Textlinguistik: Definition, Eigenschaften und Merkmale

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Die 7 Eigenschaften eines Textes

Ein Text ist die maximale suprasentenzielle Einheit der linguistischen Analyse und Kommunikation. Er stellt eine in sich geschlossene Einheit dar, die aus gesprochenen oder geschriebenen Äußerungen beliebiger Länge besteht.

1. Konzept Text

Texte lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren:

  • Übertragungskanal: Oral (spontan, dynamisch) oder schriftlich (organisiert, visuell).
  • Intention: Informativ (Nachrichten), juristisch (Gesetze), persuasiv (Werbung) oder ästhetisch (Literatur).

Strukturtypen

  • Narrativ: Erzählung von Fakten oder Fiktionen; Fokus auf Verben und Prädikate.
  • Deskriptiv: Darstellung von Dingen; Fokus auf Adjektive, Substantive und Metaphern.
  • Expositorisch: Klare, geordnete Themenentfaltung mit technischem Vokabular.
  • Argumentativ: Rationale Stellungnahme oder Forderung; Fokus auf logische Verknüpfungen.

2. Eigenschaften des Textes

Damit eine Sequenz als Text gilt, muss sie bestimmte organisatorische Eigenschaften erfüllen:

2.1 Kohärenz

Die Kohärenz sichert den inhaltlichen Zusammenhang eines Textes durch:

  • Thematische Einheit: Ein roter Faden sowie implizite Annahmen.
  • Thematische Progression: Logische und hierarchische Abfolge der Informationen.
  • Situativer Rahmen: Anpassung an den Kontext und die Textsorte.

2.2 Kohäsion

Die Kohäsion beschreibt die grammatikalischen Beziehungen zwischen den Elementen:

  • Referenz: Bezugnahme durch Anaphern oder Kataphern.
  • Rekurrenz: Wiederholung von Wörtern, Synonymen oder Hyperonymen.
  • Ellipse: Auslassung von Elementen.
  • Topikalisierung: Hervorhebung eines Elements durch Voranstellung.
  • Konnektoren: Logische Verknüpfung von Satzteilen.
  • Deixis: Bezug auf Personen, Ort und Zeit.
  • Isotopie: Wiederholung sprachlicher Einheiten mit ähnlicher Bedeutung.

2.3 Angemessenheit

Die Anpassung an die kommunikative Situation erfolgt durch:

  • Lage: Räumlich-zeitliche Umstände und die physische Realität.
  • Kontext: Sprachliche, historische und kulturelle Hintergründe.

2.4 Haltung der Kommunikationspartner

Sender und Empfänger zeigen eine gewisse Toleranz gegenüber Mängeln:

  • Intention: Die Absicht des Senders, die Nachricht verständlich zu übermitteln.
  • Akzeptanz: Die Bereitschaft des Empfängers, durch Schlussfolgerungen zur Kohärenz beizutragen.

2.5 Informationsgrad

Bezieht sich auf die Neuheit oder Unvorhersehbarkeit der Informationen für den Empfänger.

2.6 Intertextualität

Beschreibt die Beziehung zu anderen Texten, etwa durch Parodien oder Literaturkritiken, die ein Vorwissen des Empfängers voraussetzen.

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