Aufbau und Funktion des Gastrointestinaltrakts: Verdauungsprozesse

Biologie4,91 KB

Aufbau und Funktion des Gastrointestinaltrakts

Der Verdauungstrakt besteht aus:

A) Eingang: Die Mundhöhle (Boca)

Die Mundhöhle ist die Zone der Nahrungsaufnahme. Hier finden zwei Arten der Verdauung statt:

Mechanische Verdauung (Kauen)

Die mechanische Verdauung erfolgt durch das Kauen mittels der Zähne. Das Gebiss ist je nach Tierart unterschiedlich und an die Art der Ernährung angepasst.

  • Beispiel Vögel: Vögel haben keine Zähne. Sie nutzen Schnabel, Zunge und Gaumen (harte Hornhaut). Die Nahrung wird im Muskelmagen (Molleja) zermahlen.
  • Beispiel Säugetiere: Fleischfresser haben sehr stark entwickelte Eckzähne, während Pflanzenfresser große Prämolaren und Molaren besitzen.

Chemische Verdauung (Speichel)

Die chemische Verdauung beginnt durch die Speicheldrüsen, die Speichel absondern. Diese Flüssigkeit enthält Verdauungsenzyme, welche Disaccharide und Polysaccharide in Oligosaccharide zerlegen. Die Zunge vermischt den Speichel mit der zerkleinerten Nahrung und bildet so den Bolus (Nahrungsbissen). Dies fördert das Schlucken und löst Partikel, wodurch die Nahrung geschmeckt werden kann.

B) Speiseröhre (Ösophagus)

Die Speiseröhre ist ein Verbindungsrohr zwischen der Mundhöhle und dem Magen.

  • Besonderheit bei Vögeln: Sie besitzen einen geschwollenen Bereich, den Kropf, in dem sie die geschluckte Nahrung speichern, ohne sie sofort zu zerkleinern.

Funktion: Die Speiseröhre transportiert den Bolus durch peristaltische Bewegungen in den Magen.

C) Magen (Gaster)

Der Magen ist ein wichtiges Verdauungsorgan. Seine Entwicklung und Struktur hängen stark von der Tierart ab (z. B. haben primitive Fische keinen Magen).

  • Vögel: Haben zwei Teile: den Drüsenmagen (glanduläre Verdauung) und den Muskelmagen (triturierende Verdauung).
  • Wiederkäuer: Haben bis zu vier Kammern, angepasst an ihren Ernährungstyp.

Funktion des Magens: Einerseits dient er der Speicherung der Nahrung, andererseits führt er sowohl physikalische als auch chemische Verdauung durch.

Seine energischen Bewegungen wandeln die Nahrung in eine halbflüssige Masse, den Speisebrei (Chymus), um.

Die chemische Verdauung erfolgt durch den Magensaft, der von den Magenwandzellen produziert wird. Dieser Saft enthält:

  • Pepsin: Ein Enzym, das Proteine in Aminosäuren zerlegt.
  • Rennin (Chymosin): Gerinnt das Eiweiß der Milch.
  • Salzsäure (HCl): Sie sorgt für einen sehr sauren pH-Wert im Magen, damit die Enzyme optimal arbeiten können, und zerstört Bakterien oder pathogene Mikroorganismen, die mit der Nahrung aufgenommen wurden.

D) Dünndarm (Intestinum tenue)

Der Dünndarm gliedert sich in Duodenum (Zwölffingerdarm), Jejunum (Leerdarm) und Ileum (Krummdarm). Er ist der längste Teil des Verdauungstrakts. Seine Länge variiert je nach Ernährungstyp:

  • Bei Pflanzenfressern ist er sehr lang.
  • Bei Fleischfressern ist er kurz.

Funktion: Der Dünndarm schließt die chemische Verdauung von Lipiden, Proteinen und Kohlenhydraten ab. Hierzu arbeiten Säfte der Leber und der Bauchspeicheldrüse im Duodenum zusammen, ebenso wie der Darmsaft, der vom Darm selbst produziert wird. Alle diese Flüssigkeiten vermischen sich mit dem Speisebrei und bilden den Chylus.

E) Dickdarm (Intestinum crassum)

Der Dickdarm bildet das Ende des Verdauungsrohrs. Er besteht aus drei Teilen:

  1. Blinddarm (Caecum): Bildet den Anfangsteil, oft mit einer taschenförmigen Erweiterung (Anhang/Appendix).
  2. Grimmdarm (Colon)
  3. Mastdarm (Rektum): Ein muskulöser Endabschnitt, der die Ausscheidung des Kots über den Anus reguliert.

Hauptfunktion: Der Dickdarm absorbiert Wasser und Ionen und bildet aus den unverdaulichen Nahrungsresten den Kot. Diese Reste werden durch Tausende von symbiotischen Bakterien zersetzt.

Die intestinale Absorption

Die intestinale Absorption ist der Prozess, bei dem die gewonnenen Nährstoffmoleküle aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen.

Um die Oberfläche für die Absorption zu vergrößern, haben sich viele Anpassungen entwickelt, darunter:

  • Ein langer Darm.
  • Falten entlang des Rohrs, wie Darmzotten und Mikrovilli.
  • Bei Knorpelfischen (z. B. Haie) begünstigt die Spiralklappe die Absorption. Diese Struktur verlangsamt den Durchgang der Nahrung durch den Darm, wodurch mehr Zeit für die Nährstoffaufnahme gewonnen wird.

Herunterladen

PDF Word HTML