Analyse von Bécquers Rima LII: Natur und Verzweiflung
In den ersten drei Strophen der Rima LII bildet der Reim eine Parallele, die verlangt, dass die Natur das lyrische Ich aufnimmt, um sein Leiden zu beenden: „Nimm mich mit!“ Dieser Ausruf wird von Ausrufezeichen gefolgt, um die Verzweiflung und den Todeswunsch zu betonen. Wir finden zudem Metaphern wie „Sábana de espumas“ (Laken aus Schaum), um sich auf die Wellen zu beziehen, sowie „dunkle Nebel“. Es gibt Personifikationen, durch die der Autor seine Gefühle in der Natur ausdrückt. Zudem finden wir Hyperbata wie „die hohen Wälder von welken Blättern“, „in den blinden Strudel“ oder „gezogen von Feuer und Licht der blutigen Ränder“.
Bécquers persönliche Verfassung spiegelt eine sehr schwere Zeit in seinem Leben wider; er fühlt sich allein gelassen auf der Welt. Daher rührt der Wunsch zu verblassen und dass die Natur ihn zu sich nimmt, in die „andere Welt“. Die Darstellung der Natur ist typisch für die Romantik: Im Gedicht werden drei Naturkräfte (Wellen, Hurrikanböen und Gewitterwolken) in ihrer stärksten Wut und Destruktivität beschrieben, um ihn mitzunehmen. Die Vermenschlichung resultiert aus seiner Verzweiflung; er wurde allein gelassen, ist ungeliebt und sehnt sich nach dem Tod.
Lage und Kontext
Die Rima gehört zum vierten Buch der Reime, entstanden nach einer Zeit der Verzweiflung und des Schmerzes. Bécquer möchte lieber sterben, als weiter zu leiden, und in die Welt der Toten eingehen.
Äußere Struktur
Das Gedicht besteht aus vier Strophen mit jeweils vier Zeilen. Die ersten drei Zeilen jeder Strophe sind heroische Verse (Endecasílabos), und der letzte Vers jeder Strophe ist ein Siebensilber. Es liegt ein Gleichklang (Asonanz) in den geraden Zeilen vor, wobei die Zeilen der „hohen Kunst“ (Arte Mayor) und der „niederen Kunst“ (Arte Menor) kombiniert werden.
Interne Struktur
- Erste Strophe: Spricht von brechenden Wellen, die gegen einsame, isolierte Strände schlagen. Bécquer bittet diese Wellen, ihn mit ihrem Schaum fortzutragen.
- Zweite Strophe: Handelt vom Hurrikan, der die welken Blätter der Bäume mit Leichtigkeit fortreißt. In dieser Strophe fühlt sich Bécquer ohnmächtig.
- Dritte Strophe: Erzählt von einem Sturm mit großer zerstörerischer Kraft, der ihn durch Nebel und Unwetter erobern soll.
In diesen ersten drei Strophen spricht Bécquer von den zerstörerischen Kräften der Natur, die alles mit sich reißen; er drückt seinen Wunsch aus, gemeinsam mit der Natur unterzugehen. In der vierten Strophe bittet Bécquer die drei zuvor genannten Naturkräfte direkt, ihn fortzutragen, da er bereits zu viel gelitten hat und nicht mehr leiden will.
Literarische Mittel
Der Autor verwendet in der letzten Zeile der...