Barockliteratur: Lyrik und Theater im 17. Jahrhundert

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Barock: Die Lyrik des 17. Jahrhunderts

Merkmale: Der Künstler sucht die Bewunderung für die ursprüngliche Schöpfung, die zur Übertreibung und zum Ausdruck starker Kontraste neigt. Natur und Harmonie werden nicht mehr als bloße Widerspiegelung der göttlichen Ordnung übertragen.

Zentrale Themen der Barocklyrik

  • Liebe: Sie ist idealistisch von Petrarca inspiriert, erscheint jedoch meist in einem Ton der Verzweiflung.
  • Natur: Sie ist keine heile, göttliche Welt mehr, sondern dient lediglich als dekorativer Bildhintergrund.
  • Mythologie: Mythologische Legenden werden aktualisiert und kontinuierlich, teils mechanisch, eingesetzt.
  • Vergänglichkeit: Aus der Enttäuschung erwächst die Angst vor der Vergänglichkeit der Zeit sowie pessimistische Gedanken über den Tod, wobei eine gewöhnliche Burleske vermieden wird.

Culteranismo und Stilmittel

Der Culteranismo versucht, den Leser durch eine übersteigerte Sprache und literarische Kunstgriffe zu beeindrucken. Die Metapher wird zum beständigen und reichhaltigen Ausdrucksmittel, ergänzt durch den Gebrauch von Latinismen und Anastrophen.

Die Poesie von Luis de Góngora

Luis de Góngora ist der bedeutendste Vertreter des literarischen Culteranismo. Seine Produktion ist äußerst reichhaltig und umfasst sowohl satirische Kompositionen als auch kunstvolle Liebessonette.

Das spanische Theater des 17. Jahrhunderts

Lope de Vega schuf die neue Form der Comedia. Diese zeichnet sich durch die Einteilung in drei Akte (oder „Tage“) aus, anstelle der klassischen fünf Akte der Literatur. Die Handlung folgt dem Schema von Exposition, Mittelteil und Ende.

Themen und Motive im Theater

Ein zentrales Thema ist die Entfesselung von Konflikten, oft konzipiert als unkontrollierbare Leidenschaft oder als edles und erhabenes Gefühl. Die Ehre (Honor) ist ein persönliches und familiäres Merkmal, wonach Individuen „reinen Blutes“ als gute und ehrbare Menschen gelten.

Typische Charaktere des Barocktheaters

  • Der König: Er verkörpert Macht, Klugheit und die Wiederherstellung der Ordnung sowie Gerechtigkeit. Wenn er jung ist, kann er jedoch auch als hervorragend oder sogar ungerecht dargestellt werden.
  • Der Mächtige: Stolz auf seine Abstammung, agiert er als Antagonist, missbraucht seine Macht und verkörpert Tyrannei. Ihn trifft letztlich die Strafe.
  • Der Ritter oder Edelmann: Er erscheint als Vater, Bruder oder Ehemann und wacht über die Ehre der Familie.
  • Der Galan und die Dame: Meist die Hauptcharaktere des Stücks; ein junges Liebespaar aus derselben sozialen Schicht, edel, tugendhaft und heroisch.
  • Der Gracioso (der Lustige) und die Magd: Charakteristisch für das Barocktheater; der Gracioso ist meist der Diener des Protagonisten sowie sein Freund und Vertrauter.
  • Der Bauer (Villano): Ein reicher Bauer mit ausgeprägtem Ehrgefühl. Wenn die Mächtigen ihm Unrecht zufügen, rebelliert er und verteidigt seine Rechte.

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