Weimarer Republik und NS-Diktatur: Ein historischer Überblick

Geschichte6,24 KB

Die Weimarer Republik und der Aufstieg der NSDAP

Teil 1: Die Anfänge der Weimarer Republik

Im Januar 1919 schufen die Spartakisten eine neue Republik (kommunistische Revolution). Die Regierung musste sich mit dem Aufstand auseinandersetzen, der darauf abzielte, eine sozialistische Republik zu gründen. Der soziale und staatliche Aufstand wurde durch Gewalt niedergeschlagen. In dieser Form wurden Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung abgehalten. Der Kongress traf sich in der Stadt Weimar, wo die Verfassung verabschiedet wurde. Damit war die Republik gegründet. Friedrich Ebert wurde zum Reichspräsidenten ernannt. Bei den Wahlen erreichten die drei großen moderaten Parteien 76,2 % der Stimmen und bildeten eine Koalitionsregierung.

Herausforderungen und Krisenjahre

Die erste große Entscheidung war die Unterzeichnung des Vertrags von Versailles, was für die Deutschen sehr erniedrigend war. In den ersten Jahren litt Deutschland unter ernsthafter finanzieller Instabilität, insbesondere in den Jahren 1922 und 1923, als eine Hyperinflation die Wirtschaft des Landes schwächte. Das Geld verlor an Wert, was zu einer Radikalisierung der Politik und zum Verlust des Schutzes der Demokratie führte.

Teil 2: Stabilität und der Dawes-Plan

Von 1924 bis 1929 folgte eine Periode der Stabilität in der Weimarer Republik. Die Siegermächte des Ersten Weltkrieges beschlossen, Deutschland aus der Krise zu helfen. Mit dem Dawes-Plan begann sich die Wirtschaft allmählich zu bessern.

Die NS-Diktatur und die Gründung des Dritten Reiches

In Deutschland etablierte sich der Faschismus schneller als in Italien, bis die Nazis die absolute Macht übernahmen. Zwischen August 1933 und Februar 1934 wurde ein totalitärer Staat errichtet. Sobald Hitler an die Regierung kam, verfolgte er seinen Radikalismus und versuchte, die gesamte Macht an sich zu reißen.

Der Weg zur absoluten Macht

Zunächst veranlasste er Hindenburg, den Reichstag aufzulösen, um im März 1933 Neuwahlen abzuhalten und die Exekutive zu stärken. Der Wahlkampf war von extremer Gewalt geprägt; paramilitärische Nazi-Organisationen (SA und SS) verfolgten ständig die linken Parteien. Ein entscheidender Moment war der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933. Die Nazis behaupteten, es handele sich um ein kommunistisches Komplott. Dies wurde als Vorwand genutzt, um Grundrechte außer Kraft zu setzen und die Kommunisten zu eliminieren.

Gleichschaltung und Einparteienherrschaft

Trotz der starken Repression gegen linke Parteien erreichte die NSDAP bei den Wahlen im März 1933 keine absolute Mehrheit. Doch die Nazis suchten Unterstützung bei den rechten Parteien, und das Parlament verabschiedete ein wichtiges neues Gesetz: Das Ermächtigungsgesetz gewährte dem Kanzler für vier Jahre die volle staatliche Gewalt. Hitler wurde somit zum Diktator. Andere Gesetze dienten dazu, alle politischen Parteien zu eliminieren, sodass eine Einparteien-Diktatur in Deutschland entstand. Hitler begann mit dem Aufbau eines "neuen Staates".

Die Nacht der langen Messer und Hindenburgs Tod

Radikale Gruppen innerhalb der SA wurden als revolutionäre Bedrohung angesehen. Am 30. Juni 1934 kam es zur "Nacht der langen Messer": Hitler befahl die Ermordung des SA-Leiters sowie anderer wichtiger Oppositionsführer. Nach dem Tod von Hindenburg im August 1934 vollzog Hitler den letzten Schritt. Unterstützt von der Armee, vereinte er das Amt des Kanzlers und des Präsidenten. Damit unterstanden die Armee und die Polizei der Nazi-Partei. Die SS und die Gestapo unter der Leitung von Himmler wurden zur Machtgarantie des Dritten Reiches.

Nazi-Propaganda und Indoktrination

Das Nazi-Regime setzte eine umfangreiche Kampagne zur ideologischen Kontrolle und Indoktrination um. Ziel war die Integration der gesamten Gesellschaft in die nationalsozialistische Ideologie. Hierfür wurden Bildungs- und Jugendorganisationen genutzt. Zehn Jahre nach ihrer Gründung wurde die Hitler-Jugend zur Pflichtgemeinschaft. Die Bildung unterlag einer strengen Kontrolle. Lehrer wurden gezwungen, Mitglieder des NS-Lehrerbundes zu werden. Die Meinungsfreiheit wurde abgeschafft und eine Zensur für alle literarischen und künstlerischen Aktivitäten etabliert. Es gab Listen verbotener Autoren, deren Bücher verbrannt wurden. Die Nazis nutzten kulturelle Kommunikation und Ressourcen effizient für ihre Propaganda. Joseph Goebbels war seit 1933 für die Volksaufklärung und Propaganda im Dritten Reich zuständig.

Autarkie und Aufrüstung

Der Staat griff massiv in die Wirtschaft ein. Arbeiter wurden gezwungen, der Deutschen Arbeitsfront beizutreten. Die Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches lässt sich in zwei Perioden unterteilen:

  • 1934–1936: In der ersten Phase wurden ernsthafte Versuche unternommen, die Arbeitslosigkeit durch öffentliche Arbeiten zu senken. Außenwirtschaftsförderung sowie Austausch- und Importkontrollen wurden verstärkt.
  • Ab 1936: Ein Vierjahresplan wurde eingeführt, um Autarkie und eine starke Aufrüstung zu erreichen. Hermann Göring übernahm die Verantwortung für diesen Plan.

Wirtschaftliche Hindernisse und Expansionsdrang

Obwohl die Wirtschaft angekurbelt wurde, konnten zwei wesentliche Hindernisse nicht überwunden werden: der Bedarf an Nahrungsmitteln und an strategischen Rohstoffen. Als Lösung für diese Probleme strebten die Nationalsozialisten neuen Lebensraum (Wohnraum) an, was bedeutete, dass sie einen Krieg planten. Da die Produktion alle verfügbaren Arbeitsplätze beanspruchte, mussten die deutschen Arbeiter Opfer bringen. Das Regime sicherte sich jedoch die Unterstützung der Bauern und der Mittelschicht. Da diese Wirtschaftspolitik langfristig nur durch Krieg aufrechterhalten werden konnte, musste Deutschland expandieren, um Ressourcen und Waffen aus anderen Ländern zu erhalten.

Herunterladen

PDF Word HTML