Lope de Vega und der Schelmenroman im Barock: Merkmale und Werke
Zusammenfassung
Der Text stellt Lope de Vega als zentralen Dichter des Barock vor und beschreibt danach das pikareske Genre des Schelmenromans im 17. Jahrhundert. Er erklärt dessen typische Merkmale und nennt wichtige Werke wie den Guzmán de Alfarache von Mateo Alemán und Quevedos Leben des Don Pablos. Lernende erfahren so, wie sich Ideologie und Ästhetik des Barock in dieser Gattung widerspiegeln.
Kernpunkte
- Lope de Vega (1562–1635) wurde im Jahr 1604 Priester; seine Dichtung gilt als Inbegriff des Barock.
- Lazarillo de Tormes (1554) gilt als Vorläufer des Schelmenromans im 17. Jahrhundert.
- Typische Merkmale: Anti-Helden, ein von Natur aus böser Schelm, Ich-Erzählung und oft eine moralisierende Schlussreflexion.
- Der erste Teil des Guzmán de Alfarache erschien 1599, der zweite 1604, verfasst von Mateo Alemán.
- Quevedos Das Leben des Don Pablos wurde 1626 ohne Genehmigung des Autors gedruckt.
- In Quevedos Werk bleiben böse Taten ungestraft und der Held zeigt keine moralische Läuterung.
Lope de Vega (1562–1635)
Lope de Vega führte ein intensives Leben, geprägt von der Liebe zu vier Frauen, die seine Liebesgedichte inspirierten. Reue und religiöse Reflexionen über die Welt führten ihn im Jahr 1604 dazu, Priester zu werden. Die Poesie von Lope folgt zwei Stilen: dem klassischen und dem populären Stil. Er verfasste Pastoralromane, Romane und epische Gedichte. Seine Dichtung gilt als Inbegriff des Barock, da sie alle Gegensätze des menschlichen Wesens vereint.
Der Schelmenroman
Das pikareske Genre repräsentiert die Ideologie und Ästhetik des Barock. Lazarillo de Tormes (1554) gilt als Vorbote der Merkmale des Schelmenromans im 17. Jahrhundert. Zwischen 1554 und 1599 wurde der erste Teil des Guzmán de Alfarache von Mateo Alemán veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt, im 17. Jahrhundert, entstanden zahlreiche Beispiele dieses Genres.
Merkmale des Schelmenromans
- Ausdruck der Enttäuschung: Die Protagonisten sind Anti-Helden.
- Charakter: Der Schelm des 17. Jahrhunderts ist von Natur aus böse und bewusst zu Fehlverhalten geneigt.
- Erzählweise: Die Abenteuer werden in der ersten Person erzählt.
- Moralisierung: Oft endet das Werk mit einer moralisierenden Reflexion über die Schädlichkeit eines kriminellen Lebenswegs.
Wichtige Werke und Autoren
Der erste Schelmenroman des Barock ist der erste Teil des Guzmán de Alfarache (1599), gefolgt vom zweiten Teil im Jahr 1604, verfasst von Mateo Alemán. Das Leben des Don Pablos von Francisco de Quevedo wurde 1626 ohne Genehmigung des Autors gedruckt. Der Protagonist, Don Pablos, schreibt seine Autobiografie, um sein bisheriges Leben zu rechtfertigen. Im Gegensatz zu anderen Werken bleiben hier böse Taten ungestraft, und der Held zeigt am Ende keine moralische Läuterung. Quevedo erzielt dabei einen starken komischen Effekt.
Struktur von Quevedos „Don Pablos“
Das Buch ist in drei Teile unterteilt:
- Erster Teil (sieben Kapitel): Fokus auf Pablos' Leben als Student und das Erleiden von Spott.
- Zweiter Teil (sechs Kapitel): Entspricht seiner Lehre als Schelm.
- Dritter Teil (zehn Kapitel): Erzählt von seinem Weg ins Gefängnis und seiner Entscheidung, nach Indien zu reisen.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Welches ist der erste Schelmenroman des Barock?
Der erste Teil des Guzmán de Alfarache von Mateo Alemán, veröffentlicht 1599, gilt als erster Schelmenroman des Barock. Ein zweiter Teil folgte im Jahr 1604.
Wie wird im Schelmenroman erzählt?
Die Abenteuer werden in der ersten Person erzählt. Der Protagonist schildert damit selbst sein Leben.
Wie endet ein typischer Schelmenroman?
Oft endet das Werk mit einer moralisierenden Reflexion über die Schädlichkeit eines kriminellen Lebenswegs.
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