Textsorten, Kohärenz und Kohäsion nach Halliday
Anmerkungen zum Text
Bekannt sind Aspekte zur Analyse von Kohäsion, Konsistenz und Kohärenz nach Halliday. Zweitens: Die Analyse der Charakteristika nach Halliday erfolgt über Feld (Artikel, Angabe allgemein), Kanal, Funktion, Tenor (Funktionen der Sprache) und persönliche Bedeutung (Haltung, Funktionalität, Zweck). Drittens: Konsistenz. Viertens: Kohäsion.
Funktionen der Sprache
Referenzielle, expressive, konnotative, metasprachliche, poetische und phatische Funktion.
Textsorten nach ihrer kommunikativen Absicht
- Deskriptiv: Berichterstattung über Sachverhalte, Statistiken (Wie sind sie?)
- Narrativ: Bericht über Ereignisse und Handlungen (Was wird passieren?)
- Instruktiv: direkte Anweisung, Ordnung, Ratschlag (Wie wird es gemacht?)
- Prädiktiv: Vorhersage, was in Zukunft noch erfolgreicher sein wird (Was wird passieren?)
- Explikativ: Erklären und Informieren (Warum ist das so?)
- Argumentativ: Darlegung von Meinungen (Ich denke, dass ...)
- Konversationell: Informationsaustausch zwischen zwei Gesprächspartnern, um einander zu überzeugen (Ich sage dir, was sie sagen?)
Wissenschaftliche Texte
Ziel ist es, zu informieren und zu überzeugen; oft auch persuasiver Diskurs sowie instruktiver oder direktiver Charakter. Typisch sind abstrakte Substantive, spezifizierende Adjektive, Präpositionalkonstruktionen, Nominalisierungen, copulative Verben und unpersönliche Konstruktionen. Die Thematisierung bzw. Rhematisierung (Rhema ist das Thema und das Subjekt-Prädikat-Verhältnis) sowie Fachbegriffe sind kennzeichnend.
Merkmale: objektive Darstellung von Wissen, logische Bestimmungen und kohärente Konzepte, denotative Sprache, referenzielle und expositorische Ausrichtung, spezifische Begriffe.
Diskursive Ressourcen
Sie dienen der Objektivität, Klarheit und Präzision: Definitionen, Beschreibungen, Klassifikationen (ermöglichen die Hierarchisierung von Informationen), Vergleiche (zum leichteren Verständnis), Exemplifizierung und Demonstrationen.
Journalistische Texte
Ziel sind Information, Unterhaltung und die Darstellung von Ereignissen. Die Informationen werden nach Relevanz geordnet (Titel, Wesen der Information und Umstände). Die Sprache ist standardisiert.
Gattungen:
- Informativ: objektives Erzählen (Nachrichten, Reportagen)
- Meinungsbetont: Prüfung von Meinungen und Standpunkten (Kommentar, Leitartikel)
Nachricht (News)
Ziel ist ein klarer, objektiver und schneller Bericht in standardisierter, formeller Sprache.
Innere Struktur: Angaben zum Ereignis (Was?), Protagonist (Wer?), Zeit (Wann?), Ort, Weise (Wie?) und Ursachen (Warum?).
Äußere Struktur: Titel, Lead (Kernaussagen), Textkörper, Zwischentitel und gegebenenfalls Fotos.
Meinungsartikel: Der Autor legt seine Meinung dar und verteidigt sie; explikativer oder argumentativer Charakter. Ein Fachartikel wird von einem Spezialisten verfasst, der die Informationen analysiert und sein Wissen einbringt. Eine Kolumne wird von einem Mitarbeiter verfasst und behandelt vielfältige Inhalte oder Anekdoten im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen.
Kohärenz
Kohärenz entsteht durch die sinnvolle Auswahl und Anpassung der Informationen.
Regeln:
- Progression: Beziehungen zwischen bekannten Informationen (Thema) und neuen Informationen (Rhema)
- Keine Widersprüche: Kein Inhalt darf früheren Aussagen widersprechen.
- Bezüge: Alle Aussagen müssen in einem Zusammenhang mit dem Kernthema stehen.
Schrittweise Entwicklung des Themas:
- Linear: Thema 1 → neue Information → Thema 2 → neue Information …
- Konstantes Thema: Ein Thema mit mehreren neuen Informationen (Info 1, Info 2, Info 3 …)
- Abgeleitetes Thema: Gesamtthema → Information, Subthema 1 → Information, Subthema 2 → Information …
Kohäsion
Kohäsion entsteht durch folgende Mittel:
Lexikalische Mittel: Verbindungen zwischen zwei oder mehr Wörtern durch Wiederholungen, Synonyme, Antonyme, Hyponyme, Hyperonyme und Assoziationen.
Anaphorische Mittel: Beziehungen zwischen grammatischen Elementen und ihrer Vorgeschichte: Substitution, Pronomen, Ellipse.
Konnektoren: Verbinden die verschiedenen Teile eines Textes miteinander: Organisatoren, eingeführte Verbindungen (z. B. nicht zuletzt, also, sogar).
Elemente der Verknüpfung:
- Organisatoren: Einleitungs- und Schlussindikatoren (zu Beginn, letztlich) sowie Ordnungsindikatoren (erstens, zweitens), additive und fortführende Indikatoren (ebenso, gleichfalls), temporale Indikatoren (bevor, jetzt).
- Einleitungen: Indikatoren für den Standpunkt (aus meiner Sicht), thematische Einleitungen (übrigens), Einleitungen für Beispiele (zum Beispiel), Einleitungen für Erläuterungen (das heißt).
- Konnektoren: und, aber, Wechsel, dann, weil, dass, davor ...