Ansätze zur Persönlichkeit: Drei Perspektiven

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Ansätze zur Persönlichkeit

1. Internalistischer Ansatz

Der internalistische Ansatz dominierte das Bild der Psychologie der Persönlichkeit im Jahrzehnt der 1970er Jahre. Er argumentiert, dass:

  • Verhalten kein Selbstzweck ist, sondern ein Spiegelbild interner Strukturen.
  • Verhalten immer einen Zweck hat: ein Ziel.
  • Interne Strukturen die Kernbedeutung und Definition des Individuums darstellen und als relativ stabil gelten.
  • Jedes Verhalten eines Menschen Bedeutung für seine Persönlichkeit hat.

Wenn der Kern des Individuums in bestimmten Situationen aktiviert ist, wirkt er als entscheidender Faktor für das Verhalten.

2. Situationistisches Konzept

Dieses Konzept steht in Widerspruch zur internalistischen Sichtweise.

„Verhalten ist der einzige Indikator für die beobachtbare Persönlichkeit“ — man bewertet bzw. analysiert das Individuum vor allem anhand seines beobachtbaren Verhaltens.

Das beobachtete Verhalten spiegelt die Merkmale der jeweiligen Situation und frühere Lernerfahrungen wider. Wenn eine Person in einer ähnlichen Situation zuvor auf eine bestimmte Weise gehandelt hat, wird sie wahrscheinlich ähnlich reagieren.

  • Stabilität und Konsistenz im Verhalten von Individuen finden wir nur, wenn der Kontext identisch oder sehr ähnlich ist.
  • Bestimmte Situationen rufen spezifische, angemessene Antworten hervor.

3. Interaktionsansatz

Der Interaktionsansatz zielt darauf ab, die beiden oben genannten Perspektiven zu vereinheitlichen und bietet darüber hinaus neue Erklärungsmöglichkeiten.

Die Persönlichkeit wird teilweise durch interne Variablen und teilweise durch Merkmale der Situation definiert; besser gesagt: Die Ursache des Verhaltens des Individuums liegt in der Interaktion zwischen inneren Faktoren und der jeweiligen Situation.

Person–Situation-Interaktionen spielen eine wichtige Rolle in der Lerngeschichte des Individuums und in den besonderen Formen der Wahrnehmung, mit denen Situationen (z. B. Erwartungen und Verantwortlichkeiten) charakterisiert werden.

  • Das Individuum ist aktiv vor dem Hintergrund der Situation; es gibt der Lage und seiner Reaktion Bedeutung.

Realer und wahrgenommener Status

Reale Situation

Die reale Situation stellt die objektiven Gegebenheiten dar, die das Verhalten eines Individuums in Bezug auf situative Ziele bestimmen. Wären die Situationen identisch, würden die Verhaltensweisen unter gleichen Umständen ähnlich ausfallen.

Wahrgenommene Situation

Die wahrgenommene Situation erklärt, wie die subjektive Interpretation einer objektiven Situation durch das Individuum dessen Verhalten beeinflusst. Die wahrgenommene Situation ist die objektive Situation, wie sie vom Individuum subjektiviert und erlebt wird.

Erwartungen und Verantwortlichkeiten

Erwartungen erklären individuelle Unterschiede, selbst wenn die objektive Situation gleich ist. Erwartungen sind Vorstellungen darüber, wie wir eine Situation einschätzen — Vorhersagen darüber, was geschehen wird und welche Reaktion angemessen ist. Es gibt zwei Arten von Erwartungen:

  • Erwartungen bezüglich der Ergebnisse von Verhalten: Aufgrund früherer Lernerfahrungen haben Personen Vorstellungen darüber, welche Folgen bestimmte Verhaltensweisen typischerweise nach sich ziehen.
  • Erwartungen bezüglich der mit bestimmten Reizen assoziierten Folgen: Reize in einer Situation werden so gelernt, dass sie bestimmte Ereignisse vorhersagen; dadurch beeinflussen Reize die Erwartungen.

Zuschreibungen sind Erklärungen, die Personen für die Ergebnisse ihres Verhaltens geben. Sie liefern Gründe dafür, warum etwas geschieht oder wessen Verdienst oder Schuld ein Ereignis ist.

Kognitive Interventionen

Im Bereich der kognitiven Funktionen wurde ein klinisches Interventionsmodell entwickelt, das als kognitive Umstrukturierung bezeichnet werden kann. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere:

  • Der Ersatz starrer, generalisierender oder irrationaler Erwartungen durch geeignetere, flexiblere Erwartungen.
  • Die Kontrolle bzw. Regulation unkontrollierter Gefühle.

Das Individuum als Mischung aus fünf Variablen (Mischel)

  • Kompetenz: individuelle soziale Fertigkeiten, Leistungsfähigkeit und Fähigkeit zur Aufgabenbewältigung.
  • Speicherungs-/Kodierungsstrategien: wie Individuen Ereignisse und Merkmale der Umgebung interpretieren und kategorisieren und welchem Zweck dies dient.
  • Erwartungen: Annahmen darüber, welche Reaktionen in unterschiedlichen Situationen wahrscheinlich sind und welche Belohnungen oder Bestrafungen mit bestimmten Verhaltensweisen verbunden sind.
  • Subjektive Werte: der Wert oder die Bedeutung, die Individuen bestimmten Ergebnissen beimessen.
  • Selbstregulationssysteme und -pläne: Regeln, Strategien und Standards, die Handlungen, selbstgesetzte Ziele und Verhalten steuern.

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