Bedeutende Dichter des 15. Jahrhunderts: Santillana & Manrique

Spanisch3,01 KB

Der Marquis de Santillana

Der Marquis de Santillana war ein bedeutender Förderer der Kultur des 15. Jahrhunderts. Neben seiner literarischen Arbeit interessierte er sich für Forschung und Kritik und verfasste eine Geschichte der spanischen Literatur sowie das erste Buch der kastilischen Sprichwörter.

Während seines gesamten Lebens umgab er sich mit Intellektuellen und Humanisten, wie seinem Sekretär Juan de Mena, der ihn über literarische Moden und Trends, insbesondere aus Italien, auf dem Laufenden hielt.

Einführung italienischer Formen

Der Marquis de Santillana gilt als derjenige, der italienische Formen in Spanien einführte. Er verfasste die ersten Sonette in kastilischer Sprache – eine bis dahin unbekannte Kompositionsform, die ein Jahrhundert später zum Lieblingsformat der Renaissance-Dichter wurde.

  • 42 Sonette: Seine Arbeit orientierte sich an italienischen Vorbildern wie Dante Alighieri.
  • Einfluss: Er ebnete den Weg für Renaissance-Dichter wie Garcilaso und Boscán.
  • Comedieta de Ponza: Ein Werk, das in Versen die berühmte Seeschlacht gleichen Namens beschreibt.

Serranillas

Zu seinen herausragenden Werken zählen die Serranillas. Diese Gedichte der „niederen Kunst“ erzählen von der Begegnung zwischen einem Mann und einer Hirtin. Diese Kompositionen, die einen scherzhaften und erotischen Ton anschlagen, waren eine Interpretation französischer Pastourellen, jedoch mit einem deutlichen Einfluss der kastilischen Volksdichtung.

Jorge Manrique

Jorge Manrique gilt als einer der bedeutendsten Dichter des 15. Jahrhunderts. Sein Werk Coplas a la muerte de su padre (Gedichte auf den Tod seines Vaters) ist ein herausragendes Beispiel der spanischen Literatur, in dem er seinen Vater, Don Rodrigo Manrique, feiert, der dem Tod ruhig entgegentritt.

Thematik und Philosophie

In seinem Werk werden zwei zentrale Themen diskutiert:

  • Der Tod: Er dient als Grundlage für Reflexionen über die Vergänglichkeit des Lebens und die Eitelkeit irdischer Vergnügen.
  • Der Ruhm: Er wird als Weg präsentiert, den Tod zu überleben – ein Lebensstil, den der Tod nicht auslöschen kann.

Struktur der Coplas

Das Werk lässt sich in drei Teile gliedern:

  1. Allgemeine Betrachtung: Über die Vergänglichkeit des Lebens.
  2. Menschliche Existenz: Der Aufruf, den Status zwischen Sterblichkeit und Göttlichkeit zu prüfen, belegt durch Beispiele historischer Persönlichkeiten.
  3. Eulogie: Lob auf Don Rodrigo, seine Tugenden und Taten, gefolgt von einem Dialog mit dem Tod, der in christlicher Resignation endet.

Metrische Form

Das Werk besteht aus 40 Strophen in der sogenannten copla manriqueña (auch „gebrochener Fuß“ genannt). Diese Form besteht aus zwei Sechszeilern mit dem Reimschema abc, abc.

Herunterladen

PDF Word HTML