Terry Eagleton: Was ist Literatur? Zusammenfassung und Begriffe

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Zusammenfassung

Der Text fasst Terry Eagletons Überlegungen zur Definition von Literatur zusammen. Er behandelt den Formalismus, das Konzept der Literarizität, den Zusammenhang von Literatur und Ideologie sowie zentrale literarische Fachbegriffe wie Metapher, Metonymie oder Synekdoche. Ziel ist es, die verschiedenen Kriterien zur Bestimmung von Literatur nachvollziehen zu können.

Kernpunkte

  • Literatur verwandelt die Umgangssprache durch eine besondere Verwendung der Sprache, nicht allein durch Fiktion.
  • Literarizität ist eine Funktion differentieller Beziehungen innerhalb eines Diskurses und unterliegt einem stetigen Wandel.
  • Der Formalismus betrachtet Literatur als organisierte Abweichung von der Norm mit eigenen Gesetzen und Strukturen.
  • Eagleton argumentiert, dass literarische Sprache nicht exklusiv für Literatur ist, sondern auch in alltäglichen Kontexten vorkommt.
  • Ideologie prägt Wahrnehmung, Werte und Interpretation von Literatur und wird durch Machtverhältnisse bestimmt.
  • Metapher, Metonymie und Synekdoche sind zentrale Fachbegriffe zur Analyse literarischer Sprache.

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Terry Eagleton: Was ist Literatur?

1. Kriterien für eine Definition von Literatur

Literatur ist eine Sprache, die die Umgangssprache auf ihre eigene Weise verwandelt und verstärkt. Sie definiert sich nicht allein durch phantasievolle Fiktion, sondern durch die besondere Verwendung der Sprache.

2. Literarizität

Die besondere Verwendung von Sprache ist nicht auf literarische Texte beschränkt, sondern kann auch außerhalb dieser gefunden werden. Literarizität ist eine Funktion differentieller Beziehungen innerhalb eines Diskurses und unterliegt einem stetigen Wandel.

3. Der Standpunkt des Formalismus

Der Formalismus betrachtet Literatur als eine besondere Organisation der Sprache mit eigenen Gesetzen, Strukturen und Bauteilen, die wie eine Maschine analysiert werden können:

  • Bevorzugung der Form gegenüber dem Inhalt.
  • Schriftsprache als organisierte Abweichung von der Norm.
  • Besondere Sprachverwendung im Gegensatz zur Alltagssprache.

4. Definition von Literatur

  • Texte im Sinne der Fiktion, die nicht buchstäblich wahr sind.
  • Eine organisierte sprachliche Gewalt innerhalb eines gemeinsamen Diskurses.
  • Eine nicht-pragmatische Rede mit Selbstreferenz.

5. Einwand gegen die formale Bestimmung

Der Autor argumentiert, dass der besondere Gebrauch von Sprache auch in alltäglichen Objekten und Kontexten zu finden ist. Literarische Sprache ist somit kein exklusives Merkmal der Literatur.

6. Was ist Ideologie?

Ideologie prägt unsere Wahrnehmung, Gefühle, Glaubenssätze und Werte. Sie wird durch Machtverhältnisse und Strukturen bestimmt. Unsere Ideologien beeinflussen, was wir als wichtig erachten und wie wir Literatur interpretieren.

7. Literatur als Variable

Literatur ist variabel, da Menschen unterschiedlich sind und ihre Werte sowie Interpretationsweisen durch ihre jeweilige Ideologie geprägt werden.

8. Literarische Fachbegriffe

  • Allegorie: Darstellung durch eine Reihe von Metaphern, um einen übertragenen Sinn zu vermitteln.
  • Alliteration: Auffällige Wiederholung des gleichen Tons oder Konsonanten in einem Satz.
  • Ambiguität: Mehrdeutigkeit, die verschiedene Interpretationen zulässt.
  • Climax: Kulminationspunkt eines literarischen Werkes.
  • Bildsprache: Verwendung von Ausdrücken, um einem Bezugsobjekt Lebendigkeit zu verleihen.
  • Litotes: Redensart, die durch Verneinung des Gegenteils eine beabsichtigte Aussage verstärkt.
  • Metapher: Bildhafter Ausdruck, der eine unausgesprochene Analogie zwischen zwei Begriffen herstellt.
  • Metrum: Kunst der Rhythmisierung, Struktur und Kombination von Versen.
  • Metonymie: Benennung eines Begriffs durch einen anderen, der in einer logischen Beziehung steht (z. B. Ursache/Wirkung, Autor/Werk).
  • Paradox: Denkfigur, die einen scheinbaren Widerspruch ausdrückt.
  • Reim: Gleichheit der Klänge zwischen zwei oder mehr Wörtern ab der letzten betonten Silbe.
  • Rhythmus: Regelmäßige Anordnung von Akzenten und Silbenanzahl in der Sprache.
  • Synekdoche: Ersetzung eines Begriffs durch einen Teil (pars pro toto) oder umgekehrt.
  • Textur: Struktur und Anordnung der Teile eines Werkes.

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Häufige Fragen

Was ist nach dem Formalismus Literatur?

Der Formalismus versteht Literatur als besondere Organisation der Sprache mit eigenen Gesetzen, Strukturen und Bauteilen. Schriftsprache gilt als organisierte Abweichung von der Norm der Alltagssprache.

Was bedeutet Literarizität?

Literarizität ist laut Text eine Funktion differentieller Beziehungen innerhalb eines Diskurses. Sie unterliegt einem stetigen Wandel.

Was ist der Unterschied zwischen Metapher und Metonymie?

Eine Metapher stellt eine unausgesprochene Analogie zwischen zwei Begriffen her. Metonymie benennt einen Begriff durch einen anderen, der in einer logischen Beziehung steht, etwa Ursache und Wirkung oder Autor und Werk.

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Test

1. Was ist laut dem Text das Kennzeichen von Literatur?
2. Wie betrachtet der Formalismus Literatur?
3. Was besagt der Einwand gegen die formale Bestimmung?
4. Was ist eine Synekdoche?
5. Wie beeinflusst Ideologie die Literatur laut Text?
6. Was ist ein Paradox?

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