbe ist zudem der Einfluss der arabischen Sprache sowie das Lexikon der germanischen Sprachen.
Lehnwörter und Entlehnungen
Das kastilische Lexikon nährt sich zudem aus Begriffen anderer Sprachen (Loans):
- Fremdwörter (Barbarismen): Dies sind Entlehnungen, welche ihre ursprüngliche Schreibweise und Phonetik beibehalten, ohne sich an die kastilische Rechtschreibung anzupassen.
- Lehnprägungen (Calques): Hierbei handelt es sich um Kredite, welche die Struktur des Originalwortes imitieren. Nach ihrem Entstehungsprozess unterscheidet man:
- Formale Lehnprägung: Die Sprache übersetzt die Form bzw. Struktur aus der Herkunftssprache.
- Semantische Lehnprägung: Hierbei wird lediglich die Bedeutung aus der Fremdsprache kopiert, nicht jedoch die äußere Form.